News und Termine

Klimawandel teilweise freigesprochen: Lichtverschmutzung lässt Pflanzen früher blühen

Pflanzen blühen wegen des Klimawandels immer früher im Jahr, hat man uns mit drohendem Zeigefinger erklärt. Wenn dann ein später Frost nochmal zuschlägt – halleluja. Neue Ergebnisse aus Großbritannien lassen nun Zweifel an der Erkläung durch den Klimawandel aufkommen. Die University of Exeter berichtete am 29. Juni 2016 in einer Pressemitteilung, dass vielmehr die zunehmende Lichtverschmutzung hinter dem Frühblüh-Trend stecken könnte. (Worterklärung “bud”=Knospe):

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Night-time light pollution causes Spring to come early

Human use of artificial light is causing Spring to come at least a week early in the UK, researchers at the University of Exeter in Cornwall have found.

New research led by a team of biologists based at the University’s Penryn campus highlights for the first time and at a national scale the relationship between the amount of artificial night-time light and the date of budburst in woodland trees. PhD student Robin Somers-Yeates, working with independent environmental consultants Spalding Associates in Truro, led the study which made use of data collected by citizen scientists from across the UK, after the Woodland Trust asked them to note down when they first saw sycamore, oak, ash and beech trees in leaf as part of the charity’s Nature’s Calendar initiative. The research team analysed this information, correlated with satellite images of artificial lighting. The research, published in the journal Proceedings of the Royal Society B, found that buds were bursting by up to 7.5 days earlier in brighter areas and that the effect was larger in later budding trees. Researchers believe early bud bursting will have a cascade effect on other organisms whose life cycles work in synchronicity with the trees. The proliferation of the winter moth for example, which feeds on fresh emerging oak leaves is likely to be affected which may in turn have some effect on birds in the food chain that rely on it for food.

The findings provide important information for those in charge of lighting levels, such as local councils, and point to the need for further research into the impact of different light quality and the specific wavelengths of light generated by different lighting types. Professor Richard ffrench-Constant, one of the co-leads of the study based at the University’s Penryn Campus said: “We found that artificial lighting can accelerate tree leaves budding, and effectively the onset of Spring, by a week. This has got to be bad for nature, particularly because of the knock-on effects. At the moment, caterpillars are timed to hatch to make the most of opportunities to feed from freshly budded leaves, and birds hatch in time to feed off the young caterpillars. If this cascade effect is thrown out of sync by early budding, wildlife is bound to suffer. “A positive from this research is that we found red lighting to be particularly culpable for this effect. We may now have the opportunity to create ‘smart lighting’ that is kinder to nature.”

Behavioural ecologist Peter McGregor, of the Centre for Applied Zoology at Cornwall College Newquay, said: “This study also shows that we can use citizen science in a meaningful way and that it has a real role to play in research that can have a meaningful impact.” Adrian Spalding of Spalding Associates in Truro is one of the leading experts on moths in Britain. He believes this work is important as councils have recently been given control over decisions as to when they want to turn on or off their street lights. “This study shows the importance of collaborative research between business and academia to address our real concerns of the effect of lighting on plants and animals and the importance of managing light levels in our urban environment in a sustainable way.” Light pollution is associated with earlier tree budburst across the United Kingdom by Richard H. ffrench-Constant, Robin Somers-Yeates, Jonathan Bennie, Theodoros Economou, David Hodgson, Adrian Spalding and Peter K. McGregor is published in the journal Proceedings of the Royal Society B.

 

Siehe auch Bericht auf WUWT.

 

Um Antwort wird gebeten: Inhaltlicher Fehler in Harald Leschs Klima-Video

Von: Dr. habil. Sebastian Lüning
An: ZDF-Fernsehrat

Gesendet: 19.7.2016
Antwort: (noch) unbeantwortet

 

Sehr geehrter Fernsehrat,

Im Youtube-Kanal “Terra X Lesch & Co” veröffentlichten Prof. Harald Lesch und die Terra X-Redaktion am 29. Juni 2016 den Video-Beitrag “Das AfD-Programm wissenschaftlich geprüft”.
https://www.youtube.com/watch?v=legMiI6RUuQ

Ich bin kein Anhänger der AfD, erwarte jedoch eine wissenschaftlich korrekte Darstellung der Klimaproblematik. Im Video behauptet Prof. Lesch ab Minute 4:10, dass die gängigen Klimamodelle die historisch-geologisch ermittelte Klimaentwicklung gut reproduzieren können. Hier irrt Lesch. Der Weltklimarat IPCC hat in seinem letzten Klimabericht AR5 in Kapitel 5.3.5 der Arbeitsgruppe 1 ausdrücklich eingeräumt, dass die Modellierung der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) vor (1000 n.Chr.) misslungen ist.
https://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/wg1/WG1AR5_Chapter05_FINAL.pdf

Die MWP stellt eine wichtige Vergleichsperiode für die moderne Erwärmungsphase dar. Jüngere Arbeiten haben die unerwartete Schere zwischen Modellen und realer Temperaturentwicklung noch einmal bestätigt:

–Wilson et al. 2016: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0277379115301888?np=y
–Luterbacher et al. 2016: http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/11/2/024001

Es geht um den folgenden Punkt im AfD-Programm:

Der IPCC versucht nachzuweisen, dass die von Menschen verursachten CO2-Emissionen zu einer globalen Erwärmung mit schwerwiegenden Folgen für die Menschheit führen. Hierzu beruft man sich auf Computermodelle, deren Aussagen durch Messungen oder Beobachtungen nicht bestätigt werden.

Die [folgende] Aussage von Prof. Lesch im Video hierzu ist daher nachweislich falsch:

“Diese Aussage ist nicht korrekt.”

Die AfD-Aussage ist vielmehr richtig. Aus wissenschaftlicher Sicht ist einzuräumen, dass es bedeutende Probleme mit den Modellen bei der sogenannten Rückwärtmodellierung (“Hindcast”) gibt, die Prof. Lesch hier irreführenderweise unerwähnt lässt. Angesichts der großen Bedeutung des Themas ‘Klimawandel’ für die Gesellschaft und der großen Multiplikatorwirkung des ZDF (bislang eine Viertel Millionen Zuseher des Videos), möchte ich Sie bitten, das Video so lange aus dem Netz zu nehmen bzw. mit einem gut sichtbaren Korrekturhinweis zu versehen, bis der bedauerliche inhaltliche Fehler behoben ist. Vielen Dank im voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. habil. Sebastian Lüning

 

Antarktisches Meereiswachstum ist Folge des kühlenden pazifischen Ozeanzyklus

Jetstream, Rossby-Welle, Jetstream-Welle. Die Klimawissenschaften können ziemlich kompliziert sein und die Fachbegriffe wirken abschreckend. Will man sich die Rossby-Wellen wirklich antun? Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat damit vor einigen Jahren kräftig Klimaalarmstimmung produziert. Mittlerweile wissen wir aus neuesten Studien, dass dies wohl ziemlicher Quatsch war (siehe unseren Blogartikel “Und wieder lag das PIK daneben: Blockierte Wetterlagen werden im Zuge der Klimaerwärmung seltener werden“). Am 13. Juni 2016 versuchte es Scinexx noch einmal mit dem Thema:

Grönland: Rekordschmelze durch Jetstream-Welle
Fatale Feedbackschleife von Atmosphärenströmung und arktischer Erwärmung.
Arktischer Teufelskreis: Im letzten Sommer wanderte der atmosphärische Jetstream über Grönland so weit nach Norden wie nie zuvor – und löste dort eine Rekordschmelze aus, wie Forscher im Fachmagazin “Nature Communications” berichten. Das Fatale daran: Die Erwärmung der Arktis fördert solche Verschiebungen des Jetstreams und die wiederum heizen die Arktis auf – ein echter Teufelskreis.

Ist es nicht seltsam, dass Scinexx zu einer anderen aktuellen Studie beredt schweigt, die am 12. Junil 2016 in den Geophysical Research Letters erschien? Ein Forscherteam um Daniel Kennedy berichtete dort, dass blockierte Wetterlagen im Zuge des Klimawandels vermutlich seltener werden.

Der Jetstream ist jedoch ziemlich vielseitig. Wenn es schon in Grönland nicht richtig mit dem Klimaalarm klappt, dann vielleicht am Äquator? Klimadramatiker Robert Scribbler und Paul Beckwith (selbsternannter “Climate System Scientist”, in Wirklichkeit aber Master in Laseroptik) schlugen Ende Juni 2016 Alarm. Einer der Jetstreams hatte vor kurzem den Äquator überquert. Das muss doch sicher eine Folge des menschengemachten Klimawandels sein, befürchteten sie. Klimaprofi Roy Spencer überprüfte die Behauptung und fällte ein vernichtendes Urteil: Äquatorüberquerende Jetstreams hat es schon immer gegeben. Das räumt übrigens sogar Hockeystick-Michael-Mann ein. Robert und Paul, setzen, sechs.

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Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Landes- und Naturschutz (NLWKN) stellte Ende Juni 2016 seinen Jahresbericht vor. In einer Pressemitteilung schaffte es die Behörde doch tatsächlich gleich im ersten Absatz, sich selbst zu widersprechen:

Noch ist Niedersachsen weitgehend verschont geblieben, doch die Gefahren durch extreme Wetterereignisse sind längst im Fokus des NLWKN: „Die Folgen des Klimawandels sind unübersehbar und werden nach unserer gemeinsamen Einschätzung immer häufiger und intensiver auftreten”, sagte Staatssekretärin Almut Kottwitz am Donnerstag vor Journalisten in Norden anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts des NLWKN.

Einerseits ist das Bundesland noch weitgehend von den Folgen des Klimawandels verschont geblieben, andererseits wären die Folgen bereits unübersehbar. Wie soll das zusammenpassen? Murks hoch drei.

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Nun ist es amtlich: Das antarktische Meereis hat laut Pressemitteilung der ‘Research Organization of Information and Systems’ vom 29. Juni 2016 fast nichts mit der Temperatur zu tun:

Changes in Antarctic sea ice production due to surrounding ice conditions.

Impact of the changes to the ice sheet on global ocean circulation

The high sea ice production of Antarctic coastal polynyas is attributable to the formation of Antarctic Bottom Water (AABW), which is a driving force for global ocean circulation. Sea ice production varies year to year as well as seasonally; however, there are various explanations for the factors that increase or decrease this production, such as wind, temperature, and surrounding ice conditions, which have not been understood till date.

Dr Takeshi Tamura at National Institute of Polar Research, Japan, and his research team developed an algorithm for calculating sea ice production from satellite remote sensing data, and were the first in the world to succeed in mapping sea ice production in both the Arctic and Antarctic regions. In this study, this algorithm was used to analyze long-term (1992-2013) sea ice production in the 13 main Antarctic coastal polynyas, and the average values (Figure 2) and annual variability of sea ice production were calculated. Furthermore, the sea ice production volume was verified by bio-logging the data of Elephant seals (Mirounga Lenonina).

These results show that sea ice production decreased in years when major events such as an ice shelf collapse or the collapse of a glacier occurred. The results also indicate that sea ice production increases in polynyas wherein off-shore first-year ice has decreased. Dr Tamura states that “With Antarctic coastal polynyas, changes to surrounding ice such as ice shelves and glaciers, fast ice, and off-shore first-year ice play a more important role in sea ice production than wind and temperature, such as what the Southern Annular Mode (SAM) does.”

Furthermore, he comments that, “Antarctic coastal polynyas — in which there is large annual variability in sea ice production — are areas of the sea in which ice shelf fusion has accelerated in recent years. There is a possibility that these will have a large impact on changes to Antarctic Bottom Water (AABW) in the future, and therefore monitoring is essential.”

Source: National Institute of Polar Research, Japan

Knapp eine Woche später legte die University Corporation of Atmospheric Research (UCAR) nach und erklärte ihrerseits, das unerwartete Wachstum des antarktischen Meereises wäre durch die natürliche Variabilität bedingt. Schon länger haben sich die Modellierer die Haare gerauft, weshalb ihre theoretischen Berechnungen in der Antarktis vollkommen daneben lagen. Das Meereis wuchs, während es in den Modellen schmolz (siehe unseren Blogbeitrag “Klimamodellierer haben ein riesiges Problem: Modelle können Zunahme des antarktischen Meereises nicht reproduzieren“). Nun ist endlich der Groschen gefallen: Der pazifische Ozeanzyklus drückt derzeit die Temperaturen und lässt das Eis wachsen. Warum nicht gleich so? Früher wollte man den systematischen Einfluss der Ozeanzyklen einfach nicht wahrhaben, denn die Konsequenz ist enorm: Wenn der Ozeanzyklus jetzt kühlt, dann hat er 1980-2000 wohl gewärmt. Leider hatte man diese Erwärmung bislang voll und ganz dem CO2 zugemessen, das nun folglich viel weniger stark wärmt als lange gedacht. Im Folgenden die Pressemitteilung der UCAR:

Expanding Antarctic sea ice linked to natural variability

Climate models that capture Pacific variability also capture recent trend

The recent trend of increasing Antarctic sea ice extent — seemingly at odds with climate model projections — can largely be explained by a natural climate fluctuation, according to a new study led by the National Center for Atmospheric Research (NCAR). The study offers evidence that the negative phase of the Interdecadal Pacific Oscillation (IPO), which is characterized by cooler-than-average sea surface temperatures in the tropical eastern Pacific, has created favorable conditions for additional Antarctic sea ice growth since 2000. The findings, published in the journal Nature Geoscience, may resolve a longstanding mystery: Why is Antarctic sea ice expanding when climate change is causing the world to warm? The study’s authors also suggest that sea ice may begin to shrink as the IPO switches to a positive phase.

“The climate we experience during any given decade is some combination of naturally occurring variability and the planet’s response to increasing greenhouse gases,” said NCAR scientist Gerald Meehl, lead author of the study. “It’s never all one or the other, but the combination, that is important to understand.” Study co-authors include Julie Arblaster of NCAR and Monash University in Australia, Cecilia Bitz of the University of Washington, Christine Chung of the Australian Bureau of Meteorology, and NCAR scientist Haiyan Teng. The study was funded by the U.S. Department of Energy and by the National Science Foundation, which sponsors NCAR.

Expanding ice

The sea ice surrounding Antarctica has been slowly increasing in area since the satellite record began in 1979. But the rate of increase rose nearly five fold between 2000 and 2014, following the IPO transition to a negative phase in 1999. The new study finds that when the IPO changes phase, from positive to negative or vice versa, it touches off a chain reaction of climate impacts that may ultimately affect sea ice formation at the bottom of the world. When the IPO transitions to a negative phase, the sea surface temperatures in the tropical eastern Pacific become somewhat cooler than average when measured over a decade or two. These sea surface temperatures, in turn, change tropical precipitation, which drives large-scale changes to the winds that extend all the way down to Antarctica.

The ultimate impact is a deepening of a low-pressure system off the coast of Antarctica known as the Amundsen Sea Low. Winds generated on the western flank of this system blow sea ice northward, away from Antarctica, helping to enlarge the extent of sea ice coverage. “Compared to the Arctic, global warming causes only weak Antarctic sea ice loss, which is why the IPO can have such a striking effect in the Antarctic,” said Bitz. “There is no comparable natural variability in the Arctic that competes with global warming.”

Sifting through simulations

To test if these IPO-related impacts were sufficient to cause the growth in sea ice extent observed between 2000 and 2014, the scientists first examined 262 climate simulations created by different modeling groups from around the world. When all of those simulations are averaged, the natural variability cancels itself out. For example, simulations with a positive IPO offset those with a negative IPO. What remains is the expected impact of human-caused climate change: a decline in Antarctic sea ice extent.

But for this study, the scientists were not interested in the average. Instead, they wanted to find individual members that correctly characterized the natural variability between 2000-2014, including the negative phase of the IPO. The team discovered 10 simulations that met the criteria, and all of them showed an increase in Antarctic sea ice extent across all seasons. “When all the models are taken together, the natural variability is averaged out, leaving only the shrinking sea ice caused by global warming,” Arblaster said. “But the model simulations that happen to sync up with the observed natural variability capture the expansion of the sea ice area. And we were able to trace these changes to the equatorial eastern Pacific in our model experiments.”

Scientists suspect that in 2014, the IPO began to change from negative to positive. That would indicate an upcoming period of warmer eastern Pacific Ocean surface temperatures on average, though year-to-year temperatures may go up or down, depending on El Niño/La Niña conditions. Accordingly, the trend of increasing Antarctic sea ice extent may also change in response. “As the IPO transitions to positive, the increase of Antarctic sea ice extent should slow and perhaps start to show signs of retreat when averaged over the next 10 years or so,” Meehl said.

About the article
Title: Antarctic sea-ice expansion between 2000 and 2014 driven by tropical Pacific decadal climate variability. Authors: Gerald A. Meehl, Julie M. Arblaster, Cecilia M. Bitz, Christine T. Y. Chung, and Haiyan Teng

Lassen sich die beiden Studien irgendwie miteinander vereinbaren?

 

Sonne in der Krise. Warm anziehen!

Allmonatlich berichten Frank Bosse und Fritz Vahrenholt an dieser Stelle über die Entwicklung der Sonnenaktivität, die in der Vergangenenheit und vermutlich auch Gegenwart einen maßgeblichen Einfluss auf das Klimageschehen ausübt. Im Juni 2016 ist es nun passiert: Die Sonne war komplett fleckenlos (siehe auch Berichte im Blog wobleibtdieglobaleerwaermung und in der Daily Mail):

 Abbildung 1: Fleckenlose Sonne am 3. Juni 2016. Quelle: NASA.

 

Ist unsere Sonne nicht hübsch, wenn sie so ganz sauber und fleckenlos leuchtet? Der Berliner Kurier reagierte am 29. Juni 2016 und warnte unter Verweis auf das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) vor drastischen klimatischen Folgen (siehe auch Bericht auf notrickszone):

Wissenschaftler warnen Europa droht eine neue Eiszeit – im Miniformat
[...] Europa droht eine Mini-Eiszeit. Auf diese Schlussfolgerung sind Solarphysiker des Potsdamer Instituts für Klimafolgeforschung gekommen, die sich mit der Sonnenaktivität auseinandergesetzt haben. In den kommenden Jahren wird diese immer weiter abnehmen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass es immer kälter wird. Die Wissenschaftler sprechen von einer „Kleinen Eiszeit“, wie das Wetterportal wetter.at berichtet. [...]

In der Tat ist wohl mit einer Abkühlung zu rechnen. Während der letzten ‘Kleinen Eiszeit’ vor dreihundert Jahren war die Sonne viele Jahrzehnte lange nahezu fleckenlos. Aber es wundert schon sehr, dies aus Richtung des PIK zu hören, wo man doch jahrelang abgestritten hat, dass die Sonne überhaupt einen größeren Klimaeinfluss haben könnte. Wir schauen nach, ob das PIK vielleicht eine Pressemitteilung hierzu herausgegeben hat. Leider Fehlanzeige. Auf welche Studie bezieht sich der Berliner Kurier? Wir schauen im zitierten wetter.at-Beitrag nach und finden diesen Hinweis:

Grund für die lokal begrenzten Auswirkungen könnten Veränderungen der Winde in der Troposphäre, der untersten Atmosphärenschicht, sein. Heizt sich die darüber gelegene Stratosphäre nur schwach auf, reißen die milden Starkwinde vom Atlantik in der Troposphäre ab. Stattdessen wären Großbritannien und Mitteleuropa dann dem Einfluss kalter Winde aus dem Nordosten ausgesetzt. Während lokale Effekte möglich sind, hat die Sonnenaktivität jedoch kaum Einfluss auf die globale Erderwärmung. Auch ein neues solares Minimum würde die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 nur um 0,3 Grad Celsius bremsen, ergab eine Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung.

Vermutlich bezieht sich der Autor auf eine alte Studie von Feulner und Rahmstorf aus dem Jahr 2010 in den Geophysical Research Letters:

On the effect of a new grand minimum of solar activity on the future climate on Earth
The current exceptionally long minimum of solar activity has led to the suggestion that the Sun might experience a new grand minimum in the next decades, a prolonged period of low activity similar to the Maunder minimum in the late 17th century. The Maunder minimum is connected to the Little Ice Age, a time of markedly lower temperatures, in particular in the Northern hemisphere. Here we use a coupled climate model to explore the effect of a 21st-century grand minimum on future global temperatures, finding a moderate temperature offset of no more than −0.3°C in the year 2100 relative to a scenario with solar activity similar to recent decades. This temperature decrease is much smaller than the warming expected from anthropogenic greenhouse gas emissions by the end of the century.

So kennen wir das PIK, Fall geklärt. Von wegen Kleiner Eiszeit. Das PIK verkündet, jegliche sonnenbedingte Abkühlung würde durch die stark wärmenden Treibhausgase mehr als wett gemacht. Dabei machen die Potsdamer zwei altbekannte Fehler. Zum einen ignorieren sie, dass die CO2-Klimasensitivität wohl viel niederiger ausfällt als lange vom IPCC angenommen. Zum anderen übersehen sie, dass die vergangene Kleine Eiszeit keineswegs ein regionales europäisches Phänomen war, sondern weltweit wirkte, was seit 2014 amtlich ist (siehe unseren Blogbeitragt “Studie der University of Gloucestershire: Kleine Eiszeit war global und extremste Kältephasen ereigneten sich zu Zeiten schwacher Sonnenaktivität“). Das Ergebnis: Multiple Konfusion bei Instituten, Medien und Lesern. Zum Glück gibt es neuere Studien, z.B. Ineson et al. 2015 in Nature Communications, die vor allem Temperatureffekte durch die verringerte UV-Strahlung annehmen:

Regional climate impacts of a possible future grand solar minimum
Any reduction in global mean near-surface temperature due to a future decline in solar activity is likely to be a small fraction of projected anthropogenic warming. However, variability in ultraviolet solar irradiance is linked to modulation of the Arctic and North Atlantic Oscillations, suggesting the potential for larger regional surface climate effects. Here, we explore possible impacts through two experiments designed to bracket uncertainty in ultraviolet irradiance in a scenario in which future solar activity decreases to Maunder Minimum-like conditions by 2050. Both experiments show regional structure in the wintertime response, resembling the North Atlantic Oscillation, with enhanced relative cooling over northern Eurasia and the eastern United States. For a high-end decline in solar ultraviolet irradiance, the impact on winter northern European surface temperatures over the late twenty-first century could be a significant fraction of the difference in climate change between plausible AR5 scenarios of greenhouse gas concentrations.

Wir schauen kurz in die Wintermodellierung aus dem Paper hinein (Abbildung 2). Es fröstelt uns: Die Wintertemperaturen in Deutschland werden laut neuem Modell nochmal um mehr als ein halbes Grad absacken.

Abbildung: Veränderte Wintertemperatur im neuen Modell gegenüber dem alten Modell. Quelle: Ineson et al. 2015.

 

Die Daily Mail berichtete am 23. Juni 2015 über die Arbeit:

Wrap up, a Mini Ice Age may be heading our way! Met Office issues warning that temperatures could plummet as Sun enters cooler phase 

  • The last big chill was felt hundreds of years ago when Frost Fairs were held on the frozen River Thames
  • The prediction is based on counting sun spots – dark patches on the sun – that are hot spots and signs of increased solar activity
  • The Met Office said the new freeze will not be enough to cancel out the effects of global warming

Weiterlesen in der Daily Mail. Weitere Berichte zur Ineson-Studie erschienen auf WUWT und im Guardian. Anhänger des Klimakatastrophismus ärgerten sich sehr (z.B. Climate Progress). Immerhin ist die aufziehende Sonnenflaute nun anerkannt. In den kommenden Jahrzehnten macht die Sonne erstmal Pause. Vielleicht sogar mit Abkühlung. Nachzulesen in etlichen jüngeren Publikationen. Siehe z.B. Beiträge von Jorge Sanchez-Sesma (via Judith Curry), Sunday Express, The Telegraph, ntv (in einem späteren Beitrag relativiert), CNN, JoNova, EIKE/WUWT, Royal Astronomical Society, Focus, Warwick Hughes. Besonders schön aus Kalte-Sonne-Redaktionssicht der Titel der thailändischen Zeitung The Nation aus dem November 2015:

Cold sun rising

Die spanische Forschungsplattform sinc erläuterte am 2. Februar 2015 per Pressemitteilung die aktuelle solare Schwächephase:

The Sun’s activity in the 18th century was similar to that now

Counting sunspots over time helps in knowing the activity of our star but the two indices used by scientists disagree on dates prior to 1885. Now an international team of researchers has tried to standardise the historical results and has discovered that, contrary to what one may think, the solar activity of our times is very similar to that of other times, such as the Enlightenment.

Scientists have been counting sunspots since 1610 with small telescopes. Thus it has been verified that the Sun’s activity increases every eleven years, according to the interval in the growth of the number of darker and colder spots in comparison with the rest of its surface. The more spots that appear, the more luminous the surrounding areas are, and our star shines brighter.

Nonetheless, the eleven-year cycles do not always have the same intensity. The more intense peaks of the Sun’s luminosity were produced in the 20th century, which experts have called the ‘modern maximum’. However, an international team of scientists has reviewed the historical data and has verified that there were also elevated values in other periods.

“It has been a huge surprise to observe that in the 18th century the levels of the Sun’s activity were practically the same as they are now,” points out José M. Vaquero, researcher at the University of Extremadura (Spain) and co-author of the research, a review of the number of sunspots recorded in the last 400 years.

The results, published in the journal ‘Space Science Reviews’, also reveals that in other periods the opposite occurred, such as the Maunder minimum (1645-1715), when the sunspots practically disappeared and solar activity was drastically reduced.

“A proper estimate of the past and present activity of the Sun, our main source of light and heat, is crucial in understanding numerous phenomena that occur on Earth, especially to rule out the role of the Sun in global warming,” says Vaquero, “but we come up against the problem that two indices or ways of calculating historical solar activity exist, and their data does not coincide when describing what happened before the 20th century”.

Discrepancy between European and American indices

The first index is the ‘International Sunspot Number’ or Wolf number, thought up by the Swiss astronomer Rudolf Wolf in 1849. It is currently the method followed by the Royal Observatory of Belgium, aided by a network of more than a hundred other astronomical observatories, the majority amateur. The second version is the ‘Group Sunspot Number’, and was created by US scientists Douglas V. Hoyt and K.H. Schatten in 1998.

“Unfortunately these two series only coincide in the more recent period, from approximately 1885 onwards,” points out Vaquero. “In the previous periods, the US index shows a much lower level of solar activity than the European one, and this causes confusion and contradictions when the number of sunspots is used in modern research regarding the solar dynamo or the solar forcing on the Earth’s climate system, for example”.

The historical study of sunspots has led to the detection of several errors in the two versions. Their authors, from centres such as the Royal Observatory of Belgium, Stanford University and the US National Solar Observatory, have also been able to correct some of the detected incidents.

To carry out this research, Spain has provided information from the catalogue of sunspots from the Observatory of the University of Valencia, created between 1920 and 1928 before its fire, and data from the Astronomical Observatory of Madrid recorded between 1876 and 1986.

References:

Frédéric Clette, Leif Svalgaard, José M. Vaquero y Edward W. Cliver. “Revisiting the Sunspot Number A 400-Year Perspective on the Solar Cycle”. Space Science Reviews, 2014. Doi: 10.1007/s11214-014-0074-2.

A. J. P. Aparicio, J. M. Vaquero, V. M. S. Carrasco, M. C. Gallego. “Sunspot Numbers and Areas from the Madrid Astronomical Observatory (1876 – 1986)” y “Sunspot Catalogue of the Valencia Observatory (1920-1928)”. Solar Physics 289 (11), 2014.

In die gleiche Richtung geht ein Paper von Ahluwalia (2014):

Sunspot activity and cosmic ray modulation at 1 a.u. for 1900–2013
The descent of sunspot cycle 23 to an unprecedented minimum of long duration in 2006–2009 led to a prolonged galactic cosmic ray (GCR) recovery to the highest level observed in the instrumental era for a variety of energetic charged particle species on Earth, over a wide range of rigidities. The remarkable GCR increase measured by several ground-based, balloon-borne, and detectors on a satellite is described and discussed. It is accompanied by a decrease in solar wind velocity and interplanetary magnetic field at 1 a.u., reaching the lowest values since measurements of the solar wind began in October 1963; the solar polar field strength (μT) measured at the Wilcox Solar Observatory (WSO) is also significantly reduced compared to prior cycles since the start of the program in 1976, the polar field in the northern hemisphere reversed in June 2012 and again in February 2014, that in the southern hemisphere reversed in July 2013. If updates of WSO data confirm the second reversal in northern solar hemisphere, it would pose a serious challenge to the Dynamo Theory. The long-term change in solar behavior may have begun in 1992, perhaps earlier. The physical underpinnings of these solar changes need to be understood and their effect on GCR modulation processes clarified. The study discusses the recent phenomena in the context of GCR modulation since 1900. These happenings affected our empirical predictions for the key parameters for the next two sunspot cycles (they may be progressively less active than sunspot cycle 24) but it enhanced support for our prediction that solar activity is descending into a Dalton-like grand minimum in the middle of the twentyfirst century, reducing the frequency of the coronal mass ejections; they determine the space weather affecting the quality of life on Earth, radiation dose for hardware and human activities in space as well as the frequency of large Forbush decreases at 1 a.u.

McCracken & Beer (2014) fanden in einem historischen Vergleich, dass sich große Solarminima über bis zu fünf 11-Jahres-Schwabezyklen entwickeln, bis der Kernbereich des Minimums erreicht ist. Der aktuell schwache Solarzyklus passt daher gut in diese Abwärtsrampe.

Zolotova & Ponyavin (2014) fragten im Journal of Geophysical Research:

Is the new Grand minimum in progress?
The sunspot numbers and polar faculae are analyzed to demonstrate that the current solar activity is close to the Grand minimum. Notably protracted Cycle 23 is found to be similar to the cycles on the eve of the Dalton and Gleissberg–Gnevyshev minima. The polar faculae as proxy of the polar field replicate variations of the sunspot cycle amplitude over the last 100 years. The weak sunspot activity of Cycle 24 is assumed to result in the weak polar field.

Fragen im Titel scheinen in Mode sein, Shapoval et al. 2014 :

Is a sudden increase of irregularity of sunspot numbers a precursor of a return to low solar activity?

Fassen wir zusammen: Die Sonne schwächelt, und es wird in den kommenden Jahrzehnten noch ärger. Der Einfluss der solaren Flaute auf die globale Durchschnittstemperatur ist kühlend. Glaubt man IPCC-nahen Forschern, hält sich der Klimaeffekt in Grenzen. Schaut man jedoch in die vorindustrielle Vergangenheit, dann wird schnell klar, dass man sich hier etwas vormacht. Freunde, es wird kalt!

 

AWI: Ostküsten Südafrikas, Asiens, Australiens und Südamerikas werden vielleicht stürmischer

Das Alfred-Wegener-Institut (AWI) gab am 28. Juni 2016 im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt, dass man in Zukunft an den Ostküsten Südafrikas, Asiens, Australiens und Südamerikas mit mehr Stürmen zu rechnen habe. Die gute Nachricht: Europa ist nicht betroffen:

Klimawandel: Ozeanische Randströme werden stärker und verlagern sich Richtung Pol

Veränderung bedeutet u.a. mehr Wärme und Winterstürme für Asien; Golfstrom bildet Ausnahme
Die Erwärmung der Erde führt zu grundlegenden Veränderungen wichtiger Meeresströmungen. Wie Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes in einer neuen Studie zeigen, werden die vom Wind angetriebenen subtropischen Randströmungen auf der Nord- und Südhalbkugel bis zum Ende dieses Jahrhunderts nicht nur stärker. Der Kuroshio-Strom, der Agulhasstrom und andere Meeresströmungen verlagern ihre Pfade auch Richtung Pol und bringen mehr Wärme und somit Sturmgefahr in die gemäßigten Breiten. Für die Studie hatten die Forscher eine Vielzahl unabhängiger Beobachtungsdaten und Klimasimulationen ausgewertet. Sie zeigen für alle Randströme das gleiche Muster. Die einzige Ausnahme bildet der Golfstrom. Er wird sich den Daten zufolge in den kommenden Jahrzehnten abschwächen. Die Studie ist heute im Fachjournal Journal of Geophysical Research erschienen.

An den Ostküsten Südafrikas, Asiens, Australiens und Südamerikas werden das Wetter und das Klima in den nächsten 100 Jahren deutlich wärmer und vermutlich auch deutlich stürmischer werden als im globalen Durchschnitt. Der Grund dafür sind bereits beginnende Veränderungen der „westlichen Randströme“, die das Wettergeschehen in diesen Küstenregionen maßgeblich beeinflussen.

Diese Oberflächenströmungen werden vom Wind angetrieben und zählen mit Fließgeschwindigkeiten von bis zu neun Kilometern pro Stunde zu den schnellsten Meeresströmungen überhaupt. Sie reichen bis in eine Tiefe von 1000 Metern und transportieren warme Wassermassen aus den Tropen in die Küstengebiete der gemäßigten Breiten. Der in Europa bekannteste westliche Randstrom ist der Golfstrom. Weltweit zählen aber auch der Kuroshio-Strom vor der Küste Japans, der Brasilstrom vor der Ostküste Südamerikas, der Ostaustralien-Strom sowie der Agulhasstrom vor der Ostküste Südafrikas dazu.

Den Veränderungen sind Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) bei einer großen Vergleichsanalyse von elf voneinander unabhängigen Klimadatensätzen auf die Spur gekommen. Die Wissenschaftler hatten darin zum einen ozeanografische Beobachtungsdaten sowie Satellitendaten zum Wärmeverlust der Strömungen aus den Jahren 1958 bis 2001 ausgewertet. Zum anderen berücksichtigten sie Simulationen für vergangenes und zukünftiges Klima sowie Kennzahlen zur Fließgeschwindigkeit der Strömungen, zur Wassertemperatur und zum Luftdruck an der Meeresoberfläche.

„Unsere Analyse zeigt, dass die Oberflächentemperatur der Randströme in den zurückliegenden Jahrzehnten zwei- bis dreimal stärker angestiegen ist als dies in den restlichen Meeresregionen der Fall war. Außerdem geben die Strömungen heutzutage 20 Prozent mehr Wärme an die Luft ab als noch vor 50 Jahren, was darauf schließen lässt, dass die Wassertemperatur gestiegen ist, sich ihr Fließtempo erhöht hat und sie mehr Wasser und damit auch mehr Wärme aus den Tropen polwärts transportieren. Ausgelöst wurden diese Veränderungen durch zunehmende Winde in beiden Hemisphären“, erklärt AWI-Klimaforscher und Studienerstautor Hu Yang.

Wo das Meer mehr Wärme abgibt, steigt möglicherweise die Sturmwahrscheinlichkeit. „Japan, China und Korea zum Beispiel werden in den kommenden Jahrzehnten vor allem im Winter mit steigenden Lufttemperaturen rechnen müssen, weil der Kuroshio-Strom mehr Wärme transportieren und sich mit dem Wind Richtung Norden verlagern wird. Diese Wärme wird den Zustand der Atmosphäre dahingehend verändern, dass Stürme in dieser Region wahrscheinlicher werden. Für den Ostaustralien-Strom, den Brasil-Strom und den Agulhasstrom auf der Südhalbkugel sagen unsere Analysen eine Verlagerung Richtung Süden vorher, denn auch dort verschieben sich die Winde Richtung Pol“, erklärt Co-Autor Prof. Gerrit Lohmann, Klimamodellierer am Alfred-Wegener-Institut.  

Der Golfstrom wird sich abschwächen

Wärmer, stärker, polwärts – dieses Muster gilt den Ergebnissen zufolge für alle westlichen subtropischen Randströme. Die einzige Ausnahme bildet der Golfstrom: „Für ihn sagen unsere Ergebnisse eine langfristige Abschwächung vorher. Der Grund dafür ist, dass der Golfstrom nicht nur allein durch den Wind angetrieben wird, sondern auch mit der thermohalinen Zirkulation gekoppelt ist. Diese wird oft auch als globales Förderband bezeichnet. Unseren Ergebnissen zufolge wird die Kraft dieses Förderbandes langfristig abnehmen – und zwar in einer Größenordnung, die das Plus des zunehmenden Windes mehr als kompensiert. Gäbe es den Einfluss dieser Zirkulation nicht, würde auch der Golfstrom dem Muster der anderen Randströme folgen“, erläutert Gerrit Lohmann.

Weitreichende Folgen befürchten die Klimawissenschaftler auch für die Tier- und Pflanzenwelt der Küstenregionen. „Da die Strömungen mehr Wärme in die gemäßigten Breiten bringen und dazu noch weiter Richtung Norden bzw. Süden vordringen, werden viele Arten gezwungen sein, in kältere Regionen abzuwandern. Manche werden dazu nicht in der Lage sein“, erläutert Gerrit Lohmann eine mögliche Konsequenz der beobachteten und prognostizierten Veränderungen.     

Abbildungsquelle: AWI.

 

Originalpublikation: Hu Yang, Gerrit Lohmann, Wei Wei, Mihai Dima, Monica Ionita, Jiping Liu: Intensification and Poleward Shift of Subtropical Western Boundary Currents in a warming climate, Journal of Geophysical Research, DOI: 10.1002/2015JC011513

Wie üblich bei Modellen, sollte man hier eine gehörige Portion Skepsis anbringen. Es ist zu befürchten, dass die Wissenschaftler noch immer mit den stark überhitzten IPCC-Klimamodellen rechnen, obwohl neuere Forschungen eine deutliche Reduktion der CO2-Klimasensitivität andeuten. Insofern müssen die mit so viel Mühe durchgeführten Modellierungen des AWI vermutlich bald schon wieder überarbeitet werden.

Über den Golfstrom haben wir an dieser Stelle bereits mehrfach berichtet. Bislang ist von der prognostizierten Abschwächung nichts zu spüren.

 

Das große Mangrovensterben in Australien und der Klimawandel

Von Uli Weber

Die Medien meldeten vor einigen Tagen ein massives Mangrovensterben in Australien, z.B. Bildzeitung am 11. Juli 2016:

Klima: Massives Mangroven-Sterben in Nordaustralien entdeckt
Ein massives Mangrovensterben im Norden Australiens hat Wissenschaftler alarmiert. Am Golf von Carpentaria an der Nordküste wurde bei Überflügen eine Fläche von bis zu 10 000 Hektar toter Mangrovenpflanzen entdeckt. Das Ausmaß sei beispiellos und besorgniserregend, sagte Mangrovenexperte Norm Duke von der James Cook-Universität am Montag im Fernsehen. Er sei schockiert. Er machte den Klimawandel dafür verantwortlich. Die höheren Wassertemperaturen und spärlicheren Regenfälle hätten die Toleranzgrenze der Mangroven überschritten.

Textlich ziemlich gleichlautend zu finden beispielsweise auf sott.net, wetter.de oder stern.de. Immerhin erfährt man in diesen Artikeln auch noch Folgendes:

„…Nachträglich ausgewertete Satellitenaufnahmen zeigten, dass sich die Landschaft innerhalb von vier Wochen im September und Oktober vergangenen Jahres dramatisch verändert hat…“

Bereits am 20.07.12:55 Uhr ergibt dann eine Google-Suche mit den Stichworten „mangrovensterben australien“ ungefähr 90.100 Ergebnisse (0,47 Sekunden), aber keinen Hinweis auf die zugrundeliegenden Ursachen. Da die Abbildungen zum Mangrovensterben unter Copyright stehen, muss sich der interessierte Leser dort bitte selbst ein Bild machen. Die zugehörigen Bilder im Artikel sehen sehr eigenartig aus. Eigentlich ist der abgebildete Mangrovenwald eher atypisch, aber das mag ja in Australien ganz anders sein.

Ein weiteres Bild zeigt offenbar abgestorbene Mangroven auf einer (vorgelagerten?) Sandbank, während auf dem Festland (?) anscheinend noch alles grün ist. Es ist zunächst einmal sehr erstaunlich, dass auf beiden Seiten eines (Gezeiten?)-Stroms ganz unterschiedliche Vegetation vorherrscht, tote Mangroven auf der einen und lebendige Bäume auf der anderen – und die toten Mangroven sind lt. Satellitenbildern erst im September/Oktober 2015 innerhalb von 4 Wochen abgestorben?!

Wie kann’s kommen? Das Klima hatte sich in Australien doch gar nicht so schlagartig geändert.

Abbildung: Temperaturentwicklung in Australien während der vergangenen 100 Jahre. Quelle: bom.gov.au.

 

Wenn es in dieser Abbildung überhaupt ein herausragendes Temperaturereignis gibt, dann wäre das eine Abkühlung in den Jahren 2011/2012 gewesen, aber schon gar nicht ein einzelnes herausragendes Ereignis im vergangenen September 2015.

Fassen wir zusammen: Eine Flugzeugbeobachtung über ein Mangrovensterben an der Bay of Carpentaria wird mit ein paar Schnappschüssen dokumentiert und sofort mit dem Klimawandel erklärt. Es macht in den berichtenden Medien auch niemanden stutzig, dass dieses Ereignis nicht etwa schleichend aufgetreten ist, was ja für den Klimawandel ausgesprochen typisch sein soll. Vielmehr stellt sich nach einer Auswertung von Satellitendaten heraus, dass dieses Gebiet von 100 qkm innerhalb von 4 Wochen abgestorben ist. Eine nähere Lokalisierung des Schadengebietes findet man dann auf ABC News, Zitat:

“…With the support of the NT Parks and Wildlife Commission he flew in a helicopter between the mouths of the Roper and McArthur Rivers.…”

Wenn man dann die dort genannten Flüsse als Suchbegriffe im Internet eingibt, findet man beispielsweise auch diesen Link auf mineralienatlas.de. Wikipedia sagt zu Arsenkies:

„…Arsenkies ist das wichtigste Ausgangsmineral zur Arsen-Gewinnung. Es enthält in reinem Zustand etwa 46 % Arsen, 34.3 % Eisen und 19,7 % Schwefel…“

Gibt es etwa Arsenopyritabbau am McArthur River? Die McArthur Mining sagt dazu jedenfalls gar nichts. Am Ende wird man wohl wieder einmal ganz erhebliche Klima-Forschungsgelder benötigen, um Genaueres herauszufinden. Aber wenn’s dann gar nicht der Klimawandel gewesen sein sollte, werden wir darüber wohl auch nichts mehr erfahren…

Die für die Alarmmeldung verantwortliche James Cook Universität ist uns übrigens aus der Vergangenheit bestens bekannt:

 

Rästelhafte Dürregeschichte Spaniens während der vergangenen 300 Jahre

Allmählich scheint sich herumzusprechen, dass die aktuellen Klimatrends zunächst in einen historischen vorindustriellen Kontext gesstellt werden müssen, bevor man weitreichende Schlussfolgerungen zu anthropogenen Ursachen zieht. Die spanische Forschungsplattform sinc veröffentlichte am 27. Juni 2016 eine Pressemitteilung zur Dürregeschichte Spaniens der vergangenen drei Jahrhunderte:

Radiography of drought periods in Spain from the last 318 years

The Mediterranean Basin has been witness to increased droughts for at least five decades, but has this always been the case? A team from the University of Zaragoza has been successful in reconstructing, for the first time, the droughts from 1694 to 2012 based on the precipitation index and the study of tree growth rings. According to the study, the twelve months leading up to July 2012 were the driest.

In the Mediterranean Basin, droughts are a recurring phenomenon that negatively impacts society, economic activities and natural systems. No one seems to doubt the fact that temperatures all over the world have risen in recent decades. However, this trend does not appear to be perceived as clearly when it comes to precipitation (for which data from 1950 onwards is available). Thus, up until now, the study on the recurrence and severity of droughts in Spain has been based on information from weather stations, with sufficient data only as of the mid-twentieth century.

To test the evolution of the droughts, scientists from the Department of Geography at the University of Zaragoza utilised indirect information, such as the study of tree growth rings, to reconstruct the climate of the Iberian Range as far back as 1694 and to analyse dry periods using the Standardised Precipitation Index (SPI). The researchers collected 336 samples and 45,648 growth rings from five different species (P. sylvestris, P. uncinata, P. nigra, P. halepensis, and Pinus pinaster) from 21 locations in the province of Teruel, in the east of the Iberian Peninsula, at an average altitude of 1,600 metres. The results, published in the ‘International Journal of Biometeorology’, made it possible to evaluate droughts from the last three centuries; they reveal that the twelve months leading up to July 2012 were the driest over the entire period studied. “We have been able to successfully identify seven especially dry periods and five wet periods since the end of the 17th century”, says Ernesto Tejedor to Sinc, the main author of the study.

The driest periods

According to the researchers, in addition to these periods there have been 36 extremely dry years and 28 very wet years since the end of the 17th century. “Some of these dry years, such as 1725, 1741, 1803 and 1879, are also identified in other drought reconstructions in Romania and Turkey, thus demonstrating the larger-scale coherence of the extreme deviations and their relationship with increasingly global atmospheric processes”, adds Tejedor.

Many of these extreme events are associated with catastrophic historical and cultural changes from the last three centuries. In fact, 1725 is known as ‘The year without a harvest’ in Monegros. These events are reflected in historical documents as the ‘pro-pluvia’ rogations, “since the intense droughts led to bad harvests with serious consequences for society”, comments Tejedor.

The reconstruction of droughts using dendrochronology does not make it possible to directly predict extreme future events, although these reconstructions are indeed used to validate future climate change models. “What we are seeing from the 20th century, and what we have seen so far in the 21st, is an increase in the recurrence of extreme phenomena, including both wet and dry years”, stresses the researcher to Sinc. For the expert, predictions for precipitation variability and trends are not yet reliable like those for temperature, as other factors which are still being studied also play a role.

Citation: Tejedor, Ernesto; de Luis, Martin; María Cuadrat, José; Esper, Jan; Angel Saz, Miguel. “Tree-ring-based drought reconstruction in the Iberian Range (east of Spain) since 1694” International Journal of Biometeorology 60(3): 361-372 DOI: 10.1007/s00484-015-1033-7 marzo de 2016

Anhand von Baumringen dokumentierten die Autoren 36 extrem trockene Jahre in Spanien während der letzten 318 Jahre. Etwas reißerisch erklären Sie 2011/2012 zum trockensten Jahr, was aus klimatischer Sicht aufgrund des Einzelereignis-Charakters wenig aussagekräftig ist. Viel interessanter wäre doch die Verteilung der dürrereichen Phasen über die Zeit. Hierzu schweigt die Pressemitteilung beredt, so dass wir uns die Originalgraphik aus dem Paper besorgt haben, um nachzuschauen:

Abbildung: Niederschlagsentwicklung für die Iberian Range in Spanien für die letzten 3 Jahrhunderte. Quelle: Tejedor et al. 2016b. Gelbe Bereiche markieren 11-jährige Dürrephasen. 

 

Wir erleben eine handfeste Überraschung. In Sachen Trend führt die Pressemitteilung etwas in die Irre. Zwar gibt es in der Tat eine Zunahme der Dürren im 20. Jahrhundert: In der zweiten Hälfte des 20. Jh. wurden zwei längere Dürrephasen registriert, während es in der ersten Hälfte eher feuchter war. Allerdings gab es auch im 18. und frühen 19. Jahrhundert eine Häufung von Dürrephasen, also mitten in der Kleinen Eiszeit. Das hätte gerne erwähnt werden können. Stattdessen schließt die Meldung damit, dass es für Trendaussagen noch zu früh wäre. Naja, momentan sieht es so aus, als wenn es wirklich gar keinen Langzeittrend über die Jahrhunderte gäbe. Es ist daher sicher falsch, aus den Dürren der letzten Jahrzehnte einen Trend zu konstruieren.

Ein Blick auf die letzte große Warmphase – die Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) vor 1000 Jahren – zeigt, wie kompliziert die Iberische Halbinsel ist, wenn es um die Niederschläge geht. Im Rahmen unseres MWP-Kartierprojektes haben wir einen zentralen Korridor auf der Iberischen Halbinsel identifiziert, in dem es während der MWP feuchter geworden ist (grüne Punkte in Abbildung). In den Randgebieten Iberiens wurde es während der MWP hingegen trockener (gelbe Punkte).

 

Der Klimawandel bringt der Sahelzone mehr Niederschlag

Deutschlandradio sprang am 6. Juli 2016 über seinen Schatten und überbrachte endlich einmal eine gute Klimanachricht:

Klingt paradox: Klimawandel bringt trockener Sahelzone Feuchtigkeit
Wenn es um den Klimawandel geht, ist selten von positiven Effekten die Rede – bis jetzt.

Weiterlesen bei Deutschlandradio

Wie funktionierts? Der Standard hatte bereits eine Woche zuvor berichtet:

Der Klimawandel bringt der Sahelzone mehr Niederschlag
Während der Mittelmeerraum von zunehmender Trockenheit geplagt wird, facht feuchte mediterrane Luft den westafrikanischen Monsun an
Der Klimawandel hat nicht nur einseitige Folgen: Die Erwärmung im Mittelmeerraum verursacht in der Region seit etwa 20 Jahren zunehmende Hitze und Trockenheit. In der Sahelzone sorgt sie hingegen offenbar für mehr Niederschlag. Wie Forscher des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI) in Hamburg in “Nature Climate Change” berichten, sind höhere Temperaturen des Mittelmeers die Hauptursache dafür, dass zu Beginn des westafrikanischen Monsuns im Juni mehr feuchte Luft aus dem östlichen Mittelmeer an den Südrand der Sahara gelangt.

Weiterlesen im Standard.

Hier die dazugehörige Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft vom 30. Juni 2016:

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Warmes Mittelmeer lässt Sahel ergrünen
Der menschengemachte Klimawandel trägt dazu bei, dass feuchte mediterrane Luft den westafrikanischen Monsun anfacht

Der Klimawandel kann auch zwiespältige Folgen haben: So führt die Erwärmung im Mittelmeerraum, die den dortigen Ländern seit etwa 20 Jahren größere Hitze und Trockenheit bringt, in der Sahelzone offenbar zu mehr Niederschlag. Denn wie Forscher des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature Climate Change berichten, sind höhere Temperaturen des Mittelmeers die Hauptursache dafür, dass zu Beginn des westafrikanischen Monsuns im Juni mehr feuchte Luft aus dem östlichen Mittelmeer an Südrand der Sahara gelangt. Und ihrer aktuellen Studie zufolge hängt von der Erwärmung des Mittelmeers auch entscheidend ab, wie sich der Niederschlag in der Sahelzone künftig entwickeln wird.

In kaum einer Region der Erde schwankt das Klima so stark wie in der Sahelzone. In diesem mehrere hundert Kilometer breiten Gebiet südlich der Sahara, das sich von der Atlantikküste des Senegals bis nach Eritrea am Roten Meer erstreckt, wird das Klima vom westafrikanischen Monsun geprägt: Der bringt von Juni bis September Regen in die gesamte Region, während dort im Winter Trockenheit herrscht. Die eigentliche Ursache für dieses Wetterphänomen ist der höhere Sonnenstand während der Sommermonate, durch den es in diesen Breiten heißer wird. Das wirkt sich an Land und im Ozean aber unterschiedlich stark aus, weil Wasser mehr Wärme aufnehmen kann. „Daher erwärmt sich das Land im Sommer stärker als der Ozean“, erläutert Jürgen Bader das Prinzip des Monsuns. „Luft steigt über dem warmen Kontinent auf, und als Folge strömt feuchte Luft vom Meer nach.“

Die Stärke des Monsuns hat sich dabei immer wieder verändert. Nach einer relativ feuchten Periode in den 1950er- und 1960er-Jahren wurde die Sahelzone bis Mitte der 1980er-Jahre von mehreren verheerenden Dürren heimgesucht, die insgesamt mehr als 100.000 Menschen das Leben kosteten. Seitdem nahm der Niederschlag überraschenderweise wieder zu. Dafür haben Jong-yeon Park, Jürgen Bader und Daniela Matei vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg nun die entscheidende Ursache gefunden. „Wir zeigen, dass die Erwärmung des Mittelmeers – die teilweise durch den menschengemachten Klimawandel hervorgerufen wird – der wichtigste Faktor hierfür ist“, sagt Daniela Matei. Und auch in Zukunft dürfte das Mittelmeer demnach eine entscheidende Rolle dabei spielen, ob es im Sahel mehr oder weniger regnet.

Wärmere Meere außerhalb der Tropen bringen mehr Niederschlag

Wie kräftig der Monsun im Sahel ist, hängt generell davon ab, wie unterschiedlich stark sich verschiedene Meeresregionen erwärmen. So führen Klimaforscher die Dürre während der 1970er- und 1980er-Jahre darauf zurück, dass sich die Meerestemperaturen sowohl im Atlantik als auch im indischen und pazifischen Ozean nach einem bestimmten Muster veränderten. Diese Veränderungen führten zu weniger Niederschlag in der Sahelzone.

Und unterschiedliche Temperaturen in verschiedenen Meeresgebieten erklären auch, warum es im Sahel seit den 1990er-Jahren wieder mehr regnet. „Es gibt sozusagen einen Kampf zwischen den verschiedenen Meeresregionen“, erläutert Jürgen Bader. „Steigen die Temperaturen der tropischen Meeresoberflächen, nimmt der Niederschlag in der Sahelzone ab. Steigende Temperaturen der Meeresoberflächen außerhalb der Tropen führen dagegen zu mehr Niederschlägen.“ Wie Jong-yeon Park nämlich nun durch Modellrechnungen für seine Doktorarbeit gemeinsam mit seinen beiden Betreuern Daniela Matei und Jürgen Bader herausgefunden hat, fiel der westafrikanische Monsun in den Sommern der vergangenen 20 Jahre ergiebiger aus als in den Jahrzehnten zuvor, weil sich das Mittelmeer stärker erwärmte als die tropischen Meeresgebiete. Der Temperaturunterschied zwischen diesen Meeresregionen wird demnach auch entscheidend dafür sein, wie sich der Niederschlag im Sahel künftig entwickeln wird.

Für die Rechnungen nutzte Jong-yeon Park die neueste Version des Atmosphärenmodells des Max-Planck-Erdsystemmodells MPI-ESM. In verschiedenen Simulationen spielte er unterschiedliche Szenarien durch. Dabei zeigte sich ein interessanter Effekt: „Wenn man die Temperaturen der Meeresoberflächen im Mittelmeer konstant hält, erhöht sich der Niederschlag in der Sahelzone nicht“, sagt Jong-yeon Park. In anderen Modellexperimenten, bei denen sich das Mittelmeer erwärmte, die Meere der Arktis, des Nordatlantiks und des Nordpazifik aber nicht, regnete es in der Sahelzone dagegen mehr.

Die Entwicklung des Monsuns hängt von den künftigen Meerestemperaturen ab

Den Effekt können die Forscher auch erklären: Wenn die Wassertemperaturen im Mittelmeer steigen, erhöht sich die Luftfeuchtigkeit. Diese feuchtere Luft vom Mittelmeer wirkt offenbar wie eine Art Zündfunke auf den Westafrikanischen Monsun: Im Juni strömt sie über Ägypten Richtung Sahelzone. „So gibt es zu Beginn der Regenzeit mehr Niederschlag“, erklärt Jürgen Bader. Die zusätzliche Feuchtigkeit verstärkt die Konvektion über der Sahelzone. „Es steigt mehr Luft auf, was wiederum den Zustrom feuchter Luft aus dem tropischen Atlantik intensiviert“, so der Forscher.

Auch wenn die Wissenschaftler die Temperatur des Mittelmeers nun als entscheidenden Faktor für die Entwicklung des Monsuns im Sahel identifiziert haben: Ob der positive Niederschlagstrend in Zukunft anhalten wird, hängt davon ab, dass sich das Mittelmeer auch weiterhin stärker erwärmt als die tropischen Ozeane und nicht etwa schwächer. Und um das vorherzusagen, muss die zu erwartende Entwicklung der Meerestemperaturen jedoch noch genauer untersucht werden, wie die Hamburger Forscher schreiben. Genau das werden sie nun in weiteren Studien tun.

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Soweit die Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft. Nun kann man sich fragen, ob es so etwas vielleicht schon gegeben hat, Klimaerwärmung gepaart mit Zunahme der Niederschläge. Ist das eine plausible Kombination? Die Antwort steckt in der Paläoklimatologie: Ja, bereits zu Zeiten der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) hat es Gebiete auf der Erde gegeben, in denen der Temperaturanstieg zu vermehrtem Regen geführt hat. Im Rahmen der MWP-Kartierung können diese Gebiet nun sogar genauer benannt werden. Auf der Karte sind sie mit grünen Punkten gekennzeichnet. Zum einen ist da das südliche Afrika:

 

Desweiteren ist da das Östliche Mittelmeergebiet:

 

Zudem führte die MWP-Temperaturerhöhung zu vermehrten Niederschlägen in der Karibik, an der Ostküste Südamerikas, in Zentral- und Nordeuropa, im östlichen Indien, sowie in Australien und Ozeanien. Interessanterweise war es zu MWP-Zeiten in der Sahelzone eher trocken, mit Ausnahme eines Gebietes im Niger und Tschad. Ein hochspannendes Ergebnis, das in dieser regionalen Präzision bislang nicht bekannt war. Die Kartierung macht derweil weiter gute Fortschritte und arbeitet sich derzeit durch Osteuropa. Mehr dazu demnächst.

 

Harald Leschs Prüfung des AfD-Klimaprogramms wissenschaftlich geprüft

Harald Lesch ist Fernsehprofessor und hat ein schwieriges Verhältnis zum Klimawandel. Er agitiert leidenschaftlich gegen natürliche Klimafaktoren und verdreht gerne wichtige Fakten aus, wie wir an dieser Stelle bereits ausführlich diskutiert haben:

Am 29. Juni 2016 veröffentlichte Lesch nun ein 10-minütiges Video auf Youtube, in dem er vorgibt, die Aussagen der AfD zum Klimawandel wissenschaftlich zu prüfen.

 

Dabei bezieht sich Lesch auf Kapitel 12.1 im aktuellen AfD-Programm (Seite 79 im pdf hier). Vorweggeschickt sei, dass das Kalte-Sonne-Blog politisch unabhängig ist. Es geht hier nicht um die Bewertung von Politik, sondern rein um das Sachthema “Klimawandel” und eine nüchterne Prüfung der Lesch-Prüfung.

Den ersten Prüfpunkt können wir uns schenken. Das Klima hat sich stets gewandelt, darüber sind sich alle einig. Gleich beim zweiten Punkt führt Lesch seine Zuseher (immerhin eine Viertelmillionen Zugriffe in den ersten drei Wochen seit Erscheinen) in die Irre. Es geht um diese Aussage im AfD-Programm:

Die Klimaschutzpolitik beruht auf hypothetischen Klima-Modellen basierend auf computergestützten Simulationen des IPCC („Weltklimarat“).

Im Prinzip ist die Aussage richtig. Mit einer Einschränkung: Die Klimasimulationen werden von Forschergruppen durchgeführt, die im sogenannten Coupled Model Intercomparison Project (CMIP) organisiert sind. Für den 5. IPCC-Bericht (AR5) war es CMIP5, für den nächsten IPCC-Bericht (AR6) ist es CMIP6. Die Hauptaufgabe des CMIP ist die Bereitstellung von Modellen für die IPCC-Berichte. Insofern ist der IPCC sozusagen Auftraggeber und Abnehmer der Simulationen. Im Modellierungskapitel der Arbeitsgruppe 1 des 5. IPCC-Berichts heißt es in Kapitel 9.1.1. dazu:

In particular, this chapter draws heavily on model results collected as part of the Coupled Model Intercomparison Projects (CMIP3 and CMIP5) (Meehl et al., 2007; Taylor et al., 2012b), as these constitute a set of coordinated and thus consistent and increasingly well-documented climate model experiments.

Und was macht Lesch daraus (im Video bei Minute 1:58)? Er streitet die enge Verknüpfung von Modellierern und IPCC einfach ab:

Diese Aussage ist leider falsch

Der IPCC würde nur Modellierungen verwenden, die sowieso irgendwo publiziert worden wären. Dass die Hauptmotivation der Modellierer jedoch die Belieferung der IPCC-Berichte darstellt, verschweigt Lesch und fabuliert stattdessen über das wissenschaftliche Peer Review Verfahren. Thema verfehlt, Zuschauerschaft in die Irre geführt. Wer begutachtet eigentlich die Lesch-Beiträge, dass so etwas passieren kann?

Beim nächsten Punkt hat sich die AfD selber ein Bein gestellt:

Kohlendioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil allen Lebens.

Das würde bedeuten, dass die CO2-Klimasensitivität Null beträgt, also CO2 keinerlei Erwärmungswirkung entfaltet. Selbst in Klimaskeptikerkreisen ist dies eher eine Extremposition. Wahrscheinlicher ist wohl eine Klimasensitvität, die deutlich niedriger liegt als der IPCC-Mittelwert. In unserem Buch “Die kalte Sonne” haben wir Beispiele mit 1,0°C und 1,5°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung vorgestellt. Lesch hat im Video leichtes Spiel (ab Minute 3:44). Die lebensnotwendige Funktion des CO2 bestreitet Lesch nicht, wie sollte er auch. Interessanterweise gibt hier es im Lesch-Video einen auffälligen Schnitt. Offenbar hat er zunächst versucht, ganz anders zu antworten bzw. sich dann verheddert.

Dann der nächste AfD-Punkt:

Der IPCC versucht nachzuweisen, dass die von Menschen verursachten CO2-Emissionen zu einer globalen Erwärmung mit schwerwiegenden Folgen für die Menschheit führen. Hierzu beruft man sich auf Computermodelle, deren Aussagen durch Messungen oder Beobachtungen nicht bestätigt werden.

Hier wird es gänzlich wild. Lesch behauptet (ab Minute 4:10), die Computermodelle wären in der Lage, die Vergangenheit zu reproduzieren:

Diese Aussage ist nicht korrekt.

Das ist eine grobe Falschaussage von Lesch. Es kann hier nicht nur um die vergangenen 150 Jahre seit Ende der Kleinen Eiszeit gehen, sondern um die letzten 1000-2000 Jahre, also die Modellierung früherer Warmphasen, die als wichtige Analogperioden für die Moderne Wärmperiode fungieren. In seinem letzten Bericht hat der IPCC in Kapitel 5.3.5 der Arbeitsgruppe 1 ausdrücklich eingeräumt, dass die Modellierung der Mittelalterlichen Wärmeperiode misslungen ist. Die Gründe kennt man noch nicht. Aktuelle Arbeiten von 2016 bestätigten das Grundproblem:

Im nächsten Punkt geht es um den Hiatus, eine Diskussion die mittlerweile so langweilt, dass wir sie uns hier ersparen. Erwähnenswert nur Leschs Schlussakkord: Im Video hält er eine Temperaturkurve in die Kamera, in der der heiße El Nino-Datenpunkt als Ausreißer nach oben aus dem Temperaturplateau der letzten 18 Jahre heraussticht. Weder erwähnt Lesch das El Nino-Phänomen, noch weist er daraufhin, dass er von HadCRUT4 plötzlich auf NASA-GISS Daten gewechselt hat. Dazu muss man wissen: Das GISS-Institut wird von einem bekennenden Klimaaktivisten geführt. Das Institut ist dafür bekannt, Originaldaten kräftig zu verändern, bevor sie geplottet werden. Untersuchungen hierzu laufen. Bei den verlässlicheren Satellitendaten (hier: RSS) sieht der El Nino 2015/16 ähnlich aus wie 1998. Das Diagramm zeigt Rosinenpicker Lesch natürlich nicht.

Abbildung: Globale Temperaturentwicklung laut RSS-Satellitendaten.

 

Es gibt im Zusammenhang mit dem Hiatus noch eine weitere Irreführung des Zuschauers. Zuerst zeigt Lesch eine Temperaturdatenreihe von 1997 bis 2012 und sagt richtigerweise, dass die AfD (und auch führende Klimawissenschaftler) einen Erwärmungsstop seit den letzten 16 Jahren ableiten. Leschs Hauptargument gegen den im AfD-Programm genannten Erwärmungsstillstand ist dann eine Temperaturkurve von 1980 bis 2012 mit einer eingezeichneten ansteigenden Trendlinie von 1980 bis 2012. Dazu muss man wissen: zwischen etwa 1980 und 1998 gab es – von niemandem bestritten – einen Temperaturanstieg. Die kontroverse Diskussion dreht sich um den Zeitraum 1998 bis 2016. Für diesen Zeitraum wird auch von führenden Klimawissenschaftlern anerkannt, dass es einen Erwärmungsstillstand bzw. Slowdown gibt. Nun hat also der Zeitraum 1980 bis 1998 einen mittleren Anstieg von etwa 0,2 Grad pro 10 Jahren und der Zeitraum 1998 bis 2016 einen mittleren Anstieg von etwa 0,0 Grad pro 10 Jahren. Im gesamten Zeitraum von 1980 bis 2016 gibt es dann einen mittleren Anstieg von  0,1 Grad pro 10 Jahren, was etwa der Hälfte des von den Klimamodellen angenommenen Erwärmung ist. Lesch übergeht diese quantitative Frage, obwohl sie der Kernpunkt der aktuellen Klimadebatte darstellt.

Beim nächsten Punkt rettet sich Lesch wie bereits zuvor mit Haarspalterei. Die AfD schreibt etwas zu locker:

IPCC und deutsche Regierung unterschlagen die positive Wirkung des CO2 auf das Pflanzenwachstum und damit auf die Welternährung. Je mehr es davon in der Atmosphäre gibt, umso kräftiger fällt das Pflanzenwachstum aus.

Lesch konstruiert sofort den Fall einer CO2-Konzentration oberhalb des Optimalbereichs und versucht das Argument damit wegzufoulen. Die Seite war ungedeckt, da kann man es halt mal probieren, dachte er sich. Seriös ist das aber nicht, denn es war klar, was gemeint war. Siehe:

Lesch schließt mit einem Ausspruch von Immanuel Kant:

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Ein sehr passendes Zitat, das auch wir im Kaltesonne-Blog sehr schätzen.

 

Siehe auch Rezension des Videos auf EIKE.

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UPDATE 21.7.2016:

Ein Leser berichtete über einen mysteriösen Löschvorfall auf Leschs Youtube-Seite:

ich habe Ihre Rezension von Leschs Klima-Video unter eben genau dieses Video bei Youtube verlinkt. So schnell konnte ich gar nicht schauen, war der Link auch schon wieder gelöscht worden.

 

Umweltministerin Hendricks fordert fdH: Bundesbürger sollen ihren Fleischkonsum halbieren, um das Weltklima zu retten

Die deutsche Energiewende befindet sich weiterhin im Rückwärtsgang. Mittlerweile will man sich nicht mehr festlegen, bis wann ein Ausstieg aus der Kohle machbar ist. Auch wurden Emissionseinsparziele für bestimmte Sektoren aufgehoben. In einem Spiegel-Interview warnte der Klimapolitikexperte Oliver Geden am 5. Juli 2016 davor, dass die im Weltklimavertrag beschlossenen Ziele mittlerweile komplett infrage stehen. Zudem wird es aufgrund des BREXIT immer schwerer, die europäischen Emissionsplanungen in die Realität umzusetzen. Ärmere Länder müssten nun für Großbritannien einspringen, was jedoch eher unrealistisch ist. Polen hat soeben ein neues Gesetz erlassen, in dem Kohle gegenüber den Erneuerbaren Energien weiterhin Vorang eingeräumt wird. In ihrer Not zeigte sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erfindinderisch und will den Bürger auf halbe Fleischration setzen. NTV berichtete am 1. Juli 2016 über die ambitionierten Pläne:

Verzicht für den Klimaschutz: Fleischkonsum soll halbiert werden
Die Agrarwirtschaft und Verbraucher sollen dazu beitragen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. So schlägt Umweltministerin Hendricks in ihrem “Klimaschutzplan 2050″ vor, dass die Deutschen weniger Fleisch essen sollten. [...] Die Agrarwirtschaft und Verbraucher sollen dazu beitragen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. So schlägt Umweltministerin Hendricks in ihrem “Klimaschutzplan 2050″ vor, dass die Deutschen weniger Fleisch essen sollten. “Bis 2050 sollte ein Fleischkonsum entsprechend der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung angestrebt werden”, heißt es. Dem Bericht zufolge wären das 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche, während der Fleischverzehr aktuell bei 1,1 Kilo pro Woche liege. Den Plan hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erarbeitet. Er befindet sich laut ihrem Ministerium gerade in regierungsinternen Abstimmungen. Dafür müsste es ein Umdenken in der Gesellschaft und in der Wirtschaft geben. Aufklärungskampagnen und Beratungsangebote sollen deshalb geplant sein. Weniger Fleischkonsum bedeute mehr Klimaschutz, sagte ein Sprecher von Hendricks.

Ganzen Artikel auf NTV lesen.

Wo hat Frau Hendricks ihre schräge Idee her? Der schweizerische Tagesanzeiger verriet es am 13. Juli 2016:

UNO-Experten fordern Fleischsteuer
Klimaforscher möchten Fleisch verteuern – denn Fleischessen ist ähnlich umweltschädlich wie Autofahren.

Weiterlesen im Tagesanzeiger

Überhaupt hatte man wohl etwas zu romantische Vorstellungen von den Erneuerbaren Energien. Komplett aus dem Ruder gelaufen ist die Palmölidee. Riesige Flächen von tropischem Regenwald wurden abholzt und abgefackelt, Naturvölker und Tierwelt vertrieben, damit einige Großgrundbesitzer unter dem Deckmäntelchen eines Ökoengelchen für teuer Geld Palmöl produzieren konnten. Der absolute Irrsinn, die Verdrehung der ursprünglichen Umweltidee ins Gegenteil. Nun noch das i-Tüpfelchen: Die Zerstörung des Regenwaldes zur Schaffung der Palmöl-Monokulturen führt laut einer neuen Studie der Duke University zu einer Erhöhung – nicht Erniedrigung – der Treibhausgasemissionen. In einer Pressemitteilung gab die Universität am 28. Juni 2016 bekannt:

Conservation key to curbing emissions from palm oil agriculture in Africa

As oil palm production expands from Southeast Asia into Central Africa, a new Duke University-led study warns that converting Africa’s tropical forests into monoculture palm plantations will cause a significant spike in climate-warming carbon emissions. The authors urge regional governments to enact mandatory policies regulating which forests can be cleared and how much remaining forest must be set aside for conservation. “Our case study, which focuses on oil palm farming in the nation of Gabon, finds that converting even previously logged forest into oil palm plantations will lead to high carbon emissions,” said John R. Poulsen, assistant professor of tropical ecology at Duke’s Nicholas School of the Environment. “Clearing just 11,500 hectares of forest — or roughly 28,400 acres — would release about 1.5 million metric tons of carbon into the atmosphere,” Poulsen said. “That’s equivalent to the annual emissions of some small developing countries.”

However, the new study finds that these emissions could be completely offset over 25 years if development were centered on forests that store less carbon and if a portion of every development had conservation set-asides. Poulsen and his colleagues published their peer-reviewed study June 24 in the journal Conservation Letters. They used field measurements and LiDAR satellite data to calculate forest carbon stocks — the amount of carbon stored in trees — and potential carbon emissions at the site of a 50,000-hectare palm oil plantation in Gabon. The plantation is being developed jointly by the Gabonese government and the agribusiness firm Olam International Ltd., to test if low-emissions palm oil development is feasible in the equatorial country on the Atlantic Ocean. “While Gabon has ambitions of becoming a leading producer of palm oil, it also has made pledges to protect its environment and biodiversity,” Poulsen said. “If this site is successful, it could open the door to development at other sites, so it’s imperative that our work helps the government strike the right balance between economic development and environmental conservation.”

In Southeast Asia, large-scale palm oil development has led to persistent, region-wide emissions problems and widespread deforestation and biodiversity loss, he noted. To prevent the same scenario from playing out in Gabon, the new study proposes a two-phase approach to plantation siting and development. “First, we recommend establishing a nationwide carbon threshold of 108 to 118 metric tons per hectare. Only forests that store less than this density of carbon will be considered suitable for development,” Poulsen said. “Second, palm oil companies will also have to set aside enough land within a plantation — roughly one acre for every 2.6 acres developed — to offset emissions.

“The precise set-aside ratio may vary by site, but 2.6 to 1 is generally the point at which carbon storage in the conserved forest will offset carbon loss in the rest of the plantation and achieve net-zero emissions over time,” Poulsen explained. “Although our study considers only forest carbon, and not biodiversity or other ecosystem services, we estimate there is enough low-carbon forest in Gabon to achieve net-zero emissions while still permitting the nation to meet its palm oil production goals,” he said. Allowing industry to voluntarily adhere to these new guidelines or opt out of them is not an option, he stressed. “To succeed, this approach needs to be mandatory and implemented by the government with careful land-use planning and strict enforcement.”  

Support for this research came from Olam Palm Gabon and Duke’s Nicholas School of the Environment. Poulsen conducted the study with Mark E.H. Burton, a 2014 Master of Environmental Management graduate of Duke’s Nicholas School. Other co-authors were Michelle E. Lee, Vincent P. Medjibe and Lee J.T. White of Gabon’s Agence Nationale des Parcs Nationaux, and Christopher G. Stewart and Arun Venkataraman of OLAM International Ltd.

CITATION: “Reducing Carbon Emissions from Forest Conversion for Oil Palm Agriculture in Gabon,” Mark E.H. Burton, John R. Poulsen, Michelle E. Lee, Vincent P. Medjibe, Christopher G. Stewart, Arun Venkataraman, Lee J.T. White. Conservation Letters, June 24, 2016. DOI: 10.1111/conl.12265

 

Sehenswert zum Thema ist die Doku “Wir tanken Regenwald – Die Lüge vom Öko-Diesel”. Die Sendung ist online beim WDR verfügbar, oder auf Youtube:

 

Auszug aus der Filmbeschreibung:

Im Namen des Klimaschutzes landen als Biodiesel pro Jahr Millionen Tonnen Raps, Soja und Palmöl im Tank. Palmöl ist das am meisten produzierte Pflanzenöl der Welt. Die Industrie liebt diesen Rohstoff, weil er billig ist. Der Verarbeitungsaufwand ist gering und die Löhne in Ländern wie Indonesien und Malaysia sind niedrig.

Für die Politik gelten Biokraftstoffe als die Wunderwaffe gegen den Klimawandel. Denn sie sollen gegenüber fossilem Diesel Treibhausgase einsparen – eine umstrittene Theorie. Dafür gab es Maßnahmen der EU und eine massive staatliche Förderung. Sauberes Benzin – gut für die Natur. Doch um den Bedarf zu decken, sind riesige Mengen Rohstoffe nötig. Billiges Palmöl kommt da gerade recht. Wie genau es hergestellt wird, interessiert nicht. Rund um Biokraftstoffe hat sich eine milliardenschwere und mächtige Industrie entwickelt, die nicht davor scheut, durch gezielte Lobbyarbeit Druck auf die Politik zu machen. Ziel ist es, den Status Quo beizubehalten. Denn von der gesetzlichen Beimischung von Biokraftstoffen profitieren neben den Landwirten vor allem dessen Hersteller und die Automobil-Industrie.

Für Biodiesel stirbt der Regenwald und mit dem Wald stirbt die biologische Vielfalt, denn auf den Plantagen können Tiere nicht überleben. Illegale Brandrodungen gefährden jedes Jahr in der Trockenzeit auf Sumatra und Borneo Tiere und Menschen. Um die Anbaufläche für Palmöl zu vergrößern, brannten 2015 wochenlang Regenwälder. Die Rauchschwaden verdunkelten die Sonne und verschmutzten die Atemluft so sehr, dass Millionen Menschen betroffen waren und sogar Kinder starben.

Außerdem steht Biodiesel in der Kritik, für eine Steigerung der Nahrungsmittelpreise verantwortlich zu sein. Zurzeit werden für Biodiesel, Pflanzen auf 8,8 Millionen ha Land angebaut. Mehr Fläche, als ganz Österreich hat. Und Platz, der weltweit für Nahrungsmittel fehlt. Fakten, die die Politik seit langem kennt. Reagiert wird trotzdem nicht.

die story fragt nach bei EU-Politikern, Grünen und Lobbyisten. Wie steht es wirklich um die Ökobilanz von Biosprit? Wie wird die enorme Waldvernichtung gerechtfertig? Was sind die Folgen für die Welt, wenn weiter Regenwald für Klimaziele abgeholzt wird?

Autor: Florian Schneider und Ines Rainer
Redaktion: Barbara Schmitz

Es ist schleierhaft, wie es zu dieser Miser überhaupt kommen konnte. Bereits vor mehr als 10 Jahren hatte der Spiegel vor der Bio-Sprit-Umweltgefahr eindringlich gewarnt. Am 6. Juli 2005 berichtete Spiegel Online:

US-Studie: Bio-Sprit ist umweltschädlich
Eine aktuelle Studie könnte Ethanol und Biodiesel als Öko-Kraftstoffe der Zukunft entzaubern. Die Umwandlung von Pflanzen wie Mais, Sojabohnen und Sonnenblumen verschlingt US-Forschern zufolge mehr Energie, als anschließend in Form von Treibstoff zur Verfügung steht.

Weiterlesen auf Spiegel Online

Ein Leser fragte uns kürzlich, inwieweit Windkraftanlagen einen Einfluss auf das Klima haben. Gerne helfen wir weiter. Es ist bekannt, dass Windturbinen maximal 60% der kinetischen Energie des Windes entnehmen (Betz‘sche Regel). Praktisch sind es 20-50%. Das kann einen Einfluss auf das Mikroklima, insbesondere die lokale Temperatur haben. Es gibt Untersuchungen aus den USA, wonach der Zubau von Windkraftanlagen zu einem Temperaturanstieg von 0,72 °C geführt hat. Natürlich wird die Wärme in der Atmosphäre nur umverteilt. Interessanterweise wird es nachts deutlich wärmer und tagsüber kälter. Netto verbleibt ein leichter Erwärmungsschub (der verglichen mit dem globalen Anstieg der Temperaturen von 0,8 °C seit 1850) gering aber immerhin noch bemerkenswert ist.

Apropos Windkraftanlagen. Noch immer scheint es hier windige Unternehmer zu geben, die vorsätzlich Storchennester zerstören, um neue Anlagen aufstellen zu können. Der Vogelmord setzt sich dann fort, wenn sich die riesigen Anlagenflügel in Gang setzen und ihren Schreddervorgang der Flugfauna beginnen. Unschön. Siehe Details auf Notrickszone bzw. Andreas Kieling.

 

Antarktische Klimamodelle kriegen natürliche Variabilität nicht in den Griff: Adélie-Pinguine bellen unverdrossen weiter

Am 29. Juni 2016 verbreitete die University of Delaware (UD) per Pressemitteilung klimatische Pinguin-Panik:

Penguins and climate change:
UD scientists report projected response of Adélie penguins to Antarctic climate change

It’s a big question: how is climate change in Antarctica affecting Adélie penguins? Climate has influenced the distribution patterns of Adélie penguins across Antarctica for millions of years. The geologic record tells us that as glaciers expanded and covered Adélie breeding habitats with ice, penguin colonies were abandoned. When the glaciers melted during warming periods, this warming positively affected the Adélie penguins, allowing them to return to their rocky breeding grounds. But now, University of Delaware scientists and colleagues report that this beneficial warming may have reached its tipping point. In a paper published today in Scientific Reports, the researchers project that approximately 30 percent of current Adélie colonies may be in decline by 2060 and approximately 60 percent may be in decline by 2099.

Ganz bitter, mehr als die Hälfte der Pinguine wird 2099 tot sein. Früher haben sie von der Klimaerwärmung profitiert, heute droht die Hitze, ihnen den Gar auszumachen. Wie kam es dazu? In der Pressemiteilung heißt es dazu weiter:

“It is only in recent decades that we know Adélie penguins population declines are associated with warming, which suggests that many regions of Antarctica have warmed too much and that further warming is no longer positive for the species,” said the paper’s lead author Megan Cimino, who earned her doctoral degree at UD in May. 

Die Antarktis habe sich in den letzten Jahrzehnten ungewöhnlich stark erwärmt? Leider komplett falsch. Siehe “Geesthachter Helmholtz-Zentrum: Antarktische Temperaturen im 20. Jahrhundert ohne Erwärmungstrend. Klimamodelle können Temperaturverlauf nicht reproduzieren“. Zu genau diesem Thema wird in Kürze auch eine neue Arbeit von Jones et al. 2016 in Nature Climate Change erscheinen:

Assessing recent trends in high-latitude Southern Hemisphere surface climate
Understanding the causes of recent climatic trends and variability in the high-latitude Southern Hemisphere is hampered by a short instrumental record. Here, we analyse recent atmosphere, surface ocean and sea-ice observations in this region and assess their trends in the context of palaeoclimate records and climate model simulations. Over the 36-year satellite era, significant linear trends in annual mean sea-ice extent, surface temperature and sea-level pressure are superimposed on large interannual to decadal variability. However, most observed trends are not unusual when compared with Antarctic paleoclimate records of the past two centuries. With the exception of the positive trend in the Southern Annular Mode, climate model simulations that include anthropogenic forcing are not compatible with the observed trends. This suggests that natural variability likely overwhelms the forced response in the observations, but the models may not fully represent this natural variability or may overestimate the magnitude of the forced response.

Vielleicht sollten sich die Pinguinforscher einmal mit dieser wichtigen neuen Arbeit beschäftigen, sobald sie offiziell erschienen ist. Erklärungsbedürftig wäre dann auch, weshalb die Adélie-Pinguine überhaupt noch am Leben sind, da es auf der Antarktischen Halbinsel in den letzten Jahrtausenden bereits mehrfach wärmer als heute gewesen ist. Die letzte Hitzephase in der Antarktis ereignete sich übrigens im Zuge der Mittelalterlichen Wärmeperiode.

Wenn man sich in das Paper der University of Delaware etwas näher vertieft, wird schnell klar, mit welchen Tricks die Pinguinforscher hier arbeiten. Zur Gefahrenabschätzung wurde nicht etwa ein mittleres Klimamodell-Szenario verwendet, nein, es wurde doch glatt das allergrausamste Modell namens RCP 8.5 verwendet. Schlimmer gehts nimmer. Das ist in etwas so als wenn man fest mit einem Autounfall auf dem täglichen Weg zur Arbeit rechnet.

Nun sind wir hier im Blog ständig am Meckern, dass die Medien derartige Pressemitteilungen ungeprüft übernehmen und damit den Klimaalarm fördern. Hier endlich mal eine gute Nachricht: Offenbar ist man vorsichtiger geworden, denn eine Suche nach Berichten zur Studie verläuft weitgehend ergebnislos. Sehr lobenswert. Einzige Ausnahme ist die Plattform wetter.de, die wohl nicht widerstehen konnte und in die Falle tappte.

 

Warum die Lämmer schweigen – sie sind einfach noch viel zu satt

Von Uli Weber

Seit dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau (2015) und dem Pariser COP 21 Klimagipfel (2015) ist das erklärte Ziel aller Regierungen dieser Welt eine globale Dekarbonisierung bis zum Jahre 2100, um unseren Planeten vor einer menschengemachten Klimakatastrophe (AGW) zu schützen. Diese Klimareligion wird vorgeblich von 97 Prozent aller Klimawissenschaftler auf der Welt unterstützt und eine globale Dekarbonisierung wird auch von religiösen Führern gefordert. Und am 22. April 2016 haben dann die Repräsentanten von mehr als 170 Nationen bei der UN in New York den Klimavertrag für eine globale Dekarbonisierung unterzeichnet.

Aber sind wir tatsächlich wegen einer menschengemachten Klimakatastrophe gezwungen, unsere westlichen Volkswirtschaften und damit unseren Lebensstandard durch eine Aufgabe unserer gegenwärtigen technologischen Basis zu zerstören? Der Mainstream der Klimawissenschaft verdächtigt Kohlenstoffdioxid (CO2) aus dem industriellen Verbrauch von fossilen Energieträgern, den natürlichen Treibhauseffekt soweit zu verstärken, dass die Erde schließlich unbewohnbar wird. Legionen von Klimaalarmisten, weltweit bezahlt mit Milliarden von Euros aus staatlichen Forschungsmitteln, von privaten Stiftungen und ökologischen NGOs, stützen die Wahrnehmung einer angeblichen Klimakatastrophe in der Bevölkerung und behaupten, ihre AGW-Theorie sei gesicherte Wissenschaft. In einer abartigen Verzerrung wissenschaftlicher Ideale fordern sie ein Ende der Klimadebatte und werden dabei von einer ideologisierten Mehrheit der Massenmedien unterstützt.

Unprofitable Wissenschaftszweige drängen sich an die Tröge des Klimawahns, Psychologen und Historiker publizieren eine wachsende Zahl von Veröffentlichungen, in denen der häretische Einfluss von unabhängigen Klimawissenschaftlern, sogenannten „Klimaleugnern“, auf die öffentliche Wahrnehmung einer Klimakatastrophe gegeißelt wird. Gegenwärtig wird von einigen Politikern sogar gefordert, die wissenschaftlichen Standpunkte solcher „Klimaleugner“ unter Strafandrohung zu stellen, um diese in der öffentlichen Diskussion mundtot zu machen.

Solche unabhängigen Klimawissenschaftler, mit abweichenden wissenschaftlichen Ergebnissen zum angeblich menschengemachten Klimawandel, arbeiten meist mit spärlichen Forschungsmitteln oder sogar ehrenamtlich. Aber anstelle einer offenen und fairen wissenschaftlichen Diskussion über ihre Erkenntnisse  werden sie üblicherweise persönlich diskeditiert, und der Klimamainstream versucht, sie aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft herauszumobben.
Es sieht so aus, als wären der klimawissenschaftliche Mainstream und seine politischen Unterstützer vom Virus einer Gutmenschen-Korruption befallen, die von einem ökologischen kohlenstoff-freien Paradies auf Erden träumt.

Im Angesicht der geplanten Dekarbonisierung unserer Welt sollten wir nicht vergessen, dass sich im Laufe der kulturellen Evolution des Menschen die verfügbare pro-Kopf Energiemenge mehrfach drastisch erhöht hatte und unseren heutigen Lebensstandard erst ermöglicht:

  • Steinzeit (= kleine dörfliche Gemeinschaften):
    Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge betrug etwa das 3 bis 6-fache des Grundbedarfs.
  • Zeitalter des Ackerbaus (=fortgeschrittene regionale Kulturen):
    Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge betrug etwa das 18 bis 24-fache des Grundbedarfs.
  • Industriezeitalter (=globalisierte Welt):
    Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge beträgt etwa das 70 bis 80-fache des Grundbedarfs.

Der industrielle Gebrauch von fossilen Energieträgern seit Beginn der Industrialisierung hat das Gesundheitswesen, die individuelle Lebenserwartung, unseren Lebensstandard, die Verfügbarkeit und die Qualität von Lebensmitteln, das Transportwesen, die Kommunikation und den allgemeinen technologischen Standard für jedermann nachhaltig verbessert.
Im Umkehrschluss heißt dass, unser gegenwärtiger Lebensstandard beruht zwingend auf der Nutzung fossiler Energieträger.

Das Prinzip der menschengemachten Klimakatastrophe kann jeder Laie ganz einfach verstehen: Je höher der atmosphärische CO2-Anteil steigt, umso höher wird die globale Durchschnittstemperatur. Folglich glaubt eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung in den Industrienationen, der Verbrauch fossiler Energieträger würde durch den verursachten CO2-Ausstoß zu einer Klimakatastrophe führen. Aber ist diese direkte Abhängigkeit zwischen Temperatur und atmosphärischem CO2-Gehalt wissenschaftlich wirklich bewiesen?

Die AGW-Theorie steht in fundamentalem Widerspruch zu diversen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fakten:

(1) Die gegenwärtigen Klimamodelle können die tatsächliche Klimahistorie gar nicht abbilden: Aktuelle Klimamodelle sind nicht einmal in der Lage, den historisch gemessenen Temperaturverlauf bis zum Jahr 1850 korrekt zurückzurechnen. Diese Schwäche der Klimamodelle beweist, dass weder alle klimarelevanten Parameter, noch ihr tatsächlicher Klimaeinfluss und schon gar nicht die Interaktion dieser Parameter miteinander korrekt in die aktuellen Klimamodelle eingeflossen sind. Mit solchen Klimamodellen wird dann aber das zukünftige Klima bis weit in die Zukunft hinein hochgerechnet und die Politik beruft sich bei der vorgesehenen globalen Dekarbonisierung auf solche Modellergebnisse.

(2) Die Klimawissenschaften sind bis heute nicht in der Lage, den natürlichen und den angeblich menschengemachten Klimaantrieb zu trennen. Bis heute wurde eine solche quantitative Trennung beider Effekte nirgendwo veröffentlicht. Die meteorologischen Temperaturmessungen begannen um 1850, am Ende der „Kleinen Eiszeit“ und zu Beginn der Industrialisierung. Der Temperaturanstieg von der „Kleinen Eiszeit“ muss eine natürliche Ursache gehabt haben, denn diese „Kleine Eiszeit“ endete ohne jeden menschlichen Einfluss. Aber im Gegenteil, die Klimawissenschaft rechnet diesen Anstieg der menschengemachten Klimaerwärmung zu, obwohl der Temperaturanstieg viel schneller verlaufen ist, als die Entwicklung der Industrialisierung.

(3) Klimamodelle ignorieren den Einfluss von natürlichen solaren Zyklen auf das Klima. Die bekannten Zyklen (Schwabe, Hale, Yoshimura, Gleißberg, Seuss-de-Vries, Dansgaard-Oeschger, and Hallstatt)mit Perioden von 11 bis mehr als 2.000 Jahre sind in den computerbasierten Klimamodellen nicht enthalten. Die Klimawissenschaft argumentiert mit der geringen Veränderung der Solarkonstanten über solche Zyklen. Aber diese Zyklen waren vor der Industrialisierung die einzige Ursache für natürliche Klimaschwankungen in unserer aktuellen Warmzeit. Die Klimawissenschaft ignoriert die Ergebnisse von Svensmark, dass nämlich die Kerne zur Wolkenbildung aus der kosmischen Strahlung geliefert werden, die wiederum vom Magnetfeld der Sonne gesteuert wird. Dieser Effekt stellt eine natürliche Verstärkung der Strahlungsschwankungen unserer Sonne dar. Bei einer schwachen Sonne kann vermehrt kosmische Strahlung in die Erdatmosphäre eindringen und führt über eine verstärkte Wolkenbildung zu einer weiteren Abkühlung. Das CLOUD-Experiment am Züricher CERN Institut hat das herkömmliche Aerosolmodell für die Wolkenbildung in Klimamodellen um einen Faktor von einem Zehntel  bis einem Tausendstel reduziert und gleichzeitig die Wirksamkeit des Svensmark-Effekts bis zum Zehnfachen bestätigt.

(4) Die historisch gut dokumentierte Mittelalterliche Warmzeit (MWP), die der “Kleinen Eiszeit” vorausgegangen war, wurde im dritten Bericht des  IPCC (TAR 2001) von der Mann’schen „Hockeystick-Kurve“ unterdrückt, offenbar, um zur Stützung der AGW-Theorie ein konstantes vorindustrielles Klima auf dem Niveau der „Kleinen Eiszeit“ nachzuweisen. Diese „Hockeystickkurve“ wurde inzwischen zwar wissenschaftlich widerlegt, dient aber Klimaalarmisten immer noch als Argument für den menschengemachten Klimawandel, während die Mittelalterliche Wärme Periode von der Klimawissenschaft auf ein europäisches Phänomen herabgestuft worden ist.
Aber das Gegenteil ist der Fall: Die Auswertung von hunderten von wissenschaftlichen Veröffentlichungen weltweit  durch Lüning und Vahrenholt beweist, dass die mittelalterliche Wärmeperiode ein globales Ereignis war, das durch die Variabilität der Sonneneinstrahlung verursacht worden ist. Dadurch wird aber die Theorie vom menschengemachten Klimawandel existenziell in Frage gestellt. Online Atlas von Lüning/Vahrenholt.

(5) Die Klimawissenschaft verleugnet in ihren Klimamodellen die natürlichen Bahnschwankungen unserer Erde um die Sonne (Milanković-Zyklen), um ihren eingängigen linearen Zusammenhang zwischen Globaltemperatur und CO2-Gehalt der Atmosphäre aufrecht zu erhalten. Inzwischen reduziert die Klimawissenschaft die historische Klimaentwicklung sogar auf die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, nur um CO2 als den angeblichen Hauptklimaantrieb zu stützen. Bereits im Jahre 1924 hatten Wladimir Köppen und Alfred Wegener, der Vater der modernen Plattentektonik, die orbitalen Milanković-Zyklen als Ursache der paläoklimatischen Schwankungen der vergangenen Eiszeitalter identifiziert und nachgewiesen.
Reprint des Buches “Die Klimate der geologischen Vorzeit” (Bornträger 1924) mit englischer Übersetzung. (weiterlesen …)

Jürgen Großmann und Fritz Vahrenholt in der FAZ: Sorgen um die Energiewende

Lesetipp FAZ von diesem Samstag, 16. Juli 2016:

 

Weiterlesen in der FAZ (leider nicht online).

 

 

Studie der Northern Arizona University: CO2 kurbelt das Pflanzenwachstum an

Die Northern Arizona University gab am 30. Juni 2016 per Pressemitteilung etwas bekannt, was wir schon immer geahnt hatten: Mehr CO2 lässt Pflanzen besser wachsen. Dies funktioniert umso besser, je mehr Stickstoff als Dünger zur Verfügung steht. Alternativ können auch Bodenpilze diese Rolle übernehmen. Im Folgenden die Originalmeldung:

Microbes, nitrogen and plant responses to rising atmospheric carbon dioxide

Plants can grow faster as atmospheric carbon dioxide concentrations increase, but only if they have enough nitrogen or partner with fungi that help them get it, according to new research published this week in Science.

The study was led by César Terrer Moreno, a Ph.D. student at Imperial College London, and included researchers from Northern Arizona University, the University of Antwerp (Belgium), Indiana University and New South Wales University (Australia). The team synthesized more than 80 past experiments and found that higher CO2 boosted plant growth, as long as the plants received enough nitrogen. Without added nitrogen, CO2 had no effect, confirming the long-standing idea that nitrogen limits plant response to rising CO2. But there was a major exception: some plants–those with specialized partnerships with soil fungi–were able to respond to the extra CO2, just as much as if they had been fertilized with nitrogen.

“Nitrogen and mycorrhizae are like the X-factors in plant responses to CO2,” said Bruce Hungate, Director of NAU’s Center for Ecosystem Science and Society and Regents’ Professor of Biological Sciences, who was a co-author on the study. “Rising CO2 is not a universal fertilizer, but neither is nitrogen limitation a universal restriction on the CO2 response. The truth is in the middle, and microbes are the key mediators,” Hungate said.

Most plants associate with mycorrhizal fungi, a partnership in which the fungus provides the plant with nutrients and water and receives food from the plant in return. But not all mycorrhizae are the same. Arbuscular mycorrhizal fungi specialize in taking up phosphorus from the soil, but not nitrogen, and plants that associated with arbuscular mycorrhizae were unable to respond to CO2 unless extra nitrogen was added. It was the plants that form ectomycorrhizal partnerships that responded to extra CO2 without any added nitrogen fertilizer, because these fungi produce enzymes that liberate bound nitrogen from soil organic matter, and the fungi can take up the nitrogen and pass some along to the plant.

This synthesis helps resolve a long-standing debate about the role of nitrogen limitation for plant responses to CO2. Without enough nitrogen, it is thought that plants will be unable to respond much to rising CO2, and many experiments support this idea. But in some experiments where nitrogen is in short supply, the plants still grow more with elevated CO2, and the reasons have puzzled scientists for many years. The new synthesis offers a clear answer: “Plants need nitrogen to respond to high CO2, whether they find it readily available in the soil, or whether their mycorrhizal partners can help them get it,” explained Hungate.

The research should help project climate change into the future. Forests, grasslands and other ecosystems around the world currently absorb about 30 percent of human CO2 emissions, without which climate change would be happening even faster than it is now. The future of this terrestrial carbon sink depends on carbon accumulation by ecosystems through plant growth. This new research shows that it is essential to take into account mycorrhizal fungi, and suggests that the next generation of global carbon cycle models should include mycorrhizae as an important control point on plant responses to rising CO2 in the atmosphere. It is well known that grasses and herbs form arbuscular mycorrhizae, and that many trees form ectomycorrhizae. Since global carbon cycle models already recognize these different plant forms, adding mycorrhizae to models of the carbon cycle should be straightforward, and the team is already moving toward that goal.

 

Gute Nachrichten: Ozonloch auf dem Weg der Besserung

Gute Nachrichten: Das Ozonloch in der Antarktis scheint sich wieder zu schließen. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) gab am 30. Juni 2016 per Pressemitteilung bekannt:

Scientists observe first signs of healing in the Antarctic ozone layer

September ozone hole has shrunk by 4 million square kilometers since 2000.

Scientists at MIT and elsewhere have identified the “first fingerprints of healing” of the Antarctic ozone layer, published today in the journal Science. The team found that the September ozone hole has shrunk by more than 4 million square kilometers — about half the area of the contiguous United States — since 2000, when ozone depletion was at its peak. The team also showed for the first time that this recovery has slowed somewhat at times, due to the effects of volcanic eruptions from year to year. Overall, however, the ozone hole appears to be on a healing path.

The authors used “fingerprints” of the ozone changes with season and altitude to attribute the ozone’s recovery to the continuing decline of atmospheric chlorine originating from chlorofluorocarbons (CFCs). These chemical compounds were once emitted by dry cleaning processes, old refrigerators, and aerosols such as hairspray. In 1987, virtually every country in the world signed on to the Montreal Protocol in a concerted effort to ban the use of CFCs and repair the ozone hole.

“We can now be confident that the things we’ve done have put the planet on a path to heal,” says lead author Susan Solomon, the Ellen Swallow Richards Professor of Atmospheric Chemistry and Climate Science at MIT. “Which is pretty good for us, isn’t it? Aren’t we amazing humans, that we did something that created a situation that we decided collectively, as a world, ‘Let’s get rid of these molecules’? We got rid of them, and now we’re seeing the planet respond.” Solomon’s co-authors include Diane Ivy, research scientist in the Department of Earth, Atmospheric and Planetary Sciences, along with researchers at the National Center for Atmospheric Research in Boulder, Colorado, and the University of Leeds in the U.K.

Signs before spring

The ozone hole was first discovered using ground-based data that began in the 1950s. Around the mid-1980s, scientists from the British Antarctic survey noticed that the October total ozone was dropping. From then on, scientists worldwide typically tracked ozone depletion using October measurements of Antarctic ozone.

Ozone is sensitive not just to chlorine, but also to temperature and sunlight. Chlorine eats away at ozone, but only if light is present and if the atmosphere is cold enough to create polar stratospheric clouds on which chlorine chemistry can occur — a relationship that Solomon was first to characterize in 1986. Measurements have shown that ozone depletion starts each year in late August, as Antarctica emerges from its dark winter, and the hole is fully formed by early October.

Solomon and her colleagues believed they would get a clearer picture of chlorine’s effects by looking earlier in the year, at ozone levels in September, when cold winter temperatures still prevail and the ozone hole is opening up. The team showed that as the chlorine has decreased, the rate at which the hole opens up in September has slowed down.

“I think people, myself included, had been too focused on October, because that’s when the ozone hole is enormous, in its full glory,” Solomon says. “But October is also subject to the slings and arrows of other things that vary, like slight changes in meteorology. September is a better time to look because chlorine chemistry is firmly in control of the rate at which the hole forms at that time of year.  That point hasn’t really been made strongly in the past.”

A healing trend

The researchers tracked the yearly opening of the Antarctic ozone hole in the month of September, from 2000 to 2015. They analyzed ozone measurements taken from weather balloons and satellites, as well as satellite measurements of sulfur dioxide emitted by volcanoes, which can also enhance ozone depletion. And, they tracked meteorological changes, such as temperature and wind, which can shift the ozone hole back and forth.

They then compared their yearly September ozone measurements with model simulations that predict ozone levels based on the amount of chlorine that scientists have estimated to be present in the atmosphere from year to year. The researchers found that the ozone hole has declined compared to its peak size in 2000, shrinking by more than 4 million square kilometers by 2015. They further found that this decline matched the model’s predictions, and that more than half the shrinkage was due solely to the reduction in atmospheric chlorine. “It’s been interesting to think about this in a different month, and looking in September was a novel way,” Ivy says. “It showed we can actually see a chemical fingerprint, which is sensitive to the levels of chlorine, finally emerging as a sign of recovery.”

The team did observe an important outlier in the trend: In 2015, the ozone hole reached a record size, despite the fact that atmospheric chlorine continued to drop. In response, scientists had questioned whether any healing could be determined. Going through the data, however, Solomon and her colleagues realized that the 2015 spike in ozone depletion was due primarily to the eruption of the Chilean volcano Calbuco. Volcanoes don’t inject significant chlorine into the stratosphere but they do increase small particles, which increase the amount of polar stratospheric clouds with which the human-made chlorine reacts. “Why I like this paper so much is, nature threw us a curveball in 2015,” says Ross Salawitch, professor of chemistry and biochemistry at the University of Maryland. “People thought we set a record for the depth of the ozone hole in October 2015. The Solomon paper explains it was due to a specific volcanic eruption. So without this paper, if all we had was the data, we would be scratching our heads — what was going on in 2015?”

As chlorine levels continue to dissipate from the atmosphere, Solomon sees no reason why, barring future volcanic eruptions, the ozone hole shouldn’t shrink and eventually close permanently by midcentury. “What’s exciting for me personally is, this brings so much of my own work over 30 years full circle,” says Solomon, whose research into chlorine and ozone spurred the Montreal Protocol. “Science was helpful in showing the path, diplomats and countries and industry were incredibly able in charting a pathway out of these molecules, and now we’ve actually seen the planet starting to get better. It’s a wonderful thing.”

Am selben Tag berichtete auch die University of Leeds in einer Pressemitteilung über die neuen Ergebnisse:

Scientists observe first signs of healing in the Antarctic ozone layer

New research has identified clear signs that the hole in the Antarctic ozone layer is beginning to close.

Scientists from the School of Earth & Environment were part of an international team led by Professor Susan Solomon of the Massachusetts Institute of Technology to confirm the first signs of healing of the ozone layer, which shields life on Earth from the sun’s harmful ultraviolet rays.

Recovery of the hole has varied from year to year, due in part to the effects of volcanic eruptions. But accounting for the effects of these eruptions allowed the team to show that the ozone hole is healing, and they see no reason why the ozone hole should not close permanently by the middle of this century. These encouraging new findings, published today in the journal Science, show that the average size of the ozone hole each September has shrunk by more than 1.7 million square miles since 2000 – about 18 times the area of the United Kingdom. (weiterlesen …)

Klimawandel verringert den Beitrag von Lachgas zum Treibhauseffekt

Pressemitteilung des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie vom 30. Juni 2016:

Klimawandel verringert den Beitrag von Lachgas zum Treibhauseffekt

Distickstoffmonoxid (N2O), auch als Lachgas bekannt, ist das drittwichtigste anthropogene Treibhausgas und die bedeutendste, derzeit emittierte ozonabbauende Substanz. Die vom Menschen verursachten N2O-Emissionen betragen heutzutage etwa ein Drittel des weltweit emittierten N2O und stammen vor allem aus dem zunehmenden Einsatz von Dünger. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M) und des Forschungszentrums Jülich identifizieren in einer aktuellen Studie einen atmosphärischen Mechanismus, der den Beitrag von N2O zur globalen Erwärmung bei steigenden globalen Temperaturen verringert. Mit ihrer Studie heben die Autoren eine Klima-N2O-Kopplung hervor, die bisher ignoriert wurde.

N2O wird in der oberen Atmosphäre (Stratosphäre) hauptsächlich durch Fotolyse abgebaut. Durch die Klimaerwärmung wird mehr N2O von seinen Quellen an der Erdoberfläche (Böden und Ozeane) zu den Senken in der Stratosphäre transportiert. Grund hierfür ist eine Beschleunigung der großskaligen atmosphärischen Zirkulation (” Brewer-Dobson”-Zirkulation), die den Austausch zwischen der unteren und der oberen Atmosphäre antreibt. In idealisierten Klimasimulationen mit dem Atmosphärenmodell des MPI-M Erdsystemmodells (ECHAM) zeigen die Autoren, dass die beschleunigte Zirkulation zu vermehrtem Abbau von N2O führt, was eine reduzierte mittlere Lebensdauer in der Atmosphäre zur Folge hat. Eine Verringerung der Lebensdauer von N2O wirkt sich in vielerlei Hinsicht aus. So wird die atmosphärische Lebensdauer von Substanzen üblicherweise als konstant angenommen, z. B. für die Umrechnung von Emissionen in Konzentrationen, wie bei der Szenarienerstellung des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Konstante Lebensdauern werden bisher insbesondere auch für die Berechnung des Treibhauspotenzials (global warming potential) von Treibhausgasen vorausgesetzt. In ihrer Studie zeigen die Autoren, wie eine abnehmende Lebensdauer zu einer Verringerung des Treibhauspotenzials von N2O führt.

Die Studie von Kracher et al. untersucht explizit die Auswirkungen einer Änderung der atmosphärischen Zirkulation auf die Lebensdauer und das Treibhauspotenzial von N2O, wobei Änderungen der Stratosphärenchemie nicht mit eingehen. Durch diese Herangehensweise gelangen die Autoren zu Ergebnissen, die einen direkten Zusammenhang mit der globalen Erwärmung aufweisen und die nicht auf ein bestimmtes Szenario eingeschränkt sind. Bei Berücksichtigung der komplexen chemischen Zusammenhänge in der Atmosphäre können Vorhersagen über die Veränderungen der Lebensdauer und des Treibhauspotentials für festgelegte Szenarien zur chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre weiter verdichtet werden.

Das Treibhauspotenzial ist ein häufig verwendetes Maß, um Emissionen verschiedener Treibhausgase hinsichtlich ihrer Relevanz für die globale Erwärmung zu vergleichen. Eine Verringerung des N2O Treibhauspotenzials in einem zukünftigen, wärmeren Klima hat demnach eine Abnahme des relativen Beitrags von N2O Emissionen zum Klimawandel zur Folge. Aufgrund seiner hohen Strahlungseffizienz und der nach wie vor langen Lebensdauer wird N2O weiterhin eine wichtige Rolle für Emissionsminderungsstrategien spielen. Mit abnehmender Lebensdauer von N2O verringert sich allerdings die Effizienz derartiger Minderungsstrategien zur Abschwächung des Klimawandels. Die Autoren belegen somit mit ihrer Studie die Wichtigkeit einer unter Klimawandel beschleunigten Zirkulation für die globale Erwärmung durch eine Verringerung der Lebensdauer von N2O.

Veröffentlichung:
Kracher, D., Reick, C. H., Manzini, E., Schultz, M. G., & Stein, O. Climate change reduces warming potential of nitrous oxide by an enhanced Brewer-Dobson circulation. Geophysical Research Letters, Opens external link in current windowdoi: 10.1002/2016GL068390.

GeoForschungsZentrum GFZ: Natürlicher Klimawandel verursachte drastische Schwankungen der Seespiegel in Nordostdeutschland

Der Mai ist vorbei, Zeit für die Abrechnung. War es in Deutschland wirklich so heiß wie immer behauptet? Im Wettbewerb der deutschen Mai-Temperaturen landet das Jahr 2016 ziemlich abgeschlagen unter ferner liefen. Josef Kowatsch hat die 13 wärmsten Maimonate seit 1800 geplottet. Unerwartet: Die Top 5 stammen alle aus dem 19. Jahrhundert.

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Wie geht es jetzt weiter? Nach dem heftigen El Nino befinden sich jetzt die Temperaturen wieder auf Sturzflug. Zwar hält es Roy Spencer für möglich, dass das Jahr 2016 insgesamt trotzdem leicht über dem bisherigen Rekordhalter 1998 einläuft, was jedoch hinsichtlich des Hiatus keine grundlegende Veränderung geben wird. Die im Jahr 1998 begonnene Erwärmungspause bzw. der Slowdown hält weiter an. Wo ist die uns angedrohte Erwärmung?

Abbildung: Globale Temperaturentwicklung seit 1997 nach UAH-Satellitendaten sowie Prognose für die zweite Hälfte von 2016. Quelle: Roy Spencer.

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Das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) wies am 27. Juni 2016 in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die Niederschläge in Deutschland während der vergangenen 10.000 Jahre signifikant geschwankt haben. Kenntnisse über die Langzeitentwicklung des Klimas wären unverzichtbar – schreibt das GFZ – um die heutigen Klimaänderungen im korrekten Kontext zu interpretieren. Im Folgenden die GFZ-Pressemitteilung:

Starke Seespiegelschwankungen in Nordostdeutschland rekonstruiert

Der Wasserstand in Seen des nordostdeutschen Tieflandes ist in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts gesunken, oft verursacht durch Eingriffe des Menschen, etwa die Trockenlegung von Böden für die Landwirtschaft oder Siedlungen. Eine Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ zeigt jetzt, dass es über Jahrtausende betrachtet weitaus drastischere Schwankungen der Seespiegel gegeben hat, vor allem in der Zeit, bevor der Mensch in den Wasserhaushalt eingegriffen hat. Untersuchungen am Großen Fürstenseer See bei Neustrelitz (Müritz Nationalpark) belegen ein Auf und Ab von rund vier Metern nach oben und nach unten in den letzten 10.000 Jahren. Zum Vergleich: Seit den 1980-er Jahren sank der Seespiegel dort um 1,30 Meter. „In wenigen Jahrtausenden verringerte sich die Seefläche um die Hälfte bzw. vergrößerte sich der See um mindestens das Dreifache im Vergleich zur heutigen Ausdehnung“, erklärt Erstautorin Elisabeth Dietze vom GFZ. Die Studie erscheint in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift BOREAS.

Forscherinnen und Forscher des virtuellen deutsch-polnischen Instituts ICLEA haben dazu das Sediment des Sees mit Proben entlang eines Transsekts und mithilfe eines Echolotes untersucht und die Ergebnisse mit aktuellen Beobachtungen verglichen. Ihre Rekonstruktion des Seespiegels ergab einen Höchststand vor rund 5.000 Jahren mit einem Pegel, der vier Meter über dem heutigen lag. Vor 6.400 bis 9.700 Jahren dagegen lag der Wasserspiegel drei bis vier Meter tiefer als heute.

Als Ursache vermuten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Kombination aus Änderungen des Klimas und der Waldstruktur. So verbrauchten die frühholozänen Kiefernwälder (die ersten Wälder nach der Eiszeit) deutlich mehr Wasser und beeinflussten die Grundwasserneubildung negativ. Die nachfolgenden Laubwälder trugen dagegen unter anderem durch erhöhten Stammabfluss stärker zur Grundwasserneubildung bei. Das beobachten Hydrologen des GFZ auch aktuell. Durch ein feuchteres Mittel- und Spätholozän blieben die Seespiegel in den letzten 4.000 Jahren recht hoch und wurden erst durch den Einfluss des Menschen seit dem Mittelalter stärker beeinflusst. Die Analyse von instrumentellen Aufzeichnungen der Region aus den letzten 40 bis 60 Jahren deutet vorrangig auf klimatische Ursachen: Niederschlagsdefizite bedingten die lokalen Grundwasserabsenkungen. Es gibt aber auch signifikante Zusammenhänge mit der Waldstruktur, wie eine Studie von Kollegen des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (Müncheberg) bereits 2012 zeigte. Für die Zukunft heißt das, dass größere Wasserspiegelschwankungen möglich sind, als bisher beobachtet wurden. Diese scheinen jedoch nicht nur vom Klimawandel, sondern auch von der Waldzusammensetzung im Nationalpark abhängig zu sein.

„Diese neuen Ergebnisse zeigen, wie stark sich der regionale Wasserhaushalt potentiell verändern kann, wenn man den Beobachtungszeitraum von hundert auf zehntausend Jahre vergrößert“, ergänzt Ingo Heinrich. Der GFZ-Wissenschaftler ist Koordinator des Observatoriums “TERrestrial ENvironmental Observatories – Nord-Ostdeutsches Tiefland” (TERENO Nord-Ost). Diese Beobachtungsplattform wurde gegründet, um die lokalen Wasserkreisläufe besser zu verstehen und die Auswirkungen des globalen Wandels auf den Landschaftswasserhaushalt besser einordnen zu können.

Dietze, E., Słowiński,M., Zawiska, I., Veh, G., Brauer, A., 2016. Multiple drivers of Holocene lake level changes at a lowland lake in northeastern Germany. BOREAS. doi: 10.1111/bor.12190

 

Hintergrundinformation zum virtuellen Institut ICLEA:

Das Kürzel ICLEA steht für „Integrated Climate and Landscape Evolution Analyses“. Ziel der deutsch-polnischen Kooperation ist das bessere Verständnis der Klimadynamik und Landschaftsentwicklung von Kulturlandschaften im nördlichen Mitteleuropäischen Tiefland seit der letzten Eiszeit. Als Partner bündeln das Helmholtz Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ), die Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald (Uni Greifswald), die Brandenburgisch Technische Universität Cottbus – Senftenberg (BTU) zusammen mit der Polnischen Akademie der Wissenschaften (PAN) ihre Forschungskapazitäten und Expertise, um die Klima- und Landschaftsentwicklung der historischen Kulturlandschaft zwischen Nordostdeutschland und Nordwestpolen zu untersuchen.

 

Kehrtwende in der Konfliktforschung: Nicht steigende Temperaturen, sondern geringe saisonale Unterschiede fördern Aggression

Ein Labor zur organischen Geochemie des Geologischen Dienstes der USA (USGS) wurde am 1. März 2016 geschlossen, nachdem bekannt wurde, dass dort fast zwanzig Jahr lang Daten manipuliert wurden. Projekten im Wert von insgesamt 108 Millionen US$ wurde damit die Datengrundlage entzogen. Etliche Publikationen mussten zurückgezogen werden. Der Folgeschaden durch Zitate falscher Ergebnisse ist noch unbekannt. Ob auch Projekte zum Klimawandel betroffen sind? Der USGS leitete ein Disziplinarverfahren ein, allerdings weigerte sich der Geologische Dienst, den Namen des manipulierenden Mitarbeiters bekanntzugeben.

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Vor drei Jahren hatten Forscher die Idee, dass der Klimwandel zu mehr Aggression in der Welt führen würde, weil Menschen mit steigenden Temperaturen aggressiver wären. Die Welt berichtete am 1.8.2013:

Steigende Temperaturen machen uns aggressiv
Hitze tut den Menschen nicht gut. Immer, wenn es warm war, bekriegten sich die Menschen – das beweist der Rückblick auf die vergangenen 10.000 Jahre. Es gibt jedoch auch Zweifel an dieser These.
Das Klima beeinflusst das Gewaltverhalten der Menschen. Selbst eine geringe Abweichung von der üblichen Temperatur oder Regenmenge erhöhe das Risiko von Konflikten, berichten US-Forscher im Fachblatt “Science”. Dies gelte rund um die Welt und zwar sowohl für die heutige Zeit als auch schon in der Vergangenheit. [...] Vor allem höhere Temperaturen führten demnach zu einer Zunahme der Gewalt. Eine Standardabweichung von der Temperatur – das entspricht zum Beispiel einer Temperaturerhöhung von 0,4 Grad Celsius über das ganze Jahr in einem afrikanischen Land – hatte zur Folge, dass das Risiko persönlicher Konflikte um vier Prozent stieg. [...] Das Klima sei nicht der einzige und auch nicht der hauptsächliche Grund für den Anstieg der Gewalt. Wenn kommende Generationen ähnlich reagierten wie die vergangenen und derzeit lebenden, könne der Klimawandel allerdings zu erheblich mehr Konflikten rund um die Welt führen.

Mittlerweile ist man sich nicht mehr so sicher, ob das ursprüngliche Modell stimmt. In einer Pressemitteilung vom 24. Juni 2016 meldete die Ohio State University ernsthafte Zweifel am simplistischen Zusammenhang zwischen Temperatur und Aggressionspotential an. Laut einer neuen Studie spielt vielmehr die Ausprägung der Jahreszeiten eine Hauptrolle. In äquatornahen Gebieten treten in der Regel die höchsten Aggressionslevel auf. Dort herrscht über das Jahr hinweg ein recht ähnliches Klima, was zu einer “schnelleren Lebensweise” führt, ohne die gesteigerte Notwendigkeit zur Planung des Lebens. Die lockerere Lebensweise spiegelt sich dann in einem höheren Aggressionspotential wieder. Der Begriff “Klimawandel” (climate change) taucht im gesamten Artikel kein einziges Mal auf und hat im neuen Modell auch nichts zu suchen. Im Folgenden die Pressemitteilung in voller Länge:

How does climate affect violence? Researchers offer new theory: Climate impacts life strategies, time orientation, self-control

Researchers have long struggled to explain why some violent crime rates are higher near the equator than other parts of the world. Now, a team of researchers have developed a model that could help explain why. This new model goes beyond the simple fact that hotter temperatures seem to be linked to more aggressive behavior. The researchers believe that hot climates and less variation in seasonal temperatures leads to a faster life strategy, less focus on the future, and less self-control — all of which contribute to more aggression and violence. “Climate shapes how people live, it affects the culture in ways that we don’t think about in our daily lives,” said Brad Bushman, co-author of the study and professor of communication and psychology at The Ohio State University.

Paul van Lange, lead author of the study and a professor of psychology at the Vrije Universiteit Amsterdam (VU) added, “We believe our model can help explain the impact of climate on rates of violence in different parts of the world.” The researchers, which included Maria I. Rinderu of VU, call the new model CLASH (CLimate Aggression, and Self-control in Humans). They describe the CLASH model in an online article in the journal Behavioral and Brain Sciences.

Many studies have shown that levels of violence and aggression are higher in hot climates, according to the researchers. “But the two leading explanations of why that is so aren’t satisfactory,” Bushman said. The General Aggression Model (which Bushman helped develop) suggests hot temperatures make people uncomfortable and irritated, which makes them more aggressive. “But that doesn’t explain more extreme acts, such as murder,” he said. Another explanation (Routine Activity Theory) is that people are outdoors and interacting more with others when the weather is warm, which leads to more opportunities for conflict. But that doesn’t explain why there’s more violence when the temperature is 95 degrees F (35 °C) than when it is 75 degrees F (24 °C) — even though people might be outside under both circumstances.

The CLASH model states that it is not just hotter temperatures that lead to more violence — it is also climates that have less seasonal variation in temperature. “Less variation in temperature, combined with heat, brings some measure of consistency to daily life,” Rinderu said. That means there is less need to plan for large swings between warm and cold weather. The result is a faster life strategy that isn’t as concerned about the future and leads to less need for self-control. “Strong seasonal variation in temperature affects culture in powerful ways. Planning in agriculture, hoarding, or simply preparing for cold winters shapes the culture in many ways, often with people not even noticing it. But it does shape how much a culture values time and self-control,” Van Lange said. “If there is less variation, you’re freer to do what you want now, because you’re not preparing foods or chopping firewood or making winter clothes to get you through the winter. You also may be more concerned with the immediate stress that comes along with parasites and other risks of hot climates, such as venomous animals.”

People living in these climates are oriented to the present rather than the future and have a fast life strategy — they do things now. “We see evidence of a faster life strategy in hotter climates with less temperature variation — they are less strict about time, they have less use of birth control, they have children earlier and more often,” Bushman said. With a faster life strategy and an orientation toward the present, people have to practice less self-control, he said. That can lead people to react more quickly with aggression and sometimes violence.

The theory is not deterministic and isn’t meant to suggest that people in hotter, consistent climates can’t help themselves when it comes to violence and aggression. “How people approach life is a part of culture and culture is strongly affected by climate,” Van Lange said. “Climate doesn’t make a person, but it is one part of what influences each of us. We believe it shapes the culture in important ways,” he said.

Since CLASH is a new theory, studies have to be done to prove it is correct. But Bushman said a lot of evidence already suggests that the theory may be on to something. “We believe CLASH can help account for differences in aggression and violence both within and between countries around the world,” he said. “We think it provides a strong framework for understanding the violence differences we see around the world.”

 

Paper:
Paul A. M. Van Lange, Maria I. Rinderu, and Brad J. Bushman. Aggression and Violence Around the World: A Model of CLimate, Aggression, and Self-control in Humans (CLASH). Behavioral and Brain Sciences, June 2016

 

Mehr Klimagerechtigkeit, bitte! Gebt der Sonne eine Chance!

Friederike Schmitz forderte am 26. Juni 2016 auf Deutschlandradio Kultur:

Erderwärmung: Mehr Klimagerechtigkeit, bitte!
[...] Reduktion der Emissionen für mehr Klimagerechtigkeit. Aber natürlich sind dabei weder Schuld noch Strafe fair verteilt. Während die Industrienationen den Löwenanteil an Treibhausgasen beigesteuert haben, werden die negativen Folgen verstärkt im globalen Süden und von zukünftigen Generationen getragen. Eine Reduktion der Emissionen ist damit nicht nur eine Forderung der Klugheit, sondern der Klimagerechtigkeit. Hinzu kommt, dass das simple Bild von Schuld und Strafe die gesellschaftlichen Verhältnisse auch in den Industrienationen selbst ausblendet.

Die romantische Sehnsucht nach klaren Schwarz-Weiß-Verhältnissen: Der reiche böse Westen und die klimatisch ausgebeuteten Entwicklungsländer. Vermutlich hat sich Frau Schmitz noch nicht so richtig mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen beschäftigt. Der IPCC räumte in seinem letzten Bericht ein, dass sich das Extremwetter noch kaum verändert habe, weder in den reichen, noch den ärmeren Teilen der Erde. Der Meeresspiegel steigt an – übrigens seit 15.000 Jahren – und das betrifft die ganze Erde.

Das größte Mißverständnis jedoch ist die Verwechslung von ‘Klimawandel’ und ‘Klima’. Unabhängig vom ‘Wandel’ ist das Klima tatsächlich ungerecht über den Globus verteilt. Selbst bei stabilem Klima ist es immer angenehmer, in der norddeutschen Tiefebene zu leben, als in der dürreanfälligen und glühendheißen Sahelzone. Wir haben pures Glück, dass wir in unseren Breiten keine Wirbelstürme haben, dafür aber ein funktionierendes Deichsystem, das über viele Jahrhunderte gewachsen ist. Darüber sollten wir uns freuen und den benachteiligten Ländern Solidarität entgegenbringen. Das funktioniert ürbigens auch sehr gut, ohne den Menschen über das CO2 ein schlechtes Gewissen einzureden. Man sollte die Leute nicht wie Kinder behandeln und ihnen allerlei Übel andichten. Helfen geht auch ohne die Klimawandelkeule. Wirklich schade, dass Frau Schmitz hier zu kurz gedacht hat.

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Die Klimamodelle haben ein Riesenproblem: Sie können die Klimageschichte der letzten Jahrtausende nicht reproduzieren. Da der vorindustrielle CO2-Gehalt der Atmosphäre recht stabil war, tun sich die CO2-dominierten Modelle schwer, die beobachtete große Klimavariabilität abzubilden. Die Lösung liegt auf der Hand: Sonnenaktivitätsschwankungen spielen vermutlich eine viel größere Rolle als es die IPCC-Gleichungen annehmen. Im Juni 2016 veröffentlichte eine vielköpfige Gruppe um Katja Matthes vom Kieler Geomar im Fachblatt Geoscientific Model Development eine Arbeit zur Klimawirkung der Sonne seit 1850. Das Marathon-Paper besteht aus 82 Seiten. Anstatt sich nun mit dem Elefanten im Raum zu beschäftigen, den solar-gepulsten klimatischen Millenniumszyklen, griff die Gruppe zu einem Trick: Man eliminierte einfach alle Langzeittrends und kümmerte sich um kürzere Schwankungen. So hielt man sich das unliebsame Thema vom Hals. Offensichtlich besteht gar kein Interesse, die offensichtlichen Diskrepanzen zu erklären.

In einem Kommentar wies Sebastian Lüning die Autoren auf das Defizit hin. Die Matthes-Gruppe antwortete und verwies auf ein späteres Paper, das der Frage nachgehen wird. Warten wir es also ab und sind guter Hoffnung. Das Problem ist auf jeden Fall umrissen und kann nicht mehr ignoriert werden. Wichtig ist, dass es einen Dialog gibt. Das war leider nicht immer so.

Unerklärlich ist, dass der erste Gutachter das Paper mit viereinhalb knappen Absätzen einfach durchwinkte. 82 Seiten Manuskript und dann ein seltsam kurzes, allzu positives Review machen dann doch etwas stutzig. Wir werden das Thema weiter konstruktiv begleiten.

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Ein kanadischer Politiker zeigte jetzt wie es geht: In einem Zeitungsartikel in der St. Albert Gazette outete sich Ken Allred am 25. Juni 2016 als Klimaskeptiker und erläuterte die Gründe seiner Abkehr vom Alarmismus.

Denying the deniers
I’m going to come out of the closet – no I’m not gay but even more controversial – I’m a climate change skeptic! Worse yet, I guess I’m almost a climate change denier even though I try my best to keep an open mind on the subject.
Admittedly, I’ve never been totally comfortable with the report of the Intergovernmental Panel on Climate Change, especially with all the controversy around the statistical methods used by Michael Mann to come to the conclusions that he did. In particular was the influential ‘hockey stick’ graph which was characteristically skewed to support his conclusions. The original mandate of the IPCC from the United Nations spelled out that they were to focus on “a change of climate which is attributed directly or indirectly to human activity that alters the composition of the atmosphere, and which is in addition to natural climate variability.” Given that criteria it was obvious what their conclusions had to be or there would be no reason for them to exist. The United Nations obviously had an agenda and told the IPCC what they were to find – full stop!

Weiterlesen in der St. Albert Gazette

Bereits im Oktober 2010 hatte der US-Wissenschaftler Hal Lewis seinen Bruch mit dem Klimaalarmismus des IPCC in einem Brief an den Präsidenten der American Physical Society bekanntgegeben:

Sent: Friday, 08 October 2010 17:19 Hal Lewis
From: Hal Lewis, University of California, Santa Barbara
To: Curtis G. Callan, Jr., Princeton University, President of the American Physical Society
6 October 2010

Dear Curt:

When I first joined the American Physical Society sixty-seven years ago it was much smaller, much gentler, and as yet uncorrupted by the money flood (a threat against which Dwight Eisenhower warned a half-century ago).

Indeed, the choice of physics as a profession was then a guarantor of a life of poverty and abstinence – it was World War II that changed all that. The prospect of worldly gain drove few physicists. As recently as thirty-five years ago, when I chaired the first APS study of a contentious social/scientific issue, The Reactor Safety Study, though there were zealots aplenty on the outside there was no hint of inordinate pressure on us as physicists. We were therefore able to produce what I believe was and is an honest appraisal of the situation at that time. We were further enabled by the presence of an oversight committee consisting of Pief Panofsky, Vicki Weisskopf, and Hans Bethe, all towering physicists beyond reproach. I was proud of what we did in a charged atmosphere. In the end the oversight committee, in its report to the APS President, noted the complete independence in which we did the job, and predicted that the report would be attacked from both sides. What greater tribute could there be?

How different it is now. The giants no longer walk the earth, and the money flood has become the raison d’être of much physics research, the vital sustenance of much more, and it provides the support for untold numbers of professional jobs. For reasons that will soon become clear my former pride at being an APS Fellow all these years has been turned into shame, and I am forced, with no pleasure at all, to offer you my resignation from the Society.

It is of course, the global warming scam, with the (literally) trillions of dollars driving it, that has corrupted so many scientists, and has carried APS before it like a rogue wave. It is the greatest and most successful pseudoscientific fraud I have seen in my long life as a physicist. Anyone who has the faintest doubt that this is so should force himself to read the ClimateGate documents, which lay it bare. (Montford’s book organizes the facts very well.) I don’t believe that any real physicist, nay scientist, can read that stuff without revulsion. I would almost make that revulsion a definition of the word scientist.

So what has the APS, as an organization, done in the face of this challenge? It has accepted the corruption as the norm, and gone along with it…

I do feel the need to add one note, and this is conjecture, since it is always risky to discuss other people’s motives. This scheming at APS HQ is so bizarre that there cannot be a simple explanation for it. Some have held that the physicists of today are not as smart as they used to be, but I don’t think that is an issue. I think it is the money, exactly what Eisenhower warned about a half-century ago. There are indeed trillions of dollars involved, to say nothing of the fame and glory (and frequent trips to exotic islands) that go with being a member of the club.

 

Enttarnt: Über angebliche Mississippi-Klimaflüchtlinge, die gar keine sind

Lange haben sich die Wettermenschen vom staatlichen Sender SRF vorsichtig zurückgehalten, aber jetzt kam wohl eine Anweisung von oben, endlich das nasse Frühjahrswetter propagandistisch wirkungsvoll auszuschlachten. Am 9. Juni 2016 schrieb SRF-Redakteur Felix Blumer:

Dauerregen über Europa: Hat das System?
Die Unwettermeldungen häufen sich in der letzten Zeit. Das Wetter ist dabei, sich zu verändern. Eine Regenphase bleibt nicht mehr nur ein paar Tage – ebenso wie es immer längere Trockenperioden gibt. Schuld daran ist die starke Erwärmung in den nördlichen Breiten. [...] In den letzten Jahren scheint unser Wetter immer mehr von langanhaltenden Wetterlagen beeinfluss zu werden. Immer öfter scheinen wir über Wochen die gleiche Wetterlage zu haben. Noch sind diese stationären Wetterlagen wissenschaftlich zu wenig erfasst, es scheint aber System zu haben. Mögliche Ursache könnte die starke Erwärmung in den hohen nördlichen Breiten sein. Die Temperaturdifferenzen zwischen den arktischen Gebieten und den mittleren Breiten wird geringer. Dies führt gemäss Theorie zu einem vermehrten Austausch der Luftmassen von Norden nach Süden und umgekehrt. Gleichzeitig wird gemäss Theorie die Westströmung immer träger. Dies bedeutet, dass die Westwindlagen, die uns das rasch ändernde Westwindwetter bringen, seltener werden.

Ganzen Beitrag beim SRF lesen.

Es ist menschlich, sich von kürzlichem Extremwetter (ver-) leiten zu lassen. Aus wissenschaftlicher Sicht liegt Blumer jedoch falsch, wie eine neue Publikation in den Geophysical Research Letters gerade erst aufdeckte. Ein Forscherteam um Daniel Kennedy berichtete dort, dass blockierte Wetterlagen im Zuge des Klimawandels vermutlich seltener werden. Die Studie erschien kurioserweise am selben Tag wie der SRF-Beitrag…

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Peter Winkler beging am 23. Juni 2016 in der Neuen Zürcher Zeitung ein gelbverdächtiges Faulspiel. In der Titelzeile verkaufte er seinen Lesern blauäugige Indianer als Klimaflüchtlinge, die sich aber bei näherem Hinsehen als etwas ganz Anderes entpuppten:

Klimawandel in den USA: Die letzten Indianer der Isle de Jean Charles
Erosion, Bodensenkung und der steigende Wasserspiegel im Golf von Mexiko bedrohen die Heimat eines kleinen Indianerstamms im Mississippidelta. Doch weggehen ist nicht einfach. [...] Die Bewohner der Isle de Jean Charles sind schon fast eine Berühmtheit: Sie sind indianischer Abstammung, Teil eines Stammesverbands, der sich Biloxi-Chitimacha-Choctaw nennt. Und im Januar erhielten sie aus einem Washingtoner Fonds, der die Auswirkungen von Küstenerosion, Bodensenkung und Klimawandel lindern soll, eine Tranche von 48 Millionen Dollar, um sich an einem sichereren Ort eine neue Heimat aufzubauen. Seither gelten sie als Amerikas erste Klimaflüchtlinge, was vielleicht nicht besonders treffend ist, dafür aber bei der Vermarktung der Hilfsgelder umso besser klingt. Tatsache ist, dass ihre Insel unaufhaltsam schrumpft. In den vergangenen 60 Jahren gingen weit über 90 Prozent des Territoriums verloren. Geblieben ist ein Streifen von gut einem Quadratkilometer Grösse.

Es ist bedauerlich, dass das Stammesgebiet so sehr schrumpft. Aber ist wirklich der Klimawandel der böse Bube? Winkler klärt freundlicherweise selber über die Ursachen auf und musste über seine kleine Schummelei bei der Verpackung der Story vielleicht selber schmunzeln:

Die Prognosen sind eindeutig: Auch der Wasserspiegel des Golfs von Mexiko wird wegen der Klimaerwärmung ansteigen, wegen zusätzlicher Faktoren vermutlich sogar überdurchschnittlich stark. Doch was beschleunigte die Zerstörung der Isle de Jean Charles über die natürliche Erosion hinaus? Bei der Antwort steht der Mensch im Mittelpunkt: Die Öl- und Gaswirtschaft hat für Infrastruktur und Logistik viele Kanäle gegraben, durch die das Meerwasser ungehindert in die Bayous strömt. Zudem bringt das Mississippi-Flusssystem wegen Staudämmen, Begradigungen und Schleusen immer weniger Sedimente ins Delta, wodurch die natürliche Erosion und das normale Absinken des Bodens nicht mehr kompensiert werden. Das endgültige Todesurteil für die Isle de Jean Charles sprach schliesslich das Projekt der riesigen Sturm- und Hochwasserschutz-Anlage «Morganza to the Gulf»: Das geplante System aus Deichen, Dämmen und Schleusen verläuft aus Kostengründen an seiner südlichsten Seite weit im Norden der Isle de Jean Charles, was die Insel nun völlig von der Frischwasserzufuhr des Mississippi abschneidet.

Flussdeltas sinken allgemein ständig ab, in vielen Fällen mit Raten, die den globalen Meeresspiegelanstieg stark übersteigen und in den Schatten stellen. Das gilt auch für den vorliegenden Fall. Dazu kommt im vorliegended Fall das Ausquetschen von Salzschichten im tiefen Untergrund.

Laut Törnqvist et al. 2008 sinkt das Mississippidelta um durchschnittlich 10 mm pro Jahr ab, ein Betrag der die gobale Meeresspiegalanstiegsrate um das vier- bis fünffache übersteigt. Der Klimawandel spielt hier wirklich ur unter ferner liefen mit. Noch krasser ist das Abschneiden von der Sedimentzufuhr. Damit wird dem Delta sprichwörtlich die Zukunft verbaut. Auch dies hat rein gar nichts mit dem Klimawandel zu tun. In der Regel wachsen Deltas nämlich mit dem Meeresspiegel mit, was nun durch die Dammanlagen unmöglich gemacht wird. Bei den Indianern handelt es sich daher keineswegs um Klimaflüchtlinge, sondern Opfer der der Deltasubsidenz sowie eben jener Schutzanlagen, die eigentlich das Leben sicherer machen sollten. Dumm gelaufen.