News und Termine

Bekommt Thor den anthropogenen Klimawandel nicht mit?

Von Bruno Hublitz

Die Mitwirkenden von Sciencists4Future werben in ihren apokalyptischen Fakten gleich zu Beginn im ersten Punkt, dass sich alles innerhalb der letzten 30 Jahren so fürchterlich verschlimmert hätte.

Zitat Nr. 1:

Weltweit ist die Durchschnittstemperatur bereits um etwa 1°C angestiegen (relativ zu 1850–1900) (IPCC 2013, 2018). Rund die Hälfte des Anstiegs erfolgte in den letzten 30 Jahren (NASA 2018, IPCC 2014)“.

Desweiteren lesen wir Zitat Nr. 2:

“Der Temperaturanstieg ist nahezu vollständig auf die von Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen zurückzuführen (U.S. Global Change Research Program 2017, IPCC 2013, 2014)”,

und Zitat Nr. 3:

Bereits mit der aktuellen Erwärmung sind wir in vielen Regionen mit häufigeren und stärkeren Extremwetterereignissen und deren Folgen wie Hitzewellen, Dürren, Waldbränden und Starkniederschlägen konfrontiert (zum Beispiel IPCC 2012, 2013, 2018, National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine 2016)”.

Hervorhebungen durch den Autor. Der im Punkt Nr. 1 genannte Bezug auf die letzten 30 Jahre soll wohl psychologisch auf die Dramaturgie der Ereignisse hinwirken. Der Niedersächsische Landesdesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz – Forschungsstelle Küste –  hat für den Pegel Norderney die aktuellen Daten der Sturmtidenhäufigkeiten seit 1901 herausgegeben (mit Dank an die Pressestelle).

 

Abb. 1.  Sturmtidenhäufigkeiten am Pegel Norderney. Quelle: Niedersächsischer Landesdesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz – Forschungsstelle Küste

 

Der Autor vermutet, dass ein stattlicher Teil der verehrten Leserschaft sich seiner Meinung anschließen wird, dass Sturmfluten in eine der vielen Kategorien der Extremwetterereignisse einzuordnen sind. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass es dazu sehr abwägende Ansichten gibt, beispielsweise in Buch “Wütendes Wetter” von Frau Professor Dr. Friederike Otto.

Zitat Seite 36:

Es mag überraschend klingen, aber es gibt keine allgemeine Definition von Extremwetter. Was ein Extremereignis ist, hängt stark davon ab, was es an einem Ort anrichtet , wie gut der Ort darauf vorbereitet ist und wie angreifbar er ist. Mit anderen Worten: Es gibt keine richtigen und falsche Definitionen. Es gibt nur Definitionen, die Relevanz haben für Entscheidungen, die eine Region treffen muß, um sich auf das Wetter der Zukunft einzustellen“.

Überträgt man die Daten aus der Abbildung 1 in eine Excel-Tabelle und wendet man die Funktionalität “Trendlinie linear” an, erhält man folgende Abbildung 2:

Abb. 2.  Übertrag von Abb. 1 in Excel und Anwendung der Funktionalität “Trendlinie linear”

 

Nicht zu übersehen, bei einer sehr großen Variabilität ist ein gewisser Anstieg erkennbar. Wendet man die dramaturgischen letzten 30 Jahre an, so erhält man Abb. 3.

Abb. 3.  Übertrag von Abb. 1 in Excel, Anwendung der Funktionalität “Trendlinie linear” und Einschränkung auf die letzten 30 Jahre

 

Ojemine, was sehen wir, der Trend ist nun deutlich fallend! Hat der Sturmgott Thor (Link https://wiki.yoga-vidya.de/Sturmgötter) in den letzten 30 Jahren den anthropogenen Klimawandel in Ostfriesland verpasst, oder hat er nur die klimaklagende Familie Recktenwald auf der Nachbarsinsel Langeoog aufgesucht?

Ob auch das Computer-Programm der Attribution Science von der Philosophieprofessorin Friederike Otto von den vielen bisherigen zunehmenden Häufigkeiten all möglicher Klimakatastrophen als Ausnahme auch eine entwarnende Häufigkeit für die Ostfriesischen Inseln berechnen kann? Nach Ihrer Vorgabe sind zur Berechnung viele umfangreiche Klimadaten erforderlich. Diese Daten können sicher mit Leichtigkeit von den Anrainerstaaten der Nordsee geliefert werden, so wie sie für die standfeste und wetterfeste Auslegung der vielen Bohrinseln und Windparks genutzt werden.

Was lernt man daraus? Welche Klimadaten uns täglich auch auf den Tisch serviert werden, es ist zunächst immer ein sehr kritischer Blick darauf zu werfen. Erinnert sei an den schönen Blogbeitrag vom 5. April 2018  ”Signalanalyse – Randbedingungen für die Klimaforschung” von Herrn  Werner Kohl (Link). Wer macht mit: statt science4future lieber sceptical4future?

 

Grüner Wikipedia-Aktivist enttarnt: Andreas Lieb ist Andol

Breaking News in der Weltwoche am 17. Juli 2019:

Andreas Lieb: Knuttis grüner Schatten

Ein einziger Autor verfasst auf Wikipedia praktisch im Alleingang die Einträge zu «Klimaleugner», «Energiewende» und «Reto Knutti» . Widerspruch duldet der Vollzeit-Wikipedianer nicht. Hinter dem anonymen Vielschreiber versteckt sich der Aktivist Andreas Lieb. Wer bezahlt ihn?

[...]

Glaubt man Wikipedia, kann jeder Zweifel an der Klimadoktrin des Weltklimarates nur bösartig motiviert sein. Die Ursachen sind finanzieller oder psychopathologischer Natur. Denn es steht geschrieben im Buch der Bücher: «Mitte der 1990er Jahre gab es damit keinen vernünftigen Grund mehr für eine echte wissenschaftliche Debatte über die Aussage, dass der Mensch das Klima verändert hatte.» Was schon damals Tausende von Wissenschaftlern festhielten, sei «abgesichert». Es verbietet sich folglich auch jede Diskussion um den Klimaleugner an sich, denn jede Kritik und jede Widerrede wäre ein Akt des Leugnens. Der perfekte Zirkelschluss.

Die Diskussion erübrigt sich auch deshalb, weil der Wikipedia-Artikel über die Leugner-Lehre praktisch von einem einzigen Autor verfasst wurde. Eine Auswertung der Webseite zeigt: Zu 88,1 Prozent* war hier ein gewisser Andol am Werk, es folgen weit abgeschlagen Skra31 (3,3 %) und FranzR (1,1 %). Alle anderen «Mitautoren» wirkten im Promillebereich, sie korrigierten vielleicht einen Rechtschreibfehler oder ein Komma. Mit anderen Worten: Ein einziger Anonymus definiert auf der Enzyklopädie, die im Online-Bereich faktisch eine Monopolstellung hat, im Alleingang, was ein Klimaleugner sein soll.

Nun gibt sich Andol zwar wissenschaftlich, er verweist auf Publikationen und Autoren. Denn «Leugnismus» oder «Denialismus», so erfahren wir im Wikipedia-Beitrag zu «Science Denial», ist eine Wissenschaft. Nur: Andol hat auch 95,7 Prozent der Bearbeitungen von «Science Denial» zu verantworten. Und genauso verhält es sich auch mit den zumeist angelsächsischen Autoren und Publikationen, auf die er sonst noch verweist: Seine Quellen hat Andol zu einem guten Teil selber auf Wikipedia eingebracht.

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Andol kümmert sich nicht nur um Klimaleugner. Er hat auch 90,8 Prozent der Wikipedia-Einträge zum Stichwort «Energiewende» und 73 Prozent der Texte zu «Einspeisevergütung» verfasst. Ein kritisches Wort zu den Nachteilen der alternativen Energieträger sucht man vergeblich. Und hier wird es nun definitiv gespenstisch.

Wie ist es möglich, dass eine anonyme Einzelmaske bei einem derart folgenschweren Unterfangen das vielleicht wichtigste Medium im deutschen Sprachraum praktisch solo kontrolliert? Zur Erinnerung: Wikipedia generiert bis zu einer Million Klicks pro Stunde und figuriert auf Rang fünf der meistbesuchten Websites in der Schweiz (Deutschland Rang sieben).

Wer ist dieser Anonymus? Das herauszufinden ist etwas schwieriger, aber nicht unmöglich. Andol hat beim Hochladen von Grafiken Spuren hinterlassen, und diese führen zu einem gewissen Andreas Lieb aus Grossostheim im schönen Freistaat Bayern. Lieb kandidierte in Grossostheim erfolglos auf der Liste der jungen Grünen für den Gemeinderat und trat im letzten Dezember als Redner bei einer lokalen Klimademo auf. Er zeichnete gelegentlich Online-Kommentare auf Zeitungsportalen mit seinem Alter Ego Andol.

Die Angaben zum Werdegang von Andol gemäss seiner Autorenseite auf Wikipedia – er hat Geschichte studiert und Artikel über die Eisenbahn geschrieben – und dessen Leidenschaft für Klimaleugner, Greta, Energiewende und Professor Knutti passen wiederum perfekt zum Twitter-Account des grünen Lokalpolitikers Andreas Lieb aus Unterfranken.

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Seit Andol 2011 auf Wikipedia aktiv wurde, hat er mehr als 180 eigene Artikel verfasst und über 20 000 Bearbeitungen an bestehenden Einträgen vorgenommen. Die statistische Erfassung seiner Interventionen zeigt, dass er die ganze Woche gleichermassen aktiv ist. Nach 13 Uhr loggt er sich ein, Tag für Tag. Mit der sturen Regelmässigkeit einer Schwarzwälder Kuckucksuhr legt er um 17 Uhr eine Pause ein, dann wird weiter gerackert bis Mitternacht und manchmal auch darüber hinaus.

Es ist das Muster einer Vollzeitstelle, acht Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche. Arbeitet Andol etwa um Gottes Lohn? Wir hätten es gerne von ihm persönlich erfahren. Doch alle Versuche, Andreas Lieb mit unseren Recherchen zu konfrontieren – via Telefon, via Mail, über lokale Politikerkollegen –, sind gescheitert. Lieb alias Andol stellt sich taubstumm.

[...]

Ganzen Artikel in der Weltwoche lesen (es lohnt sich). Siehe auch unseren Beitrag aus dem März 2018 “Wer ist Andol? Wikipedia hat ein nicht unerhebliches Aktivistenproblem

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Passend zum Thema erschien im März 2019 dieser Bericht in der Huffington Post:

Facebook, Axios and NBC paid this Guy to Whitewash Wikipedia Pages

And it almost always works.

Executives at the news company Axios were outwardly unperturbed when Jonathan Swan, one of the Politico-for-kids site’s star reporters, attractedwidespreadcondemnation last November for gloating about getting President Donald Trump to consider ending birthright citizenship.

“Our profile is going to get bigger and bigger and bigger, and we’re going to have more cool successes,” Axios editor-in-chief Nicholas Johnston told staff later. Executive editor Mike Allen acknowledged that Axios had, perhaps, erred ever so slightly, but seemed otherwise unconcerned with the criticism. “You can’t buy the amount of public exposure we got this past week for our journalism,” he wrote.

That may be true. What you can buy, however, are the services of a verbose, relentless Wikipedia editor willing to do whatever it takes to make sure that that public exposure is as flattering as possible. So, Axios did. Axios may not have expressed its worries about its reputational problem publicly or even to its own staff, but the company did hire Ed Sussman, a former head of digital for Fast Company and Inc.com who’s now a paid Wikipedia editor at WhiteHatWiki.com, to do damage control.

Weiterlesen in der Huffington Post. Siehe auch Beitrag auf Breitbart zum selben Thema.

 

Wann kommt das Red Team?

Ist es vernünftig, in wichtigen Fragen nur einer Beratergruppe zu vertrauen? Natürlich nicht. Firmen haben schon längst erkannt, dass es sich oft lohnt, eine zweite Gruppe zu befragen, welche die Ergebnisse der ersten Gruppe unabhängig und gezielt prüft. Die zweite Gruppe wird auch als “Red Team” bezeichnet. Wikipedia weiß:

Als Red Team oder als Rotes Team wird eine unabhängige Gruppe bezeichnet, welche eine Organisation zur Verbesserung der Effektivität bringen soll, indem sie als Gegner auftritt. Ziel ist es dabei immer, Sicherheitslücken aufzuspüren, bevor ein externer Dritter diese ausnutzen kann. Es ist besonders effektiv in Organisationen mit starren Strukturen und eingefahrenen Verfahrensweisen. Die Geheimdienste der Vereinigte Staaten, sowohl militärisch als auch zivil, haben rote Teams, die sich in die Position feindlicher Staaten versetzen und entsprechende Szenarien durchspielen und Berichte schreiben. Auch private Unternehmen, welche mit Regierungsorganisationen der USA zusammenarbeiten oder Rüstungsunternehmen sind, wie IBM und Leidos, sowie Regierungsbehörden wie das CIA nutzen bereits seit langer Zeit Red Teams. In den Streitkräften der Vereinigten Staaten werden sie verstärkt eingesetzt, seit der Prüfungsausschuss des Verteidigungsministeriums sie empfohlen hat.

Der Physiker Steven Koonin wirbt für die Einrichtung eines Red Teams in den USA, um die Ergebnisse des IPCC auf den Prüfstand zu stellen. In einem ausgezeichneten Vortrag aus dem April 2019 erläuterte er die wichtigsten Punkte der Klimadebatte:

 

 

(übrigens: sie können sich Untertitel in englisch oder deutsch anzeigen lassen, wenn Sie mit der Maus auf den unteren Rand des Youtubeschirms fahren. Dort gibt es ein Rechtecksymbol – links neben dem Rad).

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Kürzlich war Hitzewelle in Deutschland. Dann kühlte es sich schnell wieder ab. Auch in unseren Nachbarländern war es übrigens heiß, zum Beispiel in den Niederlanden. Und auch dort gibt es vernünftig denkende Menschen, die sich mit der Thematik auseinandersetzen. Aus den Niederlanden kontaktierte uns das Klimaatblog, das sich bereits 2015 mit dem Thema beschäftigt hat:

Vor ein paar Jahren hatten wir darüber auf meinem Blog einige Daten zusammen geschrieben. Mit Daten aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland. Link. Wir wollten sehen, ob die maximale Temperaturen und Hitzewellen in der Zeit zunehmen, und benutzte wo immer möglich längere Zeitreihen, am liebsten ab 1900. Unsere Schlussfolgerungen:

–es gibt einen Nord-Süd Gradienten, mit zunehmender Anzahl heisser Tagen (keine Neuigkeit)

–bei den maximale Temperaturen der hier in Betracht gezogen Stationen gibt es keinen deutlichen Trend

–die Anzahl der warmen Tagen nimmt zu, mit unterschiedlichem Tempo in den vier Ländern

–es ist erforderlich, die Definition von Hitzewellen zu standardisieren

Ein Leser schrieb uns kürzlich, ob es auch andere klimarealistische Blogs in Europa gäbe, man höre so wenig davon. Naja, das hängt u.a. damit zusammen, dass sie in ihren Landessprachen schreiben. Am einfachsten ist noch das Blog der GWPF zu lesen, da es in englisch ist. Weitere Blogs:

Frankreich: Pensée Unique

Niederlande: De staat van het klimaat

Norwegen: klimarealistene.com

Schweden: The Climate Scam

 

Die Sonne im Juni 2019 und die Muster der Erwärmung

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Die Sonne ist im tiefen Minimum des 11-jährigen Zyklus. Die festgestellte SSN (für SunSpotNumber) betrug ganze 1,2. An nur 4 Tagen des Monats zeigten die Beobachtungen überhaupt etwas, alle Flecken waren auf der Nordhemisphäre der Sonne. Der Vergleich mit dem Mittelwert, gebildet aus der jeweils monatlichen SSN der vorangegangenen Zyklen, wird nun im 127. Monat des Zyklus immer weniger valide: Nur 12 der 23 systematisch beobachteten waren so lang, um einen Wert beizusteuern. Der Mittelwert liegt so bei 18,8. Für den aktuellen Zyklus  macht das ganze 6% der mittleren Aktivität im Zyklusmonat.

Abb.1: Die Fleckenaktivität des gegenwärtigen SC (für Solar Cycle) 24 seit seinem Beginn im Dezember 2008 (rot) im Vergleich zum Mittelwert aller bisherigen SC ( blau) und dem über weite Strecken recht ähnlichen SC5 (schwarz), der um 1805 herum beobachte wurde.

 

Der Vergleich der Zyklen untereinander:

Abb.2: Die Aktivität der einzelnen Zyklen im Vergleich. Die Zahlen im Diagramm entstehen, indem die Abweichungen vom Mittelwert (blau in Abb.1) bis zum aktuellen Zyklusmonat aufsummiert werden.

 

Deutlich ist das Dalton-Minimum zu erkennen, die Zyklen 5,6 und 7 markieren es. Seitdem sahen wir übernormale Aktivität für SC 8-11 (das war 1830-1878), dann wieder eine unternormal aktive längere Phase für SC12-16 (1878-1933), woran eine recht lang anhaltende positive Anomalie bis 2008 anschloss. Dass der Folgezyklus SC25 übernormal aktiv werden könnte stellt sich schon allein aus Abb.2 als unwahrscheinlich dar. Auch die solaren polaren Felder weisen auf einen unternormal aktiven kommenden Zyklus hin.

Wie lange könnte das Minimum noch andauern? Wir hatten vor Monaten eine Schätzung abgegeben: August 2020 +-4 Monate.  Schaut man auf die polaren Felder, so wird klar, dass das Mittel zwischen Nord-u. Südhemisphäre sich noch nicht abwärts bewegt, die Feldstärke verharrt seit Oktober 2017. Erst wenn es da deutlich nach unten geht kann der neue Zyklus beginnen. Es spricht also wenig für ein baldiges Ende des Minimums.

Es gibt auch immer wieder Stimmen, die sich zur Stärke von SC25 äußern. Eine aktuelle Schätzung der NASA geht von einem deutlich schwächeren als der aktuelle aus: nur 30-50% so aktiv. Geschätzter Start auch da in 2020, das Maximum wird um 2025 erwartet. Es gibt bisher wohl keine Vorhersage, die starke Aktivität antizipiert. Nach allem was „Konsens“ ist, werden wir bis mindestens 2030 weiter eine recht ruhige Sonne sehen. Wohl kein „Grand Minimum“ wie es das  Maunder Minimum 1645-1715 markierte, aber ein „Dalton-Typ“ ist nicht unwahrscheinlich. Wir werden sehen, was dies für Auswirkungen auf die Erde haben wird.

 

Die Klimasensitivität und „Erwärmungsmuster“

Im März 2018 hatten wir über eine Arbeit berichtet, die mit den besten zur Verfügung stehenden Daten die Empfindlichkeit unseres Klimasystems herleitete. Lewis/Curry (2018) kommen zum Ergebnis: 1,3 °C für eine Verdopplung des CO2- Gehaltes der Atmosphäre während des Anstieges (Transient Climate Response), langfristiges Gleichgewicht (ECS) bei 1,7°C (vgl. Tab. 3 der Arbeit). Die Zahlen reagieren kaum empfindlich auf die Wahl von (größeren) Zeitfenstern, sie schwanken nur sehr wenig, ob man 1870…2016 auswertet oder 1930…2016. Es gab eine ganze Reihe von Vorläuferarbeiten auch anderer Autoren, die ebenfalls etwa diese recht geringen Werte fanden. Auch Arbeiten, die historische Zeiträume (letztes glaziales Maximum bis vorindustriell) unter die Lupe nahmen, widersprechen diesen niedrigen Zahlen nicht.

Dann sollten doch eigentlich die Messen gelesen sein, und viel dramatischere Sensitivitäts- Abschätzungen vor allem aus GCM-Modellbetrachtungen (für General Circulation Models)- 1,86 °C für TCR und 3 °C für ECS- sind nicht zutreffend? „So einfach ist das nicht!“ sagen einige Aktivisten, denn die geringe Empfindlichkeit des irdischen Klimas würde ja nicht zu hektischen  Aktionen zur Treibhausgasreduzierung führen. Wie also die GCM mit ihren besorgniserregenden Projektionen vor der Empirie retten? Ein Schlüsselargument bisher geht so: Modelle sagen eine andere räumliche Verteilung der Erwärmung der Ozeane voraus als das, was wir beobachten:

 

Abb.3: Die Erwärmungsmuster, die Modelle herleiten (oben) und die beobachteten Muster. Von besonderer Bedeutung ist, dass die CMIP5-Modelle als Ergebnis des (vor allem menschgemachten) Antriebes (daher das Model-Mean) eine recht gleichmäßige Erwärmung des tropischen Pazifiks angeben, die Beobachtungen jedoch eine bedeutend stärkere Erwärmung des westlichen tropischen Pazifiks gegenüber dem östlichen feststellen.  Die Abbildungen wurden mit dem KNMI Climate Explorer generiert.

 

Es könnte also durchaus sein, so Aktivisten, dass die Abweichung eine „Laune der Natur“ wäre, eine interne Variabilität, und nach Beendigung dieser eher zufälligen Episode die Erwärmung „modellkonform“ viel stärker wird im globalen Maßstab. Es ist die Rede von „Trajektorien“ die möglich waren und sein werden, und die Beobachtungen deshalb stark negativ abweichen, weil sie nur eine zufällige der möglichen Realisierungen der Erwärmungsmuster seien. Kurz zusammengefasst: “Was wir bisher beobachten ist nicht die wirkliche Realität, es wird bestimmt viel schlimmer, glaubt den Klimamodellen!“

Hier nun leisten zwei aktuelle Arbeiten Aufklärung. Um es vorweg zu nehmen: Die Beobachtungen der Erwärmungsrate sind korrekt, die abweichenden Muster der Klimamodelle  entstehen durch ihre  Unzulänglichkeiten und die Muster werden sich auch nicht ändern. In Dong et al (2019)  weisen die Autoren nach, dass wenn sich die konvektiven Regionen mit vielen Wolken des westlichen Pazifiks stärker erwärmen als die mit kaum Konvektion des Ostpazifiks, die globale  Gesamterwärmung deutlich weniger ausgeprägt ist. Werfen wir einen Blick auf die Bewölkung im tropischen Pazifik:

Abb.4: Die Konvektion ( „CAPE Index“) über dem tropischen Pazifik. Deutlich ist das Gefälle West-Ost zu sehen.  Quelle.

 

Die Konvektion im westlichen tropischen Pazifik führt dazu, dass es eine verstärkte Abstrahlung von Wärme in den Weltraum gibt, die dortige Erwärmung also viel effektiver abgebaut werden kann, als dies bei einer stärkeren Erwärmung des östlichen Pazifiks mit geringerer Konvektion, möglich wäre, vgl. Abb.4. Die Arbeit führt aus:

„For the west Pacific patch, warming is communicated to the upper troposphere, which warms the whole troposphere across all latitudes, causing a large increase in outgoing radiation at the TOA. Furthermore, the patch of warming locally decreases tropospheric stability, measured here as estimated inversion strength (EIS), but increases EIS remotely over tropical marine low clouds regions, yielding an increase in global low cloud cover (LCC) which enhances the global SW reflection….The results first highlight the radiative response to surface warming in tropical ascent regions as the dominant control of global TOA radiation change both in the past and in the future. …This surface warming pattern yields a strong global outgoing radiative response at TOA that can efficiently damp the surface heating, therefore producing a very negative global feedback.”

Es ist also ein klarer physikalischer Mechanismus, der dazu führt, dass die beobachtete stärkere Erwärmung des tropischen Westpazifiks zu geringeren globalen Sensitivitäten (=stärkeres negatives globales Feedback) führt. Die zweite Arbeit, Seager et al (2019) beschäftigt sich mit dem gleichen Phänomen und kommt zu dem Ergebnis, dass das beobachtete Muster nicht zufällig ist, sondern ein unmittelbares Ergebnis des Antriebes („Forcing“). Sie stellt fest:

“The main features of observed tropical Pacific climate change over past decades are consistent with a response to rising CO2, according to fundamental atmosphere and ocean physics….However, the strength of the tropical Pacific influence on global climate implies that past and future trends will diverge from those simulated by coupled climate models that, due to their cold tongue bias (ein Streifen kühleren Wassers in Äquatornähe des Ostpazifiks, d.A.), misrepresent the response of the tropical Pacific to rising CO2.”

Klimamodelle haben so große Defizite in der Abbildung des Geschehens im tropischen Pazifik, dass sie dadurch die Antwort auf den Antrieb global falsch ermitteln (vgl. Abb.3) und die Empfindlichkeit auf den Antrieb systematisch (so Seager et al) überschätzen (so Dong et al). Ob wir davon etwas in den Medien lesen werden? Eine mögliche Überschrift wäre: “Klimamodelle rechnen die Zukunft zu heiß!“ Wir sind diesbezüglich skeptisch.

Wir sind gespannt, ob die Ergebnisse der beiden bedeutenden Arbeiten überhaupt Eingang in den kommenden Sachstandsbericht des IPCC finden werden. Dann nämlich müsste man hunderte Seiten kritisch überarbeiten, die sich mit Modellprojektionen beschäftigen. Ein Grund mehr für uns, der Empirie zu vertrauen und nicht der „Playstation Klimatologie“. Aber was soll dann aus der „Panik“ werden, die uns „Fridays for Future“ verordnen wollen? Alles nur heiße Luft? Die Politik läuft heiß, weil die Modelle zu heiß laufen. Welche Wissenschaftler haben den Mut und sehen ihre Verantwortung, FFF und die Politik aufzuklären?

 

Milliardengrab Klima-Hype

Titel der Ausgabe 08-2019 von Tichys Einblick ist “Milliardengrab Klima-Hype”. Darin enthalten ist auch ein Artikel von Fritz Vahrenholt und Roland Tichy:

Klimawende: 7600 Milliarden fürs Klima

Angela Merkel hat eine weitere Verschärfung des Klimaziels ausgerufen – Deutschland soll CO2-neutral werden. Die Kosten dafür betragen bis 2035 das Doppelte der Wirtschaftsleistung eines ganzen Jahres. Welcher Haushalt kann 1000 Euro im Monat extra aufbringen?

Für Angela Merkel sind es nur wenige Worte: „Wir wollen bis 2050 klimaneutral sein.“ In der andächtigen Stimmung auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund, wo die Bundeskanzlerin sie sagte, folgte darauf Beifall der Gläubigen. Kein Wunder: Schließlich hatte der frühere investigative Journalist Hans Leyendecker als Präsident des Kirchentages ex cathedra verkündet: „Wer nicht anerkennen will, dass der Klimawandel menschengemacht ist, hat beim Kirchentag nichts zu suchen.“ Es geht also nicht mehr um wissenschaftliche Prüfung, sondern um ein neues Glaubensdogma – wer will da noch Zweifel wagen, wenn er nicht Galileo Galilei heißt? Die Kanzlerin konnte sich in der Einigkeit wärmen, die Religion dem Herz bietet. Wer will da schon nachrechnen, was es für die deutschen Haushalte finanziell bedeutet, wenn den Worten Taten folgen.

Die Kanzlerin will nun in der Klimapolitik „kein Pillepalle“ mehr, wie sie schon einige Tage zuvor den Bundestagsabgeordneten der Union verkündet hatte. Die Fridays-for-Future-Demonstrationen fordern die Reduktion auf null schon bis 2035, das Kommunikationsdesaster durch Youtuber Rezos „Die Zerstörung der CDU“-Video und die Wahl- und Umfrageerfolge der Grünen haben ganz offensichtlich bei der Kanzlerin Wirkung gezeigt. Man erinnert sich an 2011 und die Hauruck-Entscheidung zum vorzeitigen Atomausstieg. Wenn Merkel den Eindruck gewinnt, dass die Deutschen gerne die Welt retten wollen, dann entscheidet sie manchmal eben ganz schnell, koste es, was es wolle. Nur Stimmen und Stimmung zählen. Ökonomische oder sonstige Rationalitäten spielen dann keine Rolle mehr – wie später dann auch bei der Grenzöffnung. Und jetzt die Klimawende wegen demonstrierender Schüler und singender Protestanten.

Weiterlesen in Ausgabe 08-2019 von Tichys Einblick “Milliardengrab Klima-Hype”

 

 

Und hier noch ein Auszug aus einem weiteren Artikel der Ausgabe 08-2019. Autor ist Fritz Vahrenholt:

KLIMA-FAKTEN
Die Realität untergräbt das Modell
Was macht man als Schreckensprophet, wenn die Realität nicht so will wie die Prognosen? Richtig, man verringert die Zielwerte; dann ist die Bedrohungslage wiederhergestellt. Und ansonsten ignoriert man die Fakten und spricht im Konjunktiv. Ja, es könnte alles ganz schlimm werden

Seit mehr als 20 Jahren sollen uns die Klimamodelle des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) Angst einflößen. Zwei Grad Erwärmung gegenüber der ausklingenden Kleinen Eiszeit Ende des 18. Jahrhunderts dürfen nicht überschritten werden, hieß es. Die Katastrophe drohe, denn es würden noch in diesem Jahrhundert drei, vier oder gar fünf Grad Erwärmung erreicht, weil die CO2-Konzentration von vorindustriellen 0,028 Prozent auf 0,056 Prozent im Jahr 2100 anstiege, wenn nicht eingegriffen würde.

So weit das Modell. Allerdings hat die Realität nicht mitgespielt. Die tatsächliche Erwärmung fiel geringer aus als die Modellprognosen. Pro Jahrzehnt sind bei Satellitenmessungen nur 0,13 Grad Celsius an globaler Erwärmung festzustellen. Wenn sich der Trend fortsetzt, würde man ohne drastische CO2-Vermeidungsmaßnahmen im Jahr 2100 bei etwa zwei Grad landen. Irgendetwas war offensichtlich falsch an der Annahme, die Klimaentwicklung der vergangenen 150 Jahre werde allein vom Menschen bestimmt. Das sprach sich herum, und so verwundert es nicht, dass 2017 die Hälfte der amerikanischen Meteorologen den Beitrag von CO2 zur Erwärmung der Welt nur noch mit weniger als 60 Prozent angab.

Weiterlesen in Ausgabe 08-2019 von Tichys Einblick “Milliardengrab Klima-Hype”

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Florian Josef Hoffmann am 5. Juli 2019 in The European:

Noch unberechenbarer als das Wetter ist das Klima

Die Leser-Reaktionen auf meinen letzten Beitrag „CO2 ist kein Gift – Elektroautos verstärken das Klimaproblem“ waren überaus positiv, wohl weil ich das CO2 so bodennah beschrieben habe, das heißt, vorwiegend aus eigenem Erleben. Persönliches Erleben wird schwieriger, wenn es um Vorgänge geht, die in der Atmosphäre bis hinauf in 10 oder 20 Kilometer Höhe oder noch höher stattfinden, wenn es also ums Wetter geht. Ich versuch’s trotzdem.

In guter Erinnerung ist uns noch der waghalsige Stratosphären-Sprung des Österreichers Felix Baumgartner im Jahr 2012 – aus immerhin 39 km Höhe. Baumgartner könnte aus eigenem Erleben erzählen, wie ihn der Heliumballon nach oben getragen hat, welche Temperaturen und Drücke er gemessen hat, welchen Winden er ausgeliefert war und ab wann er im Fall bei einer Geschwindigkeit jenseits der Schallmauer den Luftwiderstand gespürt hat – anfangs angesichts der dünnen Atmosphäre wohl kaum, sonst wäre er nicht so schnell geworden und auch weiter unten nur beschränkt. Immerhin war er luftdicht eingepackt. Kein normaler Passagier will es Baumgartner nachmachen. Unsereins bleibt beim Flug nach New York in 11 Kilometer Höhe bei 62 Grad Außentemperatur schön warm in seinem Flugzeug sitzen und wartet, bis wir mit festem Boden unter den Füßen wieder unbeschädigt aussteigen kann. Unser atmosphärisches Erleben während des Fluges beschränkt sich auf einen Geringen Druckabfall, auf den Blick in die Sonne und oft auch auf die geschlossene Wolkendecke unter uns. Das war’s dann auch.

Jemand, der etwas mehr erzählen kann, ist der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard, der Sohn des berühmten Tiefsee-Weltrekordlers Jaques Piccard. Piccard junior hat sich nicht den Tiefen des Ozeans, sondern den Höhen der Erdatmosphäre verschrieben. Er hat vor zwanzig Jahren zusammen mit seinem Co-Piloten in einem Heißluft/Gas-Ballon als erster Mensch ohne Zwischenlandung die Erde umrundet, und das in nur 20 Tagen. Ich hatte vor einigen Jahren das Glück, bei einem Vortrag zugegen zu sein, in welchem Piccard jun. Details seines großen Abenteuers beschrieb.

Weiterlesen in The European

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Man soll ja keine Witze über Nachnamen machen, dafür können deren Halter nämlich nichts. Aber bei Volker Quaschning ist es etwas anderes. Sein leicht veränderter Name ist für ihn schon seit längerem Programm. Zu heiß, zu kalt, zu feucht, zu trocken – alles sieht der Photovoltaik-Ingenieur und Hobbyklimatologe als Bestätigung für die Klimakrise. Nun ist einem erfahrenen Meteorologen die Hutschnur geplatzt. In einer Twitter-Serie schreibt Jörg Kachelmann über einen kürzlichen Quaschning-Tweet (hier im Original):

The nutty Professor at its best. Vor ein paar Wochen: Dürre, weil Monsun zu spät kam: Klimawandel. Jetzt Monsun da: Klimawandel. Genauso macht man die Wissenschaft lächerlich, indem man jährlich wiederkehrende normale Dinge alle dem Klimawandel unterschiebt, um sein peinliches…

geldgieriges Süppchen zu kochen. Es gibt so viele eindeutige Zeichen für den Klimawandel. Dadurch, dass nun neuerdings alles Klimawandel ist, schadet man dem richtigen und wichtigen Anliegen, ihn zu bekämpfen, am meisten – wenn es nicht um das Anliegen, sondern Förderkohle geht.

Dass es den meist potsdämlich-berlinesken Doomsday-Heulbojen nur um die eigene Förderkohle (und manchen Fernsehmeteorologen um die schön schauerlichen Klimavorträge bei der Kreissparkasse) und nicht um die Welt geht sieht man auch daran, dass die tägliche Ausrufung des….

…Weltuntergangs kontraproduktiv ist, um Menschen zu richtigen und wichtigen Massnahmen gegen Klimawandel mitzunehmen. “Wenn die Katastrophe ja angeblich schon da ist, warum denn noch was tun? Ist eh zu spät.” Nein, wir können noch was tun, aber der Weg für nicht über die…

…peinliche Habgier von Professoren, denen die Dürre in ihrem eigenen Drittmittelfluss (muss die Hitze sein ;-) viel grössere Sorgen macht als der Klimawandel und sturzbetroffene junge Menschen als Lautsprecher benutzen, statt ihnen zu sagen, was man weiss – und was (noch) nicht

 

Fabrikation von Wahrheiten

Die Weltwoche setzt sich seit geraumer Zeit für mehr Realismus in der Klimadiskussion ein. Angesichts der klimastreikenden Schüler hat die Weltwoche nun ein Sonderheft zum Klimawandel herausgebracht. Man kann nur hoffen, dass die Schüler darin ein wenig lesen, falls Einpeitscherin Greta es ihnen gestattet. Die Artikel sind kostenlos aufrufbar. Hier die Links zu den einzelnen Beiträgen:

Intern: Klimawandel für die Schule

Wenn das Klima zur Glaubensfrage wird

Es gibt wichtigere Sorgen

Gletschermanns Entdeckung

Die Rechnung, bitte

Menschengemachte Schwankungen

Alge des Jahres

«Reale Probleme werden ignoriert»

Verbesserte Umwelt

Wahre Kosten

Fabrikation von Wahrheiten

Fehlalarm um die Eisbären

Erdbeeren im Januar

Wie man mich zum Klimaleugner machte

Wieweit folgen Wissenschaftler dem Herdentrieb?

«Wahnsinn in der Methode»

Vernebelungstaktik beim Klimawandel

Sag mir, wo du stehst

Einer der Beiträge wurde von Fritz Vahrenholt verfasst:

Fabrikation von Wahrheiten

Die Frage ist nicht, ob CO2 einen Einfluss auf die Erdtemperatur hat, sondern in welchem Ausmass. Die Wissenschaft liefert die abschliessende Antwort nicht. Womöglich steckt in der Klimapolitik eine grössere Bedrohung für die westliche Zivilisation als im Klimawandel.

97 Prozent der Klimawissenschaftler unterstützen die Aussage des Weltklimarates – dies wird denjenigen entgegengehalten, die im Spektrum der Klimawissenschaft zu Ergebnissen kommen, die dem Mainstream widersprechen. Insbesondere in Diskussionen mit Politikern, Journalisten, aber auch Klimaaktivisten ist dieser Hinweis das probate Mittel, um jeden Zweifel abzublocken. Zweifel etwa, ob es nicht auch natürliche Ursachen für einen Teil der Erwärmung gegeben haben könnte; ob nicht das CO2 in seiner Klimawirkung überschätzt sei; ob die Klimamodelle wirklich ein zureichendes Bild der realen Klimaentwicklung abgäben.

Der immer wieder zitierte 97-Prozent-Konsens beruht auf einer Arbeit von John Cook, einem australischen Psychologen, aus dem Jahr 2013. Cook hat klimawissenschaftliche Artikel aus den Jahren 1991 bis 2011 untersucht. Er stellte fest, dass 97 Prozent der Veröffentlichungen einen Zusammenhang zwischen Erwärmung und anthropogenem Einfluss annehmen. Schaut man sich die Studie Cooks allerdings etwas genauer an, stellt man fest, dass gerade mal 1,6 Prozent diesen menschlichen Einfluss mit mehr als 50 Prozent beziffern, die restlichen 95,4 Prozent sehen einen Zusammenhang, ohne ihn zu quantifizieren.

Die weit überwiegende Zahl der Wissenschaftler – ich zähle mich zu ihnen – sieht den CO2-Ausstoss durch den Menschen als eine von mehreren Ursachen für die globale Erwärmung der letzten 150 Jahre. Darunter sind einige, die den CO2-Beitrag auf weniger als 50 Prozent einschätzen, einige sicher auch auf 60 oder gar 80 Prozent. Der Uno-Weltklimarat (IPCC) behauptet in seinem Bericht aus dem Jahr 2018, dass ausschliesslich menschliche Aktivitäten für den Anstieg von 0,9 Grad Celsius seit 1850 ursächlich sind. Und landauf, landab verbreiten Politik und Medien, die Wissenschaftler seien sich zu 97 Prozent einig. Abweichende Meinungen werden damit als absurd oder skurril gebrandmarkt.

Da ist es doch interessant, einen Blick auf den letzten Bericht der American Meteorological Society aus dem Jahr 2017 zu werfen. 42 Prozent der befragten Meteorologen erachteten die Natur als bedeutsamere oder mindestens gleichwertige Ursache für die Erwärmung. 49 Prozent sehen den Menschen als Urheber im Vordergrund, allerdings vermuten auch hier nur 15 Prozent den Menschen als alleinig ursächlich: gegenüber der Untersuchung des Zeitraumes 1991 bis 2011 eine deutliche Steigerung, aber eben nur um 15 Prozent.

Nun werden naturwissenschaftliche Erkenntnisse nicht per Mehrheitsentscheid proklamiert. Gerade wenn sich zu politisch gehypten Themen eine unselige Allianz aus Politik, Medien und Wissenschaft bildet, wird es immer gefährlich. Auf dem Höhepunkt der Waldsterbensdebatte in den neunziger Jahren waren die wenigen abweichenden Wissenschaftler sehr schnell isoliert. Sie wurden von den Medien nicht mehr zitiert und von Forschungsmitteln abgeschnitten. Die Realität gab ihnen später recht.

Viele Menschen goutieren Schwarzweiss-aussagen, welche die komplizierte Welt so einfach wie möglich erklären. Von 97 zu 100 Prozent Konsens betreffend menschenverursachtes Klima ist es nur noch ein ganz kleiner Schritt, der alles kolossal vereinfacht und die Schuldfrage auch noch gleich löst. Dabei wird in der Klimawissenschaft mit so extremen Unsicherheiten operiert wie sonst nirgendwo. Sämtliche Klimaberichte strotzen nur so vor Unsicherheiten. Erkenntnisse werden mit Konfidenzbereichen ausgewiesen: «sehr wahrscheinlich», «wahrscheinlich» und «unwahrscheinlich». Man stelle sich vor, Galileo oder Einstein hätten ihre gesetzmässigen Erkenntnisse mit derart ungefähren Formeln begründet.

Weiterlesen in der Weltwoche

 

Leseempfehlung zur Klimadebatte: Welt in Angst – von Michael Crichton

Der Klimaalarm erlebt gerade wieder eine Hochphase. Nachdem man jahrelang Schulbücher und Lehrer auf Linie getrimmt hat, fuhr man nun mit einer inszenierten Schülerprotestwelle reiche Ernte ein. Dabei war es vollkommen gleichgültig, dass die Schüler weder Schulabschluss noch einen tieferen wissenschaftlichen Einblick in die Materie hatten. Hauptsache es waren viele Schüler, die auch noch laut und medienwirksam riefen. Vielleicht war die fachliche Unbedarftheit sogar Voraussetzung, denn wer sich auch nur ein bisschen in der Materie auskennt, hätte den Aktivistenbraten bereits frühzeitig gerochen. Ok, Tor für Klimaalarm, müssen wir mit klarkommen.

Die Muster der Klimadebatte haben sich überraschenderweise in den letzten zwei Jahrzehnten kaum verändert. Das macht auch die Lektüre des Romans Welt in Angst von Michael Crichton überdeutlich. Wer diesen Schmöker noch nicht gelesen hat, dem sei er wärmstens (!) empfohlen. Crichton war ein vielfach mit Preisen ausgezeichneter US-amerikanischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur. Sein gesunder Menschenverstand ließ ihn an der damals aufkeimenden Klimaapokalypse zweifeln, was er literarisch perfekt und wissenschaftlich überzeugend verarbeitete. Wikipedia zum Buch:

2004 kam sein umstrittener Roman Welt in Angst heraus. Darin geht es um Ökoterroristen, die ein künstliches Seebeben auslösen wollen, um die Welt in Angst vor dem Klimawandel zu halten. Der Roman kritisiert die nach Meinung des Autors ideologisierte Wissenschaft. Crichton hielt die Thesen vom weltweiten Klimawandel für falsch; wenn es überhaupt eine Erwärmung gebe, dann sei sie Teil eines natürlichen Zyklus, da sich die Erde seit der letzten Eiszeit erwärme.

Näheres zum Inhalt (von der Buchseite auf Wikipedia):

George Morton ist ein amerikanischer Millionär, der mit seinem Geld Umweltorganisationen unterstützt. Als er bei einem Autounfall verunglückt, möchten Umweltaktivisten überraschend schnell sein Erbe antreten. Georges Anwalt und guter Freund Peter Evans macht sich auf die Spur der verschwundenen Millionen. Begleitet vom geheimnisvollen Agenten John Kenner, stellt Peter fest, in welche dubiosen Projekte Georges Unterstützung geflossen ist und wird gezwungen, seinen eigenen Standpunkt komplett neu zu überdenken.

Den Rest der zitierten Wikipediaseiten brauchen Sie übrigens nicht zu lesen, da Aktivisten das Werk wie üblich in der Luft zerreißen. Hier ein kurzes Beispiel:

Zwar seien die vorgebrachten Argumente auf den ersten Blick plausibel, tatsächlich seien sie jedoch Scheinargumente, die einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhielten. Oft seien sie auch einfach nur falsch. Tatsächlich zeige die Lektüre deutlich, dass Crichton auf gängige Pseudoargumente von Klimaskeptikern reingefallen sei. Umweltschützer warfen ihm zudem Missverständnis von Fakten sowie Fehlinformationen und die Leugnung der anthropogenen Ursachen der Klimaerwärmung vor.

Gegenargumente gibt es wie üblich nicht. Genießen Sie daher das Buch. Ihnen wird vieles sehr bekannt vorkommen, obwohl das Buch bereits vor 15 Jahren erschien.

 

 

 

(übrigens: sie können sich Untertitel in englisch oder deutsch anzeigen lassen, wenn Sie mit der Maus auf den unteren Rand des Youtubeschirms fahren. Dort gibt es ein Rechtecksymbol – links neben dem Rad).

 

 

Michael Crichton verstarb am 4. November 2008 an Krebs.

 

Siehe auch Artikel von Bob Tisdale zum Buch.

 

Klimawandel in Deutschland – Die Fakten

www.klimawandel-in-deutschland.de

Der vergessene Protest: Als sich vor 20 Jahren eine Gruppe AWI-Forscher gegen den Klimaalarm verwehrte

Anfang Juli 2019 brachten wir an dieser Stelle die deutsche Übersetzung einer Petition von 90 italienischen Klimawissenschaftlern gegen den Klimaalarm. Michael Krüger erinnerte eine Woche später im ScienceSkepticalBlog an einen ähnlichen Appell vor 20 Jahren von führenden Klimaforschern am Alfred Wegener Institut in Bremerhaven:

Mit drei Sätzen lässt Prof. Ernst Augstein die Weltklimakonferenz, die am 1. Dezember 1997 im japanischen Kyoto eröffnet wird, als globale Farce erscheinen. „Es stimmt“, sagt er, „dass weltweit die Temperaturen steigen. Es stimmt auch, dass die Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre zunimmt und dass der Mensch dazu beigetragen hat und weiter beiträgt. Es ist aber überhaupt nicht erwiesen, dass der gegenwärtige Temperaturanstieg etwas mit der aktuellen CO2-Zunahme zu tun hat.“ Seine Befürchtung: „Vielleicht drehen wir, was das Weltklima angeht, in Kyoto an den völlig falschen Knöpfen.“

Ernst Augstein ist nicht irgendjemand. Der Ozeanograph am Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven war zeitweise Vorsitzender des Klimabeirates der Bundesregierung.

Augstein bestreitet, dass man aus den Klimasimulationen der Großcomputer auf reale Abläufe in der Natur schließen darf. Es gebe selbst in der jüngeren Erdgeschichte Beispiele für schnelle und große Temperaturänderungen, bei denen das CO2 – der wichtigste Faktor in den Berechnungen – keine Rolle gespielt habe. Er verweist auf die „Kleine Eiszeit“: Zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert habe sich die Weltmitteltemperatur zunächst um knapp ein Grad verringert, um dann binnen 150 Jahren um den gleichen Wert rapide wieder anzusteigen. Erklären kann das bis heute keiner.

Augstein wird unterstützt von dem Geophysiker Heinz Miller (Ex Stellvertretender Direktor des AWI und Polarforscher mit über 30 Jahren Polarerfahrung), dem Klimamodellierer Dirk Olbers und dem Meeresphysiker Claus Böning. Alles Urgesteine der Klimaforschung.

Als Motiv dafür, warum so viele Fachleute anders handeln, kann Augstein sich vieles vorstellen: „Es geht um Millionen an Forschungsgeldern, es geht um Einfluß und um Eitelkeiten.“ Gegenüber dem Vorsitzenden der Weltklimaorganisation WMO in Genf, Prof. Hartmut Graßl, setzt er noch eines drauf: „Persönlich verstehen wir uns gut, sind praktisch Sandkastenfreunde. Aber Graßl ist ein Mann, der gern die Katastrophenorgel dreht, der notfalls auch versucht, Ziele, die er für richtig hält, mit zweifelhaften Argumenten durchzusetzen.“ Und so ist es noch heute.

Ganzen Beitrag im ScienceSkepticalBlog lesen

Einen längeren Bericht zum heute fast vergessenen AWI-Protest  gegen den Klimaalarm kann man in Bild der Wissenschaft in einem Artikel von 1998 nachlesen.

Den AWI-Forschern gebührt höchste Anerkennung. Damals haben Graßl, Hasselmann & Co. die Revolte offenbar schnell in den Griff bekommen. Kurzer Prozess wurde kurz darauf auch mit den Kollegen der BGR gemacht. Die Abteilung mit Klimadissidenten wurde kurzerhand geschlossen, den staatlichen Wissenschaftlern ein Maulkorb verpasst. Der Heidelberger Klimaforscher Augusto Mangini wurde öffentlich von Rahmstorf und Kollegen wegen Aussagen zur natürlichen Klimavariabilität geschmäht. Zu den Klimarealisten gehören und gehörten viele führende Geowissenschaftler, zum Beispiel der bekannte Meeresgeologe Kenneth Hsü. Die Berliner Mauer hatte knapp 30 Jahre Bestand, bevor sie wieder eingerissen wurde. Wie lange wird es wohl noch dauern, bis der Klimaalarm in sich zusammenbricht?

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Kommentar des Politikwissenschaftlers Alexander Straßner (Universität Regensburg) in der Welt vom 11. Juli 2019:

Protest der Klimaschützer: Ein Hilfeschrei der Jugend? Eher ein Vorbote extremistischen Denkens

Aktivisten wie Luisa Neubauer und Greta Thunberg glauben, von vornherein im Recht zu sein – weil sie für das Gemeinwohl kämpfen. Andersdenkende dämonisieren sie, Kompromisse lehnen sie ab. Jede Diskussion wird so unmöglich. Die Vertreter der Klimaschutzbewegung nehmen für sich in Anspruch, aus Gemeinwohlgründen zu handeln. Das mag gut klingen und vielleicht sogar altruistisch motiviert sein. Befeuert von Klimageografen, die mitunter eine kritische Distanz zu ihrem Forschungsfeld vermissen lassen, werden Wissenschaftler als Heilige betrachtet, solange sie die eigenen Standpunkte teilen.

Andere Forschungsergebnisse werden in der gleichsam religiösen Logik als Häresie betrachtet. An die Stelle der Argumentation tritt die Dämonisierung. Die Abwertung des Gegenübers etwa als „alter, weißer Mann“, den man nicht brauche, so die „Fridays for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer, ist mehr als ein Hilfeschrei der Jugend. Es ist ein Vorbote von extremistischen Denkformen. Denn die Bezeichnung „alter, weißer Mann“ ist keine nach Geschlecht oder Zugehörigkeit zu einer Alterskohorte festgelegte Variable, sondern schlicht ein synonym für abweichende Meinungen.

Weiterlesen auf welt.de

 

Vahrenholt: Merkels „Klimaneutralität” kostet Deutschland 3.000 Milliarden Euro mehr

Tichys Einblick am 9. Juli 2019:

Zielerreichung unsicher, Kosten garantiert
Vahrenholt: Merkels „Klimaneutralität” kostet Deutschland 3.000 Milliarden Euro mehr

Kostenbelastung stiege auf bis zu 1.050 Euro monatlich pro Haushalt.

Die Erhöhung der Klimaschutzziele, die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Evangelischen Kirchentag angekündigt hat, würde die deutsche Volkswirtschaft und jeden einzelnen Haushalt erheblich belasten. Wird das von Merkel formulierte Ziel wirklich umgesetzt, das CO2-Reduktionsziel von 90 auf 100 Prozent bis 2050 zu erhöhen, entstünden dadurch nach einer Berechnung des früheren Hamburger Umweltsenators Fritz Vahrenholt (SPD) Mehrkosten von rund 3.000 Milliarden Euro. Damit stiegen die Kosten für das Erreichen der „Klimaneutralität” bis zum Jahr 2050 von bislang geschätzten 4.600 Milliarden auf 7.600 Milliarden Euro. Das ist etwa doppelt so viel wie das Bruttoinlandsprodukt Deutschland im Jahr 2018. Das berichtet das Magazin Tichys Einblick in seiner neusten Ausgabe.

Weiterlesen auf Tichys Einblick

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Die folgende Pressemitteilung der Universität Tübingen vom 6. Juni 2019 hat nichts mit dem Klimawandel zu tun, steht aber exemplarisch für Probleme im etablierten Wissenschaftssystem:

Untersuchungskommission stellt wissenschaftliches Fehlverhalten durch Tübinger Hirnforscher fest

Gremium der Universität Tübingen kritisiert Wissenschaftler für Umgang mit Untersuchungsdaten und fordert Konsequenzen

Eine Untersuchungskommission der Universität Tübingen hat im Fall zweier Hirnforscher wissenschaftliches Fehlverhalten festgestellt. Die Kommission kam nach der Überprüfung einer im Fachmagazin PLOS Biology veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass Untersuchungsdaten in relevantem Umfang nicht ausgewertet beziehungsweise nicht berücksichtigt wurden. Die Kriterien für den Ausschluss dieser Daten seien von den Forschern nicht transparent gemacht worden. Darüber hinaus ließen sich die in der Studie publizierten Ergebnisse in vielen Fällen nicht auf das vorhandene Datenmaterial zurückführen. Das Rektorat der Universität kündigte Konsequenzen an.

Eine Forschergruppe unter der Leitung eines Seniorprofessors der Universität Tübingen hatte im Jahr 2014 Untersuchungen an insgesamt vier Patienten durchgeführt, die an fortgeschrittener Amyotropher Lateralsklerose (ALS) erkrankt waren. ALS ist eine neurodegenerative Erkrankung, die dazu führt, dass Betroffene schrittweise die Fähigkeit verlieren, ihre Muskulatur zu steuern. Im Endstadium sind Patienten vollständig gelähmt und nicht mehr in der Lage, sich ihrer Umgebung mitzuteilen. Man spricht dann von einem „Completely Locked-In Status“. Die Hirnforscher hatten in der Vergangenheit versucht, eine Technik zu entwickeln, um mit diesen vollständig gelähmten Patienten wieder kommunizieren zu können. Dazu wurde die Hirnaktivität mit Hilfe von Infrarotspektroskopie und Elektroenzephalographie (EEG) gemessen. Die Wissenschaftler nahmen an, dass aus diesen Messdaten Rückschlüsse auf die Gedanken der Patienten möglich sind. 

Wie die Kommission für Fehlverhalten in der Wissenschaft in ihrem Beschluss feststellt, stieß das Untersuchungsgremium auf eine Reihe von Verstößen gegen die gute wissenschaftliche Praxis: 

1-Selektive Datenauswahl bei der Datenerhebung
Die Wissenschaftler haben nach dem Ergebnis der Kommission einen Teil ihrer Datensätze bei der Auswertung nicht berücksichtigt, ohne klar definierte und nachprüfbare Kriterien für ihre Auswahl festzulegen. Vielmehr blieben Daten teils aufgrund von angeführten technischen Problemen bei der Erhebung, teils aufgrund persönlicher Entscheidungen des Seniorprofessors unberücksichtigt. Diese Praxis stellt nach Einschätzung der Kommission eine „Verfälschung von Daten durch Zurückweisen unerwünschter Ergebnisse ohne Offenlegung“ dar und steht zudem im Widerspruch zu Angaben, die beide Wissenschaftler in ihrem Fachartikel selbst gemacht haben.

2-Fehlende Offenlegung von Daten und Skripten
In ihrem Fachartikel haben die Wissenschaftler Internet-Links gesetzt, die den Leser zu verschiedenen Datensätzen führen sollen. Darunter fehlt nach dem Ergebnis der Kommission jedoch das Skript, mit welchem einem Computerprogramm Vorgaben zur Auswertung der Daten gemacht wurden. Nach Aufforderung der Kommission hat einer der beiden Hirnforscher dem Gremium zwar Daten zur Verfügung gestellt. Auch aus diesen Daten ließen sich die im Artikel gemachten Angaben jedoch nicht nachvollziehen. Bis zum Abschluss der Untersuchung haben die beiden Wissenschaftler keinen vollständigen Datenbestand nachgewiesen. So fehlen beispielsweise auch die im Artikel dargestellten EEG-Daten. Die Kommission erkennt darin eine „Verfälschung von Daten durch Unterdrücken von relevanten Belegen“. 

3-Fehlende Daten 
Die Wissenschaftler haben nach eigener Darstellung die von ihnen entwickelte Technik einer Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI) bei insgesamt vier Patienten eingesetzt. Die Zahl der Tage, an denen BCI bei den einzelnen Patienten eingesetzt wurde, variiert nach den Angaben im genannten Fachartikel zwischen 6 und 17 Tagen pro Patient. Nach den Ermittlungen der Kommission stimmt die Anzahl der Tage, zu denen Daten vorliegen, mit der Anzahl der Tage, für die im Artikel Auswertungen dargestellt werden, in keinem Fall überein. Beispielsweise wurden bei einem Patienten in PLOS Biology Ergebnisse für zwölf Tage aufgeführt. Der Kommission lagen jedoch nur Daten für acht Tage vor. Bei einem weiteren Patienten werden im Artikel Ergebnisse für 14 Tage aufgeführt, obwohl der Kommission nur Daten für zwölf Tage vorlagen. Die Kommission schloss daraus, dass im Artikel Ergebnisse dargestellt wurden, zu denen keine Daten vorliegen. 

4-Mögliche Datenverfälschung durch fehlerhafte Analyse
Die beim Einsatz am Patienten mittels BCI erzeugten Rohdaten sind von den Wissenschaftlern mithilfe elektronischer Datenverarbeitung analysiert worden. Wesentliche Software-Komponenten der eingesetzten EDV-Systeme wurden von den Wissenschaftlern gegenüber der Kommission nicht offengelegt, so dass eine Beurteilung der eingesetzten Methoden nicht möglich war. Ob die computergestützte Auswertung der Daten korrekt validiert wurde, ließ sich nicht mehr nachvollziehen. Die Kommission konnte allerdings ermitteln, dass ein ehemaliger Mitarbeiter des Seniorprofessors diesen bereits im November 2015 darauf hingewiesen hatte, dass sich aus den Daten in statistisch korrekter Auswertung keine signifikanten Ergebnisse belegen lassen. Diese Informationen legen nach Ansicht der Kommission nahe, dass eine Datenverfälschung stattfand.Universität kündigt Anlaufstelle für Patienten an

Die Kommission hat dem Rektorat der Universität in ihrem Beschluss eine Reihe von Konsequenzen vorgeschlagen. So forderte das Gremium, die beiden Wissenschaftler müssten die umstrittene Studie in PLOS Biology zurückziehen. Ergänzend müssten die Herausgeber der Zeitschrift ebenfalls aufgefordert werden, die Studie zurückzuziehen. Alle Organisationen, die die Studie finanziell gefördert hätten, sowie die Spitzenverbände der deutschen Krankenkassen seien ebenfalls über das Ergebnis zu informieren. Für alle Publikationen, an denen die beiden betroffenen Wissenschaftler seit 2014 mitgewirkt haben, schlägt das Gremium eine nachträgliche Überprüfung durch externe Gutachter vor. Darüber hinaus forderte die Kommission das Rektorat auf, den Status des Seniorprofessors der Universität Tübingen zu überprüfen. Nicht zuletzt wird in dem Beschluss angeregt, eine Anlaufstelle für die betroffenen Patienten und ihre Angehörigen zu schaffen. 

Der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, sagte, die Hochschulleitung werde über die Empfehlungen der Kommission beraten und sehr zeitnah die nun gebotenen Schritte einleiten. Wichtigste Aufgabe sei es, zügig ein Beratungsangebot  für die betroffenen Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen zu schaffen. Die Betroffenen könnten sich in dieser Angelegenheit an das Dekanat der Medizinischen Fakultät wenden. Engler dankte den Kommissionsmitgliedern und den Vertrauensleuten für ihre zielstrebige Arbeit. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten sich akribisch und mit hohem Aufwand in eine komplizierte Materie eingearbeitet und ihre Untersuchungen sehr zeitnah abgeschlossen. „Kommission und Vertrauensleute haben unter Beweis gestellt, dass die Kontrolle der Wissenschaft durch unabhängige Forscherinnen und Forscher an der Universität Tübingen funktioniert“, sagte der Rektor.

Die Überprüfung der in PLOS Biology publizierten Studie war im Frühjahr 2018 durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität ausgelöst worden, der sich an die Vertrauensleute der Medizinischen Fakultät gewandt hatte. Die Vertrauensleute untersuchten die Vorwürfe rund ein halbes Jahr lang intensiv und übergaben ihren Bericht schließlich am 22. November 2018 an die universitäre Kommission für Fehlverhalten in der Wissenschaft. Die Kommission beschloss daraufhin Anfang 2019, ein förmliches Verfahren einzuleiten. 

Engler betonte, für eine internationale Forschungsuniversität sei die Einhaltung der Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis von fundamentaler Bedeutung: „Vor diesem Hintergrund unternehmen wir seit vielen Jahren erhebliche Anstrengungen, allen Forschenden und Studierenden die Prinzipien guter Wissenschaft nahezubringen.“ Die Universität werde den aktuellen Fall – unabhängig von den weiteren Schritten – zum Anlass nehmen, ihre Anstrengungen nochmals zu erhöhen: „Wir werden künftig innerhalb der Universität noch deutlicher kommunizieren, dass wir über ein klares Regelwerk und verlässliche Strukturen verfügen, auf die jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler  zurückgreifen kann,  sobald ein begründeter Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt.“ Hinweisgeber, die sich an Vertrauenspersonen wenden, hätten in solchen Fällen selbstverständlich ein Anrecht darauf, vor Repressalien geschützt zu werden. Jedes Mitglied der Universität habe hier Verantwortung gegenüber der Wissenschaft und ihrer Glaubwürdigkeit zu übernehmen.  

 

Unterschätzte Millenniumszyklik: Bond-Zyklen beeinflussen Regen im westlichen Mittelmeerraum

Pressemitteilung der Universität Leipzig vom 3. April 2019 (via idw):

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Geburtsstunde des europäischen Klimas entdeckt

Ein internationales Forscherteam unter Leitung der Universität Leipzig hat die Klimageschichte von Nordwestafrika und Europa untersucht. Hierbei fanden Prof. Dr. Christoph Zielhofer, Physischer Geograph an der Universität Leipzig, und seine Kollegen Hinweise für den Beginn des heutigen Klimas vor 5.000 Jahren. Eine besondere Rolle spielt hierbei die sogenannte Nordatlantische Oszillation.

Dieses weiträumige Phänomen im Bereich des Nordatlantiks steuert in Nordwestafrika und Europa das aktuelle Klima- und Wettergeschehen und beschreibt die Schwankung der Druckverhältnisse zwischen dem Islandtief im Norden und dem Azorenhoch im Süden. Einher gehen die Schwankungen der Nordatlantischen Oszillation mit großräumigen Veränderungen der Regenmengen, insbesondere im westlichen Mittelmeerraum und in Nordeuropa. Obwohl sich die Erde seit 11.700 Jahren in einer Warmzeit befindet, dem Holozän, scheint der Beginn der aktuellen Klimabedingungen in Europa deutlich später einzusetzen: Die Wissenschaftler identifizierten einen auffälligen Wechsel der hydroklimatischen Verhältnisse vor etwa 5.000 Jahren, der mit dem Einsetzen der aktuell klimabestimmenden Nordatlantischen Oszillation in Zusammenhang gebracht wird. Die Ergebnisse wurden kürzlich in dem Fachjournal „Climate of the Past“ publiziert.

Physische Geographen und Geowissenschaftler der Universitäten Leipzig, Manchester, Marrakech und der Universität von Island sind in das internationale, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt eingebunden. Mit der Untersuchung an Bohrkernen aus dem Sidi-Ali-See im Mittleren Atlas Marokkos konnten die Wissenschaftler verschiedene Winterregenphasen bis zum Beginn des Holozäns vor 11.700 Jahre zurückverfolgen. „Wir haben herausgefunden, dass sich die Winterregenanomalien im westlichen Mittelmeerraum zeitlich mit Kältephasen im Bereich des subpolaren Nordatlantiks verknüpfen lassen“, sagt Christoph Zielhofer, der bei seinen Forschungen eng mit Anne Köhler vom Institut für Geographie der Universität Leipzig zusammengearbeitet hat.

Bereits im Jahr 2001 publizierte der renommierte Geologe Gerard C. Bond eine Serie von neun subpolaren Eisbergvorstößen während des Holozäns, welche er anhand von Mineralpartikeln kontinentaler Herkunft aus marinen Bohrkernen des Nordatlantiks rekonstruierte. Diese sogenannten „Bond-Events“ repräsentieren neun großräumige Abkühlungsphasen über dem Nordatlantik.

Basierend auf Sauerstoffisotopengehalten, gemessen an den Schalen kleiner Muschelkrebse aus dem Bohrkern des Sidi-Ali-Sees, konnten Christoph Zielhofer und sein Team holozäne Regenanomalien für den westlichen Mittelmeerraum rekonstruieren. Diese Anomalien ließen sich mit den „Bond-Events“ aus dem subpolaren Nordatlantik zeitlich verknüpfen. „Unsere Daten deuten darauf hin, dass Phasen geringer winterlicher Regenmengen im westlichen Mittelmeerraum und ‚Bond-Events‘ im Verlauf des Frühholozäns gleichzeitig auftraten“, erläutert William J. Fletcher, Physischer Geograph von der Universität Manchester. Zudem gibt es klare Hinweise auf einen nachhaltigen hydroklimatischen Wechsel im atmosphärisch-ozeanischen Klimasystem des Nordatlantiks vor etwa 5.000 Jahren. In dieser Zeit wechselten die großräumigen Klimamechanismen: Im westlichen Mittelmeerraum gingen nun Phasen zunehmender Winterregen zeitlich einher mit einer vermehrten Bildung von Eisbergen im subpolaren Nordatlantik.

Wiederkehrende Phasen vermehrter Winterregen im westlichen Mittelmeerraum bei gleichzeitiger Abkühlung sind dem aktuellen Verhalten der Nordatlantischen Oszillation ähnlich, die heute das Wetter- und Klimageschehen in ganz Europa maßgeblich beeinflusst. Der auffällige Wechsel vor 5.000 Jahren kann damit als Geburtsstunde unseres heutigen Klimas in Europa verstanden werden. “Wir vermuten, dass der hydroklimatische Wechsel dem Überschreiten eines klimatischen Schwellenwertes gleichkommt, was möglicherweise als eine Reaktion auf orbital bedingte, langfristige Veränderungen der Sonneneinstrahlung zu verstehen ist“, sagt Steffen Mischke von der isländischen Universität in Reykjavik.

Originaltitel der Veröffentlichung in „Climate of the Past“: „Western Mediterranean hydro-climatic consequences of Holocene ice-rafted debris (Bond) events“, doi.org/10.5194/cp-15-463-2019

 

Youtube, Rezo & Co schaden dem Klima mehr als die zivile Luftfahrt

Tagesschau am 13. Mai 2019:

Pläne zum Kohleausstieg: Massiver Widerstand in der Union

In der Union mehren sich kritische Stimmen zu den Plänen für einen Kohleausstieg. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Fischer erklärte, die Empfehlungen der Kohlekommission zerstörten Zukunftsperspektiven.

In der Unionsfraktion gibt es massiven Widerstand gegen den von der Bundesregierung geplanten Kohleausstieg bis 2038 mit milliardenschweren Strukturhilfen für die Kohleregionen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Haushaltspolitiker Axel E. Fischer sagte der Nachrichtenagentur dpa in Berlin: “Die Empfehlungen der Kohlekommission sind als solche nicht bindend. Sie weisen in die falsche Richtung, zerstören Zukunftsperspektiven und schaden der Umwelt.” Fischer gehört einer ganzen Gruppe von Unionsabgeordneten an, die sich mit den Regierungsplänen nicht abfinden wollen.

Ganzen Beitrag auf Tagesschau.de  lesen.

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Björn Lomborg am 29. Mai 2019 in der New York Post:

Calling climate change ‘catastrophic’ makes it harder to find real answers

Ever notice how, in the last decade or so, we quietly stopped just having storms and started having “extreme weather events”? It feels like no temperature drop or seasonal downpour is too small for the media to slap a scary name on it and issue minute-by-minute warnings. Well, now some news outlets and campaigners are trying to do the exact same thing for climate change itself. “Global warming” isn’t scary enough to push through the expensive bills campaigners want. Instead of “climate change,” The Guardian has now decided to call it “climate emergency.” And the British newspaper isn’t alone: Democratic presidential candidates including Beto O’Rourke and Kamala Harris use similar language, as does Rep. Alexandria Ocasio-Cortez.

[...]

All of these doomsday narratives had a kernel of truth: They emphasized new and old threats like air pollution, acid rain and global warming. But although their catastrophe scenarios sold the message, their predictions and prescriptions were absurdly off. Just the same thing is happening today. Climate change is real, and it merits attention — but the reality is far less dire than some campaigners suggest.

Ganzen Artikel in der New York Post lesen.

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Standpoint am 30. Mai 2019:

Greta’s very corporate children’s crusade

Behind the schoolgirl climate warrior lies a shadowy cabal of lobbyists, investors and energy companies seeking to profit from a green bonanza

[...] But the Greta phenomenon has also involved green lobbyists, PR hustlers, eco-academics, and a think-tank founded by a wealthy ex-minister in Sweden’s Social Democratic government with links to the country’s energy companies. These companies are preparing for the biggest bonanza of government contracts in history: the greening of the Western economies.

Ganzen Artikel in Standpoint lesen.

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Neue Zürcher Zeitung (via MSN) am 16. April 2019:

Streaming ist das neue Fliegen – wie der digitale Konsum das Klima belastet

Was digital ist, muss noch lange nicht grün sein. Die Umweltkosten der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) werden zumeist unterschätzt. Ein wichtiger Treiber für einen rasch steigenden Stromverbrauch ist das Streaming von Videos.

[...] Das zeigt eine Studie der französischen Denkfabrik «The Shift Project». Die Organisation hat den ökologischen Fussabdruck der vermeintlich sauberen ICT-Branche zu mes­sen versucht. Sie kommt zum Schluss, dass die umweltpolitischen Folgen der digitalen Wirtschaft konstant unter­schätzt werden. Grund dafür sei nicht nur die fortschreitende Miniaturisierung der Geräte, sondern auch die «Unsichtbarkeit» der verwendeten Infrastruktur – ein Phänomen, das verstärkt werde durch die wachsende Verfügbarkeit von Dienstleistungen in der sogenannten Datenwolke. Das Cloud-Computing sorge dafür, dass die physische Realität digitaler Produkte noch schwieriger wahrnehmbar werde.

Gar so wolkig-harmlos ist die Schadstoffbilanz der Branche nämlich nicht. So wird der An­teil der ICT-Branche an den weltweiten Treibhausgasemissionen auf 3,7% geschätzt; das ist fast doppelt so viel wie der Beitrag der zivilen Luftfahrt (2%) und knapp die Hälfte des Schadstoffausstosses aller Personenfahrzeuge und Motorräder (8%). Sorgen macht den Studienautoren vor allem die rasche Zunahme des digitalen Energieverbrauchs um zirka 9% pro Jahr. Setzt sich dieser Trend fort und steigt das Datenvolumen im Internet weiterhin um rund 30% pro Jahr, wäre die ICT-Branche schon 2025 für 8% aller Treibhausgasemissionen ver­antwortlich.

 

Wie Bäume das Klima retten könnten

Pressemitteilung der ETH Zürich vom 4. Juli 2019:

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Wie Bäume das Klima retten könnten

Die weltweite Aufforstung von Wäldern wäre auf einer Fläche von 0,9 Milliarden Hektar möglich und könnte so zwei Drittel der vom Menschen verursachten CO2 -Emissionen aufnehmen. Dies wäre die effektivste Massnahme gegen den Klimawandel. Zu diesem Schluss kommt eine aktuell in Science publizierten Studie der ETH Zürich.

Das Crowther Lab an der ETH Zürich forscht an naturbasierten Lösungen für den Klimawandel. In der neuen Studie zeigten die Forschenden erstmals auf, wo auf der Welt neue Bäume wachsen könnten und wie viel Kohlenstoff sie speichern würden. Jean-François Bastin, Studienleiter und Postdoc am Crowther Lab erklärt: «Ein Aspekt war für uns bei den Berechnungen besonders wichtig: Wir haben Städte und landwirtschaftliche Flächen von der gesamten Fläche, die das Potenzial zur Wiederaufforstung hat, ausgeschlossen, denn diese Gebiete braucht der Mensch anderweitig.»

Ein Gebiet von der Grösse der USA aufforsten

Die Forschenden berechneten, dass unter den aktuellen klimatischen Bedingungen die Erde mit rund 4,4 Milliarden Hektar Wald bedeckt sein könnte. Das sind 1,6 Milliarden mehr als die derzeit vorhandenen 2,8 Milliarden Hektar. Von diesen 1,6 Milliarden Hektar erfüllen 0,9 Milliarden Hektar das Kriterium nicht von Menschen genutzt zu werden. Derzeit stünde also ein Gebiet von der Grösse der USA für die Aufforstung zur Verfügung. Einst herangewachsen könnten diese neuen Wälder 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern. Das sind etwa zwei Drittel der 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die seit der industriellen Revolution durch den Menschen verursacht in die Atmosphäre gelangten.

ETH-Professor Tom Crowther, Mitautor der Studie und Gründer des Crowther Lab, meint dazu: «Wir alle wussten, dass die Aufforstung der Wälder einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten könnte, aber bislang war unklar, wie gross der Effekt wäre. Unsere Studie zeigt deutlich, dass Flächen zu bewalden derzeit die beste verfügbare Lösung gegen den Klimawandel ist. Allerdings müssen wir schnell handeln, denn es wird Jahrzehnte dauern, bis die Wälder reifen und ihr Potenzial als natürliche CO2-Speicher ausschöpfen.»

Russland wäre am besten geeignet

Die Studie zeigt auch, wo eine Aufforstung am besten möglich wäre. Die meiste Fläche entfällt auf nur sechs Länder: Russland (151 Millionen Hektar), USA (103 Millionen Hektar), Kanada (78,4 MillionenHektar), Australien (58MillionenHektar), Brasilien (49,7 MillionenHektar) und China (40,2MillionenHektar).

Die Studie warnt schliesslich davor, dass viele aktuelle Klimamodelle fälschlicherweise erwarten, dass der Klimawandel die globale Baumbedeckung erhöhe. Zwar werden die Flächen der nördlichen Wälder in Regionen wie Sibirien wahrscheinlich zunehmen. Aber dort beträgt die Baumdichte durchschnittlich nur 30 bis 40 Prozent. Dem gegenüber steht allerdings der Verlust von dichten tropischen Wäldern, die typischerweise eine Baumbedeckung von 90 bis 100 Prozent aufweisen.

Bäume im Blick – auch an der Scientifica

Ein Tool auf der Website des Crowther Lab ermöglicht es Nutzern, einen beliebigen Ort der Welt zu wählen und herauszufinden, wie viele Bäume dort wachsen könnten und wie viel Kohlenstoff sie speichern würden. Zudem bietet es auch Listen von Waldrestaurierungsorganisationen. Das Crowther Lab wird an der diesjährigen Scientifica teilnehmen und das neue Werkzeug vorstellen.

Das Crowther Lab setzt auf naturbasierte Lösungen für den Klimawandel. Es will so erstens die Ressourcen besser zuteilen, indem es Regionen identifiziert, die bei der Aufforstung den grössten Klimaeffekt haben könnten. Zweitens will das Lab realistische und messbare Ziele setzen, um die Wirkung von Sanierungsprojekten zu maximieren; und drittens den Fortschritt laufend überprüfen und gegebenenfalls Korrekturmassnahmen einleiten.

 

Klimanotstandsgesetze: Feste passen einfach nicht mehr in die Zeit, Schluss mit lustig

Schluss mit Reden. Nun wird gehandelt. Stuttgarter Zeitung am 4. Juni 2019:

Klimanotstand killt das Konstanzer Seenachtsfest
Als der Konstanzer Gemeinderat vor wenigen Wochen den Klimanotstand ausrief, wurde das von manchen belächelt. Doch jetzt macht der OB Ernst – und das berühmte Seenachtsfest könnte zum ersten Klimaopfer werden.

[...]

Anfang Mai hatte die Stadt mit 84 000 Einwohnern als erste in Deutschland den Klimanotstand ausgerufen. Kritiker haben daraufhin gewitzelt, das Traditionsfeuerwerk, bei dem Raketen im Wert von 80 000 Euro in den Nachthimmel geschossen werden, müsse als Konsequenz abgesagt werden. Jetzt macht der Oberbürgermeister Burchardt aus dem Spaß Ernst. Er verhandle bereits mit dem Veranstalter. Bis 2020 ist die Ausrichtung des Seenachtsfests an die Stuttgarter Full Moon Group verpachtet. Er gehe davon aus, dass man zu einer einvernehmlichen Lösung komme, sagte Burchardt. Das Seenachtsfest „passt nicht mehr nach Konstanz, und es passt nicht mehr in die Zeit“. Full Moon habe zugesagt, bereits in diesem Jahr die Bemühungen der Stadt zu unterstützen und ein klimafreundlicheres Feuerwerk zu gestalten, heißt es aus der Stadtverwaltung. Eventuell seien bei der Logistik CO2-Einsparungen möglich, sagte Thilo Reutter von Full Moon.

Ganzen Artikel in der Stuttgarter Zeitung lesen.

Ob in Konstanz demnächst die Gelben Westen ausverkauft sein werden? Auch in Berlin hat der Spaß jetzt ein Ende, wie die Morgenpost am 2. Juni 2019 berichtete:

Wegen Klimawandel: Bezirk verbietet Feste im Mauerpark
Pankow will Grünanlagen wie den Mauerpark vor Übernutzung und dem Klimawandel schützen. Feste im Grünen werden nicht mehr gestattet. [...] Eine striktere Maßnahme gegen die Übernutzung von Grünanlagen ist in Pankow seit diesem Frühling schon Realität: Volksfeste und Veranstaltungen in Parks werden nicht mehr genehmigt. „Das Grünanlagengesetz sieht nicht vor, Parks und andere Grünanlagen als frei verfügbare Eventflächen für Feste und andere Veranstaltungen vorzuhalten“, begründet Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) die Einschränkung. Als Anlass für die strengere Regelung nennt er den Schutz des Stadtgrüns vor den Folgen des Klimawandels. Die natürlichen Belastungen aufgrund klimatischer Veränderungen und extremer Wetterlagen hätten deutlich zugenommen, sagt Benn. Damit falle die Fähigkeit der Vegetation zur Selbstregeneration geringer aus.

Das wird die klimastreikende Jugend doch sicher verstehen. Freizeitvergnügen ist generell klimaschädlich, soviel steht fest. Als nächstes müssen Handys und Tablets weg. Mit der eingesparten Energie kann man vielleicht ein ganzes Kohlekraftwerk einsparen. Und ab sofort gelten für die Jugend auch andere Schlafenszeiten: Wenn die Sonne untergeht, bitte bettfertig machen. Abendliches Licht und Fernsehen schädigen das Klima. Das morgendliche Wecksignal ertönt ab sofort bei Sonnenaufgang. Nachhaltiges Leben erfordert eine Anpassung an den natürlichen Rhythmus von Tag und Nacht und optimaler Ausnutzung des Tageslichts.

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Bei der Dauerberieselung mit Klimaalarm wird das gesamte Psycho-Repertoire ausgeschöpft. Anfang Juni 2019 zeigte der Focus sein Können mit einer Horrormeldung:

Folgen des Klimawandels:
Der Mount Everest und seine Opfer: Schmilzt er, tauchen sie wieder auf

Was für ein Bild wird den Lesern da in die Köpfe gesetzt? Was kommt als nächstes: Schuppen und Durchfall durch Klimawandel?

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Weltherausgeber Stefan Aust empfiehlt, einen klaren Kopf zu bewahren. Er schreibt am 1. Juni 2019 in der Welt:

Warten wir doch, bis der Klimahype abgeklungen ist

Vor uns die Sintflut! Dürre in Deutschland! Tornados! Der Tipping Point naht, dann geht die Welt unter! Die von Greta Thunberg geforderte Panik ist voll ausgebrochen, vor allem unter Deutschlands Politikern.

Nach dem Volksparteien-Desaster der Europawahl ist Selbstgeißelung angesagt. Schuld ist das Klima unter den Wählern, die offenbar nur noch ein einziges Thema kennen: das Klima.

Den kostenpflichtigen Welt+- Artikel können Sie hier erwerben.

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Am 15. Februar 2019 erschien in der FAZ der kritische Kommentar “Klimareligion mit Ablasshandel“ von Holger Steltzner, einem der Herausgeber der FAZ. Am 18. März 2019 teilte die FAZ mit, dass Steltzner aus dem Kreis der Herausgeber der Zeitung ausgeschieden ist, weil eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den anderen Herausgebern nicht mehr möglich gewesen sei. Über die konkreten Gründe des Rauswurfs herrscht Unklarheit.

 

Stromspekulanten: Denn sie wissen nicht, was sie tun…

Von Uli Weber

Am 04.07.2019 meldete die BILD-Zeitung, Zitat mit Hervorhebungen:

„Im Juni kam es wiederholt zu Beinahe-Ausfällen im deutschen Stromnetz! Das berichtet die „FAZ“. Um einen Blackout zu verhindern, mussten die Stromanbieter teure „Regelenergie“ im Ausland zukaufen. Die Konzerne sprechen von „signifikanten Systembilanzabweichungen, welche die Systemsicherheit gefährden“. Schuld seien offenbar Starkwinde gewesen, die am 6., 12. und 25. Juni zur Abschaltung von Windrädern zwangen.

Auch im Visier der Bundesnetzagentur: Spekulanten auf dem Strommarkt, die Energie im europäischen Stromnetz verknappt hätten, um Geld zu machen.“

Spekulationen mit Just-in-Time Produkten sind nicht ganz so ganz einfach, wie sich das der durchschnittliche Journalist vorstellen mag. Denken Sie sich mal einen Burgerladen, der spekulativ 100 Burger warmhält. Wenn er die dann nach 6 Stunden noch als „Fast Food“ verkauft, sieht er seine Kunden nie wieder. Bei Strom ist es noch viel schlimmer, denn der muss genau zu der Zeit verbraucht werden, zu der er produziert wird. Versuchen Sie doch einfach mal, ein paar Kilowattstunden für den nächsten Stromausfall beiseitezulegen oder versuchen Sie, damit an der Strombörse spekulieren…

Schaunmeralsomalgenauerhin: Bei der Bundesnetzagentur findet man aktuelle und historische Strommarktdaten. Nachfolgend Erzeugung und Verbrauch vom 10. bis 15. Juni 2019:

 

Das sieht nicht wirklich gut aus, aber von Spekulanten ist dort nichts zu erkennen, sondern vielmehr von Problemen im Regelbereich der konventionellen Kraftwerke. Denn die Regelamplitude für die Stromproduktion scheint nicht mehr auszureichen, um der Tag/Nacht-Verbrauchskurve (rot) zu folgen. Während der mittägliche Solarpeak nur an sonnigen Tagen das mittägliche Maximum überschreitet, kann selbst der geringere Nachtbedarf nicht mehr bereitgestellt werden.

Schauen wir uns zum Vergleich einmal den Vorjahreszeitraum vom 10. bis 15. Juni 2018 an:

 

Drei Dinge sind im direkten Vergleich der beiden Zeiträume vom 10. bis 15. Juni sofort auffällig:

  1. Die Steinkohle ist offenbar der flexibelste konventionelle Stromerzeuger, denn ihr Beitrag schwankte 2018 im Tagesverlauf sehr viel stärker als Braunkohle und Kernenergie.
  2. Die Verbrauchskurve wird 2018 sehr viel besser von der Erzeugung abgebildet als 2019.
  3. Die Steinkohle hatte 2018 noch einen deutlich höheren Beitrag zur Stromerzeugung geliefert als 2019.

 

Bei einem aktuell geringen Beitrag der Steinkohlekraftwerke zur Gesamterzeugung können die Tag/Nacht-Schwankung des Strombedarfs also regeltechnisch nicht mehr aufgefangen werden. Und kaum sind wir den Kohlestrom los, der angeblich unser Stromnetz „verstopft“, schon haben wir Spekulanten am Hals. Diese „Spekulanten auf dem Strommarkt, die Energie im europäischen Stromnetz verknappt hatten“ sind also die deutschen Steinkohlekraftwerke. Die Stromproduktion aus Steinkohle in Deutschland dürfte sich von 2018 auf 2019 aber nicht ganz von selbst reduziert haben. Denn ohne entsprechende EEG-Subventionen hätten sie ihre Erzeugungsleistung wohl schon aus wirtschaftlichen Erwägungen gar nicht so weit herunterfahren können.

Wir müssen jetzt also regelmäßig nachts Strom aus dem Ausland importieren, wie es die die nachstehende Abbildung für den Zeitraum vom 26. Juni bis zum 06. Juli 2019 zeigt:

 

Was passiert da eigentlich gerade mit unserem Stromerzeugungssystem?

Es gab zwischenzeitlich ein paar Erfolgsmeldungen, der deutsche Stromexport sei erheblich gesunken. Offenbar wurde in Deutschland die Stromerzeugung aus Steinkohle erheblich zurückgefahren, um solche Meldungen verbreiten zu können. Die Kehrseite ist, dass die konventionelle Anpassung der Stromerzeugung an die Verbrauchsschwankungen nicht mehr funktioniert und sogar nachts erhebliche Strommengen aus dem Ausland zugekauft werden müssen. Und zum Dank dafür nennt man diese europäischen Notstromlieferanten dann auch noch „Spekulanten“…

Die wirklichen Stromspekulanten sind aber nicht auf dem europäischen Strommarkt zu finden, sondern bei den ideologischen Protagonisten des EEG in Deutschland, die offenbar schon wieder an einem für den deutschen Stromkunden sehr teuren Stellrädchen herumgespielt haben und jetzt ganz laut „haltet den Dieb“ schreien lassen…

 

AMO-Zyklus auf dem absteigenden Ast: Rotes Meer wird sich in den kommenden Jahrzehnten wohl abkühlen

Vor sieben Jahren schlugen wir in unserem Buch “Die kalte Sonne” vor, Ozeanzyklen für Mittelfristprognosen einzusetzen. Das Klimaestablishment war damals strikt dagegen. Heute haben sich die Zeiten zum Glück geändert. Ein Team um George Krokos analysierte am 15. März 2019 in den Geophysical Research Letters die Temperaturentwicklung des Roten Meeres, welches sich in den letzten Jahrzehnten spürbar erwärmt hat. Die Forscher setzten dies in den Langfrist-Kontext und erkannten eine starke Korrelation mit dem 70-jährigen Ozeanzyklus der AMO (Atlantischen Multidekadenoszillation). Da die AMO nun ihren Scheitelpunkt erreicht hat, erwarten Krokos und Kollegen nun eine Abkühlung des Roten Meeres in den kommenden drei Jahrzehnten. Hier der Abstract des Papers:

Natural Climate Oscillations may Counteract Red Sea Warming Over the Coming Decades
Recent reports of warming trends in the Red Sea raise concerns about the response of the basin’s fragile ecosystem under an increasingly warming climate. Using a variety of available Sea Surface Temperature (SST) data sets, we investigate the evolution of Red Sea SST in relation to natural climate variability. Analysis of long‐term SST data sets reveals a sequence of alternating positive and negative trends, with similar amplitudes and a periodicity of nearly 70 years associated with the Atlantic Multidecadal Oscillation. High warming rates reported recently appear to be a combined effect of global warming and a positive phase of natural SST oscillations. Over the next decades, the SST trend in the Red Sea purely related to global warming is expected to be counteracted by the cooling Atlantic Multidecadal Oscillation phase. Regardless of the current positive trends, projections incorporating long‐term natural oscillations suggest a possible decreasing effect on SST in the near future.

 

Abbildung: Temperaturentwicklung des Roten Meeres. Daten: Hadley Centre. Abbildung: Krokos et al. 2019

 

 

Phänologie: Pflanzen bestätigen Erwärmungs-Hiatus zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Zwischen 1998 und 2015 gab es ein Jahrzehnt, in dem die Temperaturen nicht weiter anstiegen. Die Zeit wurde in der Fachwelt auch “Hiatus” genannt (Abb. 1) und war Thema zahlreicher Fachpublikationen.

Abbildung 1: Globale Temperaturentwicklung 1998-2015 (HadCRUT). Graphik: Woodfortrees.

 

Erst der El Nino 2015/16 brachte dann wieder eine Erwärmung. Seit der El  Nino-Spitze sacken die Temperaturen aber wieder ab (Abb. 2).

Abbildung 2: Globale Temperaturentwicklung 2015-2019 (HadCRUT). Graphik: Woodfortrees.

 

Phänologen haben den Hiatus jetzt auch in den Blühzeiten der Pflanzen nachgewiesen. In der Zeit der Erwärmungspause veränderten sich die Blühzeiten kaum, wie eine Studie von Xufeng Wang und Kollegen dokumentiert, die am 3. Juni 2019 in Nature Communications erschien. Hier der dazugehörige Abstract:

No trends in spring and autumn phenology during the global warming hiatus
Phenology plays a fundamental role in regulating photosynthesis, evapotranspiration, and surface energy fluxes and is sensitive to climate change. The global mean surface air temperature data indicate a global warming hiatus between 1998 and 2012, while its impacts on global phenology remains unclear. Here we use long-term satellite and FLUXNET records to examine phenology trends in the northern hemisphere before and during the warming hiatus. Our results based on the satellite record show that the phenology change rate slowed down during the warming hiatus. The analysis of the long-term FLUXNET measurements, mainly within the warming hiatus, shows that there were no widespread advancing (or delaying) trends in spring (or autumn) phenology. The lack of widespread phenology trends partly led to the lack of widespread trends in spring and autumn carbon fluxes. Our findings have significant implications for understanding the responses of phenology to climate change and the climate-carbon feedbacks.

Die University of New Hampshire (UNH) gab dazu die folgende Pressemitteilung heraus:

UNH Researchers Find Slowdown in Earth’s Temps Stabilized Nature’s Calendar

Sometimes referred to as nature’s calendar, phenology looks at the seasonal life cycle of plants and animals and is one of the leading indicators of climate change. It’s the observance of natural occurrences like the first formation of buds and flowers in the spring and the changing colors of leaves in the fall. According to researchers at the University of New Hampshire, when the rate of the Earth’s air temperature slows down for a significant amount of time, so can phenology.

In a study, recently published in the journal Nature Communications, researchers focused on a 15-year period in the early part of this century, when there was a temporary slowdown in the rise of the Earth’s air temperatures. It continued to rise, but more slowly than in the years before and after. Scientists found that during that period, phenology remained relatively constant from year to year, with no appreciable increase in the length of the growing seasons.

“This finding was a big surprise to us because the Earth’s climate is changing and affecting the length of the seasons,” says Jingfeng Xiao, a research associate professor at the UNH Earth Systems Research Center. “Over the past decades we have experienced longer growing seasons, with spring coming earlier and fall coming later, but this wasn’t the situation from 1998 to 2012 in the northern hemisphere.”

Phenology plays a major role in helping to regulate plant photosynthesis, transpiration, and energy exchange. When phenology stabilizes, it’s easier to estimate when to start a garden, when fall foliage will peak and helps life cycles like pollination, migration and mating. Researchers examined the carbon dioxide exchange between plants and the atmosphere from 56 sites located in forests, croplands, savannas, shrublands and grasslands in the northern hemisphere. They were the first to compare those findings with satellite imagery that indicated the dates of leaf-out (when leaves emerge in the spring) and senescence (when leaves fall and plants die off or enter dormancy in autumn) to estimate the length and timing of the growing season, which stayed about the same for that time period. 

Earlier leaf-out and/or later senescence can mean a longer growing season, increase in agriculture production and crop yield, as well as an increase in the amount of carbon dioxide absorbed by plants from the atmosphere. However, it can also mean the need for more water use and could affect stream flow and aggravate water crisis issues. “It’s not just about plants, many people are also physically affected by phenological trends,” said Xiao. “Anyone suffering from seasonal allergies knows, an earlier spring, or growing season, can mean an earlier allergy season.”

Phenological variations also make it more difficult for scientists to estimate the Earth’s carbon, water and energy exchange between the atmosphere and the Earth’s surface, which can then affect climate change projections. The scientists admit that the time period they studied, where the Earth’s air temperature rate slowed down, may seem to contrast with other research on global warming but they emphasize that even during this period the Earth’s temperatures continued to rise. They point out that temporary trends like this one require very long datasets — at least a decade or longer — to properly assess big-picture phenological trends.

Funding for this research was provided in part by the National Aeronautics and Space Administration (NASA). The University of New Hampshire inspires innovation and transforms lives in our state, nation and world. More than 16,000 students from all 50 states and 71 countries engage with an award-winning faculty in top-ranked programs in business, engineering, law, health and human services, liberal arts and the sciences across more than 200 programs of study. As one of the nation’s highest-performing research universities, UNH partners with NASA, NOAA, NSF and NIH, and receives more than $110 million in competitive external funding every year to further explore and define the frontiers of land, sea and space. 

 

90 italienische Wissenschaftler unterzeichnen Petition gegen Klimaalarm

Wir müssen „auf die Wissenschaftler hören“ predigen die Klima-Panikmacher. Ja, in Italien haben vor kurzem über 90 Wissenschaftler eine Petition unterzeichnet mit dem Titel: “Klima, eine Gegenstrom-Petition“:

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An den Präsidenten der Republik
An den Präsidenten des Senats
An den Präsidenten der Abgeordnetenkammer
An den Präsidenten des Rats

19.6.2019

 

PETITION ZUR GLOBALEN ANTHROPOGENEN ERWÄRMUNG

Die Unterzeichnenden, Bürger und Wissenschaftler, schicken eine warme Einladung an die politischen Führungskräfte, eine Umweltschutzpolitik einzuführen, welche im Einklang mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen steht.

Insbesondere ist es dringend, die Verschmutzung dort zu bekämpfen, wo sie auftritt, gemäß den Befunden der modernsten Wissenschaft. Diesbezüglich ist die Verzögerung beklagenswert, mit welcher der Wissensreichtum, der von der Welt der Forschung zur Verfügung gestellt wird, benutzt wird, um die anthropogenen Schadstoffemissionen zu reduzieren, welche sowohl in den kontinentalen als auch Meeresumweltsystemen weit verbreitet vorhanden sind.

Aber uns muss bewusst sein, dass KOHLENDIOXID SELBST NICHT EIN SCHADSTOFF IST. Im Gegenteil. Es ist für das Leben auf unserem Planeten unentbehrlich.

In den letzten Jahrzehnten hat sich eine These verbreitet, dass die Erwärmung der Erdoberfläche um rund 0,9°C, welche ab 1850 beobachtet worden ist, anomal wäre und ausschließlich von menschlichen Aktivitäten verursacht werden würde, insbesondere durch den Ausstoß von CO2 in die Atmosphäre beim Gebrauch fossiler Brennstoffe.

Dies ist die These der anthropogenen globalen Erwärmung, welche von dem Weltklimarat (IPCC) der Vereinten Nationen gefördert wird, deren Konsequenzen Umweltveränderungen sein würden, die so ernst wären, dass man enormen Schaden in der unmittelbaren Zukunft fürchten muss, außer wenn drastische und kostenintensive Abschwächungsmaßnahmen unverzüglich ergriffen werden.

Diesbezüglich sind viele Nationen in der Welt Programmen beigetreten, um Kohlendioxidemissionen zu reduzieren, und werden unter Druck gesetzt, auch durch eine nicht nachlassende Propaganda, zunehmend fordernde Programme anzunehmen, deren Umsetzung, welche mit hohen Belastungen auf die Wirtschaften der einzelnen Mitgliedsstaaten verbunden ist, von Klimakontrolle abhängig wäre und daher die „Rettung“ des Planeten.

Jedoch ist der anthropogene Ursprung der globalen Erwärmung EINE UNBEWIESENE HYPOTHESE, nur abgeleitet von einigen Klimamodellen, d.h. komplexen Computerprogrammen, genannt ‚General Circulation Models‘.

Hingegen hat die wissenschaftliche Literatur zunehmend die Existenz einer natürlichen Klimaschwankung betont, welche die Modelle nicht reproduzieren können.

Diese natürliche Schwankung erklärt einen beachtlichen Teil der globalen Erwärmung, welche seit 1850 beobachtet worden ist. Die anthropogene Verantwortung für die Klimaveränderung, welche in dem letzten Jahrhundert beobachtet worden ist, wird daher UNGERECHTFERTIGT ÜBERTRIEBEN und Katastrophenvorhersagen SIND NICHT REALISTISCH.

Das Klima ist das komplexeste System auf unseren Planeten, daher muss man sich damit mit Methoden befassen, welche adäquat sind und mit seinem Niveau der Komplexität übereinstimmen.

Klimasimulationsmodelle reproduzieren nicht die beobachtete natürliche Schwankung des Klimas und rekonstruieren insbesondere nicht die warmen Perioden der letzten 10.000 Jahre. Diese haben sich ungefähr alle tausend Jahre wiederholt und schließen die gut bekannte mittelalterliche Warmzeit ein, die heiße römische Periode, und generell die Warmzeiten während des „Holozänen Optimums“.

Die PERIODEN DER VERGANGENHEIT SIND AUCH WÄRMER GEWESEN ALS DIE GEGENWÄRTIGE ZEIT, obwohl die CO2 Konzentration niedriger war als die gegenwärtige, dieweil sie mit den tausendjährigen Zyklen der Sonnenaktivität verbunden sind. Die Auswirkungen werden von den Modellen nicht reproduziert.

Es sollte daran gedacht werden, dass die Erwärmung, welche seit 1900 beobachtet worden ist, tatsächlich in den 1700en begann, d.h. am Tiefpunkt der Kleinen Eiszeit, der kältesten Periode der letzten 10.000 Jahre (übereinstimmend mit dem tausendjährigen Tiefpunkt der Sonnenaktivität, welche Astrophysiker Maunder Minimum nennen). Seitdem ist die Sonnenaktivität, ihrem tausendjährigen Zyklus folgend, angestiegen, wobei sie die Erdoberfläche erwärmt.

Des Weiteren versagen die Modelle dabei, die bekannten Klimaschwankungen von ungefähr 60 Jahren zu reproduzieren.

Diese waren zum Beispiel verantwortlich für eine Warmzeit (1850-1880) gefolgt von einer kühleren Periode (1880-1910), eine Erwärmung (1910-40), eine Abkühlung (1940-70) und einer neuen wärmeren Periode (1970-2000) ähnlich der, welche 60 Jahre früher beobachtet wurde.

Die folgenden Jahre (2000-2019) sahen einen Anstieg, der nicht von den Modellen vorhergesagt wurde, von ungefähr 0,2°C pro Jahrzehnt, und eine beachtliche Klimastabilität, welche sporadisch von den schnellen natürlichen Schwankungen des äquatorialen Pazifischen Ozeans  unterbrochen wurde, bekannt als die El Nino Southern Oscillations, wie diejenige, welche zu der temporären Erwärmung zwischen 2015 und 2016 führte.

Die Medien behaupten auch, dass extreme Ereignisse, wie z.B. Hurrikans und Zyklone, alarmierend angestiegen sind. Umgekehrt sind diese Ereignisse, wie viele Klimasysteme, seit dem zuvor erwähnten 60-Jahre-Zyklus moduliert worden.

Zum Beispiel, wenn wir die offiziellen Daten von 1880 über tropische Atlantikzyklone betrachten, welche Nordamerika getroffen haben, scheinen sie eine starke 60-Jahre Schwankung zu haben, entsprechend der thermischen Schwankung des Atlantiks, genannt Atlantic Multidecadal Oscillation (=atlantische mehrdekadische Schwankung).

Die Spitzen, welche pro Jahrzehnt beobachtet wurden, sind in den Jahren 1880-90, 1940-50 und 1995-2005 miteinander kompatibel. Von 2005 bis 2015 nahm die Anzahl der Zyklone ab, wobei dies präzise dem zuvor erwähnten Zyklus folgte. Somit gibt es in der Zeitspanne von 1880-2015 zwischen der Anzahl der Zyklone (welche schwanken) und dem CO2 (welches monoton ansteigt) keine Korrelation.

Das Klimasystem wird noch nicht ausreichend verstanden. Obwohl es wahr ist, dass CO2 ein Treibhausgas ist, ist laut dem IPCC die Klimasensitivität auf dessen Anstieg in der Atmosphäre immer noch extrem unsicher.

Es wird geschätzt, dass eine Verdoppelung der Konzentration des atmosphärischen CO2 von ungefähr 300ppm vorindustriell auf 600ppm die Durchschnittstemperatur des Planeten von einem Minimum von 1°C bis zu einem Maximum von 5°C erhöhen kann.

Diese Unsicherheit ist enorm.

Jedenfalls schätzen viele neue Studien, die auf experimentellen Daten basieren, dass die Klimasensitivität auf CO2 BEDEUTEND NIEDRIGER ist als jene, die von den IPCC Modellen geschätzt wird.

Dann ist es wissenschaftlich unrealistisch, die Verantwortung für die Erwärmung, welche vom vergangenen Jahrhundert bis heute beobachtet wurde, den Menschen zuzuschreiben. Die voreilenden Vorhersagen der Panikmacher sind daher nicht glaubwürdig, da sie auf Modellen basieren, deren Ergebnisse den experimentellen Daten wiedersprechen.

Alle Beweise legen nahe, dass diese MODELLE den anthropogenen Beitrag ÜBERSCHÄTZEN und die natürliche Klimaschwankung unterschätzen, besonders jene, die von der Sonne, dem Mond und den Meeresschwankungen verursacht wird.

Schließlich veröffentlichen die Medien die Nachricht, laut dessen es in Bezug auf die menschliche Ursache der gegenwärtigen Klimaänderung einen fast einstimmigen Konsens unter den Wissenschaftlern gibt, dass die wissenschaftliche Debatte abgeschlossen werden würde.

Jedoch müssen wir uns zuerst einmal bewusst werden, dass die wissenschaftliche Methode bestimmt, dass die Fakten und nicht die Anzahl der Anhänger eine Mutmaßung zu einer gemeinsamen wissenschaftlichen Theorie machen.

Wie dem auch sei, der gleiche angebliche Konsens EXISTIERT NICHT. Es gibt tatsächlich eine bemerkenswerte Variabilität an Meinungen unter den Spezialisten – Klimatologen, Meteorologen, Geologen, Geophysiker, Astrophysiker – von denen viele einen wichtigen natürlichen Beitrag zur globalen Erwärmung anerkennen, welche von der vorindustriellen Zeit und sogar von der Vorkriegszeit bis heute beobachtet worden ist.

Es hat auch Petitionen gegeben, welche von tausenden von Wissenschaftlern unterschrieben worden sind, die eine abweichende Meinung zur Mutmaßung der anthropogenen globalen Erwärmung ausgedrückt haben.

Diese umfassen diejenige, welche 2007 von dem Physiker F. Seitz gefördert wurde, ehemaliger Präsident der American National Academy of Science, und diejenige, welche von dem nichtstaatlichen Weltklimarat (NIPCC) gefördert wurde, deren Bericht von 2009 zu dem Schluss kommt, dass „die Natur, und nicht die Aktivität des Menschen, regiert das Klima“.

Zum Schluss, angesichts der ENTSCHEIDENDEN WICHTIGKEIT, WELCHE FOSSILE TREIBSTOFFE für die Energieversorgung der Menschheit haben, schlagen wir vor, dass sie  nicht der Politik von kritikloser Reduzierung der Emission von Kohlendioxid in die Atmosphäre unterworfen werden sollten mit DEM ILLUSORISCHEN ANSCHEIN DES BEHERRSCHENS DES KLIMAS.

 

FÖRDERKOMITEE :

1. Uberto Crescenti, Emeritus Professor of Applied Geology, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara, formerly Rector and President of the Italian Geological Society.

2. Giuliano Panza, Professor of Seismology, University of Trieste, Academician of the Lincei and of the National Academy of Sciences, called of the XL, 2018 International Award of the American Geophysical Union.

3. Alberto Prestininzi, Professor of Applied Geology, La Sapienza University, Rome, formerly Scientific Editor in Chief of the magazine International IJEGE and Director of the Geological Risk Forecasting and Control Research Center.

4. Franco Prodi, Professor of Atmospheric Physics, University of Ferrara.

5. Franco Battaglia, Professor of Physical Chemistry, University of Modena; Galileo Movement 2001.

6. Mario Giaccio, Professor of Technology and Economics of Energy Sources, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara, former Dean of the Faculty of Economics.

7. Enrico Miccadei, Professor of Physical Geography and Geomorphology, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara.

8. Nicola Scafetta, Professor of Atmospheric Physics and Oceanography, Federico II University, Naples.

UNTERZEICHNENDE

1. Antonino Zichichi, Emeritus Professor of Physics, University of Bologna, Founder and President of the Ettore Center for Scientific Culture Majorana di Erice.

2. Renato Angelo Ricci, Professor Emeritus of Physics, University of Padua, former President of the Italian Society of Physics and Society European Physics; Galileo Movement 2001.

3. Aurelio Misiti, Professor of Health-Environmental Engineering, University of Sapienza, Rome.

4. Antonio Brambati, Professor of Sedimentology, University of Trieste, Project Manager Paleoclima-mare of PNRA, already President of the National Oceanography Commission.

5. Cesare Barbieri, Professor Emeritus of Astronomy, University of Padua.
6. Sergio Bartalucci, Physicist, President of the Association of Scientists and Tecnolgi for Italian Research.
7. Antonio Bianchini, Professor of Astronomy, University of Padua.
8. Paolo Bonifazi, former Director of the Institute of Interplanetary Space Physics, National Astrophysical Institute.
9. Francesca Bozzano, Professor of Applied Geology, Sapienza University of Rome, Director of the CERI Research Center.
10. Marcello Buccolini, Professor of Geomorphology, University University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara.
11. Paolo Budetta, Professor of Applied Geology, University of Naples.
12. Monia Calista, Researcher in Applied Geology, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara.
13. Giovanni Carboni, Professor of Physics, Tor Vergata University, Rome; Galileo Movement 2001.
14. Franco Casali, Professor of Physics, University of Bologna and Bologna Academy of Sciences.
15. Giuliano Ceradelli, Engineer and climatologist, ALDAI.
16. Domenico Corradini, Professor of Historical Geology, University of Modena.
17. Fulvio Crisciani, Professor of Geophysical Fluid Dynamics, University of Trieste and Marine Sciences Institute, Cnr, Trieste.
18. Carlo Esposito, Professor of Remote Sensing, La Sapienza University, Rome.
19. Mario Floris, Professor of Remote Sensing, University of Padua.
20. Gianni Fochi, Chemist, Scuola Normale Superiore of Pisa; scientific journalist.
21. Mario Gaeta, Professor of Volcanology, La Sapienza University, Rome.
22. Giuseppe Gambolati, Fellow of the American Geophysica Union, Professor of Numerical Methods, University of Padua.
23. Rinaldo Genevois, Professor of Applied Geology, University of Padua.
24. Carlo Lombardi, Professor of Nuclear Plants, Milan Polytechnic.
25. Luigi Marino, Geologist, Geological Risk Forecasting and Control Research Center, La Sapienza University, Rome.
26. Salvatore Martino, Professor of Seismic Microzonation, La Sapienza University, Rome.
27. Paolo Mazzanti, Professor of Satellite Interferometry, La Sapienza University, Rome.
28. Adriano Mazzarella, Professor of Meteorology and Climatology, University of Naples.
29. Carlo Merli, Professor of Environmental Technologies, La Sapienza University, Rome.
30. Alberto Mirandola, Professor of Applied Energetics and President of the Research Doctorate in Energy, University of Padua.
31. Renzo Mosetti, Professor of Oceanography, University of Trieste, former Director of the Department of Oceanography, Istituto OGS, Trieste.

32. Daniela Novembre, Researcher in Mining Geological Resources and Mineralogical Applications, University G. D’Annunzio, Chieti Pescara.
33. Sergio Ortolani, Professor of Astronomy and Astrophysics, University of Padua.
34. Antonio Pasculli, Researcher of Applied Geology, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara.
35. Ernesto Pedrocchi, Professor Emeritus of Energetics, Polytechnic of Milan.
36. Tommaso Piacentini, Professor of Physical Geography and Geomorphology, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara.
37. Guido Possa, nuclear engineer, formerly Deputy Minister Miur.
38. Mario Luigi Rainone, Professor of Applied Geology, University of Chieti-Pescara.
39. Francesca Quercia, Geologist, Research Director, Ispra.
40. Giancarlo Ruocco, Professor of Structure of Matter, La Sapienza University, Rome.
41. Sergio Rusi, Professor of Hydrogeology, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara.
42. Massimo Salleolini, Professor of Applied Hydrogeology and Environmental Hydrology, University of Siena.
43. Emanuele Scalcione, Head of Regional Agrometeorological Service Alsia, Basilicata.
44. Nicola Sciarra, Professor of Applied Geology, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara.
45. Leonello Serva, Geologist, Director of Geological Services of Italy; Galileo Movement 2001.
46. ​​Luigi Stedile, Geologist, Geological Risk Review and Control Research Center, La Sapienza University, Rome.
47. Giorgio Trenta, Physicist and Physician, President Emeritus of the Italian Association of Medical Radiation Protection; Galileo Movement 2001.
48. Gianluca Valenzise, ​​Director of Research, National Institute of Geophysics and Volcanology, Rome.
49. Corrado Venturini, Professor of Structural Geology, University of Bologna.
50. Franco Zavatti, Astronomy Researcher, University of Bologna.
51. Achille Balduzzi, Geologist, Agip-Eni.
52. Claudio Borri, Professor of Construction Sciences, University of Florence, Coordinator of the International Doctorate in Engineering Civil.
53. Pino Cippitelli, Agip-Eni Geologist.
54. Franco Di Cesare, Executive, Agip-Eni.
55. Serena Doria, Researcher of Probability and Mathematical Statistics, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara.
56. Enzo Siviero, Professor of Ponti, University of Venice, Rector of the e-Campus University.
57. Pietro Agostini, Engineer, Association of Scientists and Tecnolgi for Italian Research.
58. Donato Barone, Engineer.
59. Roberto Bonucchi, Teacher.
60. Gianfranco Brignoli, Geologist.
61. Alessandro Chiaudani, Ph.D. agronomist, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara.
62. Antonio Clemente, Researcher in Urban Planning, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara.
63. Luigi Fressoia, urban architect, Perugia.
64. Sabino Gallo, nuclear engineer.
65. Daniela Giannessi, First Researcher, Ipcf-Cnr, Pisa.
66. Roberto Grassi, Engineer, Director of G&G, Rome.
67. Alberto Lagi, Engineer, President of Restoration of Complex Damaged Plants.
68. Luciano Lepori, Ipcf-Cnr Researcher, Pisa.
69. Roberto Madrigali, Metereologo.
70. Ludovica Manusardi, Nuclear physicist and scientific journalist, Ugis.
71. Maria Massullo, Technologist, Enea-Casaccia, Rome.
72. Enrico Matteoli, First Researcher, Ipcf-Cnr, Pisa.
73. Gabriella Mincione, Professor of Sciences and Techniques of Laboratory Medicine, University G. D’Annunzio, Chieti-Pescara.
74. Massimo Pallotta, First Technologist, National Institute for Nuclear Physics.
75. Enzo Pennetta, Professor of Natural Sciences and scientific divulger.
76. Nunzia Radatti, Chemist, Sogin.
77. Vincenzo Romanello, Nuclear Engineer, Research Center, Rez, Czech Republic.
78. Alberto Rota, Engineer, Researcher at Cise and Enel.
79. Massimo Sepielli, Director of Research, Enea, Rome.
80. Ugo Spezia, Engineer, Industrial Safety Manager, Sogin; Galileo Movement 2001.
81. Emilio Stefani, Professor of Plant Pathology, University of Modena.
82. Umberto Tirelli, Visiting Senior Scientist, Istituto Tumori d’Aviano; Galileo Movement 2001.
83. Roberto Vacca, Engineer and scientific writer.

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Italienisches Original hier

Deutsche Übersetzung von Doris Gosselin

Englische Übersetzung hier

 

Alberta schafft seine CO2-Steuer wieder ab

Futurezone.de am 20. Juni 2019:

Tornados, Hitzewellen, Dauerregen: Deshalb ist das Wetter in Deutschland so extrem
In Deutschland wird das Wetter regelrecht zum Unwetter: Die Hitze heißer, der Regen länger, die Stürme stärker. Spüren wir die Auswirkungen der Klimakrise bereits?

Au weia. 50 Cent in die Fake News-Kasse. Hätte der Autor doch mal auf www.klimawandel-in-deutschland.de vorher nachgelesen:

Stürme: Das PIK Potsdam wertete Satellitendaten aus und stellte für die vergangenen 35 Jahre eine signifikante Abnahme der Sturmaktivität während des Sommers in den mittleren Breiten der nördlichen Hemisphäre fest, darunter auch in Deutschland. Winterstürme über dem Nordatlantik und Nordwesteuropa zeigen jedoch starke, jahrzehntelange Schwankungen, wobei derzeit kein Langzeittrend sichtbar ist, wie ein Team um Frauke Feser vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht dokumentierte. Erkennbar sind eine Verringerung der Sturmaktivität seit den 1880ern bis Mitte der 1960er Jahre und ein darauf folgender Anstieg bis Mitte der 1990er Jahre. Ab Mitte der 1990er Jahre verringert sich dann wiederum die Sturmaktivität. Ähnliches fand ein Wissenschaftlerteam um Sönke Dangendorf von der Universität Siegen. Die Forscher untersuchten die Sturmgeschichte der Nordsee für die vergangenen 170 Jahre und konnten ebenfalls keinen Langzeittrend bei Stürmen und Sturmfluten feststellen. Noch weiter zurückreichende Sturmrekonstruktionen aus dem mitteleuropäischen Raum zeigen zudem, dass die Kleine Eiszeit generell sogar stürmischer als heute war.

Dauerregen: Seit 1951 hat sich die Häufigkeit von Starkniederschlag von mehr als 30 mm nur geringfügig erhöht (Abb. 3). Die Veränderung ist aus statistischer Sicht jedoch insignifikant, so dass kein belastbarer Langzeittrend ausgemacht werden kann. Die Zeitreihe moderner Radardaten zum Starkregen ist leider noch zu kurz, um aussagekräftige Trends interpretieren zu können.

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Was eingeführt wird, kann man auch wieder beenden. So geschehen in Kanada. Alberta schafft seine CO2-Steuer wieder ab. Näheres hierzu auf Global News.

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Die atlantische Hurrikansaison dauert üblicherweise vom 1. Juni bis zum 30. November. Das Climate Forecast Applications Network (CFAN) sagte Ende Mai für dieses Jahr (2019) eine sturmreiche Saison vorher (pdf hier). Judith Curry gibt zu bedenken, dass die relevanten Basisdaten für Hurrikanprognosen erst Ende Juni vorliegen, die Prognose daher mit Vorsicht zu genießen ist. Man darf gespannt sein und hoffen, dass sich CFAN geirrt hat. Die NOAA veröffentlichte Ende Mai 2019 ebenfalls eine Prognose, sieht aber nur eine normalaktive Hurrikansaison aufziehen.

Der erste Hurrikan der Saison tauchte dann am 2. Juli 2019 auf. Sein Name ist Barbara. Siehe AccuWeather.

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Klimavideo von Thomas Wangenheim vom 25. Mai 2019 mit dem Titel “Menschgemachter Klimawandel? Antwort mithilfe von Langzeitmessungen“.

 

Aus der Videobeschreibung:

 Anhand zweier Langzeit-Meßreihen aus Weimar und Kremsmünster zeige ich die Temperaturschwankungen der vorindustriellen Zeit, die zeigen, daß CO-2 nicht der alles entscheidende Faktor des Temperaturanstiegs der letzten 150 Jahre sein kann.

 

Herr Hofreiter, was bedeutet Schulpflicht?

Ein chinesisches Forscherteam um Shuai Yuan untersuchte Baumringe in Südost China und rekonstruierte daraus die Entwicklung der März-Meeresoberflächentemperaturen des Südchinesischen Meeres während der letzten 100 Jahre. Einen Langzeittrend fanden die Forscher nicht, jedoch ein langsames Auf- und Abschwellen im Bereich von einigen Jahrzehnten. Die Studie erschien im Dezember 2018 im Fachblatt Marine Micropaleontology.

 

Abbildung: Entwicklung der März-Meeresoberflächentemperaturen des Südchinesischen Meeres während der letzten 100 Jahre. Quelle: Yuan et al. 2018.

 

Weitere Infos: CO2Science

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Im März 2019 führte der Deutschlandfunk ein kurioses Interview mit dem Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter zu den Klimaschulstreiks. Der DLF-Journalist fragt Hofreiter mehrfach, ob denn die Freitagsstreiks nicht gegen die Schulpflicht verstoßen. Hofreiter windet sich aus der Frage heraus, aber der DLF-Mann lässt nicht locker und fragt hartnäckig immer wieder “Herr Hofreiter, was bedeutet Schulpflicht?“. Absolut lesenswert. Hier ein kleiner Auszug:

Heinemann: Was würde sich denn ändern, wenn Samstags fürs Klima demonstriert würde?

Hofreiter: Wahrscheinlich wäre die Aufmerksamkeit etwas geringer, wenn samstags für das Klima diskutiert werden würde.

Heinemann: Warum?

Hofreiter: Weil nämlich die Aufmerksamkeit unter anderem auch deshalb so groß ist, weil die Schüler während ihrer Schulzeit gehen und sagen, wenn ihr so weitermacht, macht es wenig Sinn, dass ich in die Schule gehe, weil nämlich die nächsten 20, 30 Jahre die Ökosysteme in so große Probleme kommen, dass meine Zukunft kaputt geht. Und man merkt ja an der ganzen Debatte, dass viel zu viele, in Verantwortung stehende Politikerinnen und Politiker und andere Menschen in der Gesellschaft offensichtlich die Erkenntnisse der Klimawissenschaft nicht ernst nehmen und sich nicht vorstellen können, dass es tatsächlich darum geht, dass wenn so weiter gehandelt wird deren Zukunft kaputt gemacht wird.

Heinemann: Herr Hofreiter, sollten Jugendliche nur dann die Schule besuchen, wenn sie gerade nichts Besseres zu tun haben?

[...]

Heinemann: Herr Hofreiter, würden Sie denn auch Demonstrationen von Schülerinnen und Schülern während der Schulzeit befürworten, die ganz andere Ziele zum Inhalt hätten, zum Beispiel gegen Zuwanderung oder gegen die Europäische Union?

Hofreiter: Ich habe Ihnen bereits gesagt, dass ich das nicht befürworte. Ich habe Ihnen bereits gesagt, dass ich der Meinung bin, dass diese Schülerinnen und Schüler in ihrem Anliegen ernst genommen werden müssen und nicht eine Hauptablenkungsdebatte geführt wird, die Sie auch ganz offensiv hier führen.

Heinemann: Sie befürworten die Demonstrationen Fridays for Future nicht? Habe ich das jetzt richtig verstanden?

Hofreiter: Ich befürworte die Demonstrationen.

Heinemann: Ja was denn jetzt?

[...]

Ganzes Interview beim DLF lesen.

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Judith Cury wies in ihrem Blog auf ein bemerkenswertes Paper des MIT-Ozeanographen Carl Wunsch hin. Das Paper erschien bereits 2010 in den Quaternary Science Reviews und scheint eine Art Abrechnung mit einem Teil der paläoklimatologischen Kollegen zu sein. Hier ein Auszug aus der Einleitung des Papers (Fettsetzung durch Judith Cury):

Introduction

From one point of view, scientific communities without adequate data have a distinct advantage: one can construct interesting and exciting stories and rationalizations with little or no risk of observational refutation. Colorful, sometimes charismatic, characters come to dominate the field, constructing their interpretations of a few intriguing, but indefinite observations that appeal to their followers, and which eventually emerge as “textbook truths.”

Consider the following characteristics ascribed to one particular, notoriously data-poor, field (Smolin, 2006), as having:

1. Tremendous self confidence, leading to a sense of entitlement and of belonging to an elite community of experts.

2. An unusually monolithic community, with a strong sense of consensus, whether driven by the evidence or not, and an unusual uniformity of views on open questions. These views seem related to the existence of a hierarchical structure in which the ideas of a few leaders dictate the viewpoint, strategy, and direction of the field.

3. In some cases a sense of identification with the group, akin to identification with a religious faith or political platform.

4. A strong sense of the boundary between the group and other experts.

5. A disregard for and disinterest in the ideas, opinions, and work of experts who are not part of the group, and a preference for talking only with other members of the community.

6. A tendency to interpret evidence optimistically, to believe exaggerated or incorrect statements of results and to disregard the possibility that the theory might be wrong. This is coupled with a tendency to believe results are true because they are ’widely believed,’ even if one has not checked (or even seen) the proof oneself.

7. A lack of appreciation for the extent to which a research program ought to involve risk.

Smolin (2006) was writing about string theory in physics. Nonetheless, observers of the paleoclimate scene might recognize some common characteristics. 

Smolin’s (7) is perhaps the most important in his list. Good scientists seek constantly to test the basic tenets of their field–not work hard to buttress them. Routine science usually adds a trifling piece of support to everyone’s assumptions. Exciting, novel, important, science examines the basic underpinnings of those assumptions and either reports no conflict or, the contrary–that maybe it isn’t true. Imagine Darwin working hard to fit all of his observational data into the framework of Genesis (today we laugh at the so-called intelligent design community for doing just that).

Kurz darauf wurde Wunsch pensioniert. Ist es Zufall, dass meist nur Pensionäre Kritik an den Klimawissenschaften üben? Was passiert mit Dissidenten im aktiven Dienst?